Gewöhnliche Wiesen-Schafgarbe - Achillea millefolium

Familie: Asteráceae - Korbblütler

Achillea millefolium
Bildquelle: Wikipedia User Llez
Kategorie: Heilpflanze Garten winterhart Mischkultur Biogarten

Achillea: gr. Mythologie, n. Achilles (Held v. Troja) benannt, dem der Ken­tau­re Chi­ron (gr. Cheiron) die Heil­kun­de beibrachte. Der Preßsaft der fri­schen Pflanze wur­de u.a. äußerlich zur Wund­behandlung ver­wen­det (Achil­les­fer­se); "Schafgarbe"
millefolius: tausendblättrig

andere Namen: Achilleskraut, Bauchwehkraut, Blutstillkraut, Gachelkraut, Gänsezungen, Grützblume, Kachel, Katzenschwanz, Schafrippe, Schafzunge, Tausendblatt, Zangeblume, Feldgarbenkraut, Garbenkraut, Katzenkraut, Grundheil, Wundkraut, Zimmermannskraut

Alternativnamen sind Blutstillkraut und Wundkraut sowie Zimmermannskraut, was auf die blutstillende Wirkung der Pflanze hinweist. Der Name Achillea millefolium leitet sich von Achilles, dem Kriegshelden von Troja ab. Er soll die frischen Kriegswunden seiner Kampfgefährten mit Schafgarbe behandelt haben.

Die Art Gewöhnliche Schafgarbe (Achillea millefolium) gehört zur Familie der Korbblütler (Asteraceae). Sie umfasst eine Gruppe schwer zu unterscheidender Formen. Zusammengefasst wird diese unter der Bezeichnung Achillea millefolium agg. Es sind ausdauernde, krautige oder halbstrauchige Pflanzen, die eine Wuchshöhe von sieben bis 100 Zentimetern erreichen. Das Rhizom ist dünn und waagrecht. Es bildet bis zu 50 Zentimeter lange unter- oder oberirdische Ausläufer mit sterilen Trieben. Die Blätter sind zwei bis vierfach fiederteilig und haben über 15 Fiederpaare erster Ordnung. Die unteren Blätter sind gestielt, die oberen sind sitzend und haben vergrößerte basale Fiedern. Die Stängelblätter haben einen lanzettlichen bis linealischen Umriss und sind drei- bis zwölfmal so lang wie breit. Ihre Fiedern sind einander genähert oder berühren sich sogar. Die Grundblätter sind stärker geteilt als die Stängelblätter.

Die Blütenstände bestehen aus zahlreichen Köpfchen, die doldenrispig angeordnet sind. Die Köpfchen haben eine becherförmige Hülle, die drei bis sechs Millimeter lang ist, jedenfalls breiter als zwei Millimeter. Die Hüllblätter stehen mehrreihig und sind hautrandig. Die Köpfchen besitzen Röhren- und Zungenblüten. Es gibt vier bis sechs Zungenblüten, deren Zunge circa so lang wie breit ist und ein Drittel so lang bis gleich lang wie die Hülle. Die Kronröhre der Zungenblüten ist höchstens so lang wie die Zunge (Ausnahmen: A. setacea und A. collina). Die Zungenblüten sind oberseits weiß, selten rosa. Die Röhrenblüten sind ebenfalls weißlich oder rötlich. Die Eigentliche Gewöhnliche Schafgarbe (A. millefolium s.str.) hat längliche Grund- und untere Stängelblätter. Diese stehen dicht bis entfernt. Die Fiedern der Blätter sind höchstens zweimal so lang wie breit. Die Laubblattspindel (Rhachis) ist ganzrandig und besitzt nie Zwischenfiedern.
Der Hauptschirm ist weniger dicht und nie von seitlichen Schirmkorbrispen übergipfelt. Er hat einen Durchmesser von vier bis 15 Zentimetern. Die Internodien in der Stängelmitte sind sehr selten verkürzt.
Die Art bildet keine Proazulene. Diese Sippe ist hexaploid.
Die Hauptblütezeit ist Mai/Juni und zieht sich bis Oktober.


Verbreitung/Vorkommem

Schafgarbe ist fast kosmopolitisch verbreitet. In einigen mediterranen Gebieten ist sie selten.

Inhaltsstoffe

ätherisches Öl, Alkaloide, Cumarine, Flavonoide, Gerbstoffe, Polyine, Salicylsäure, Triterpene

Verwendung in der Pflanzenheilkunde

Diese Schafgarbenart wird als Gewürz- und Arzneipflanze verwendet, die Droge aus dem Kraut wird als „Herba Millefolii“ bezeichnet.
Zu Heilzwecken werden Kraut und Blüten verwendet. Im wesentlichen finden Zubereitungen aus der Pflanze Einsatz bei Schwächen des venösen Systems z.B. bei Hämorrhoiden, Krampfadern, Stauungen im Pfortadergebiet u.a.. Sie wird aber auch bei Ekzemen, bei Hauteinrissen im Bereich des Afters und bei Fisteln eingesetzt.
Durch seine blutstillenden Eigenschaften findet die Droge Verwendung in der Frauenheilkunde bei Menstruationsbeschwerden wie Hypermenorrhoe und Polymenorrhoe.
Auch bei Eierstockentzündungen, Ausfluss, Gebärmuttervorfall, Myome, Juckreiz der Scheide und vieles mehr; Pfarrer Kneipp soll dazu geschrieben haben: "Viel Unheil bliebe Frauen erspart, würden sie ab und zu einmal nach Schafgarbe greifen!"). Dazu kann einerseits Tee oder Presssaft getrunken werden oder ein intensiver Teeaufguss in einem Voll- oder Teilbad genutzt werden. Diese Anwendung kann auch bei Nieren- und Blasenproblemen sowie Hämorrhoiden hilfreich sein.
Als Tee oder Frischsaft getrunken wird die Schafgarbe bei Verdauungsbeschwerden (Appetitlosigkeit, Blähungen, Völlegefühl und Magen-Darm-Verstimmungen) und zur Anregung der Gallensaftproduktion (choleretische Wirkung) eingesetzt. Weiterhin wirkt die Gemeine Schafgarbe gegen Bakterien (antimikrobiell), gegen Krämpfe (spasmolytisch) und auch gegen Entzündungen (antiinflammatorisch).

Verwendung in Homöopathie/Anthroposophie

Im wesentlichen finden in der anthroposophischen Medizin Zubereitungen aus der Pflanze Einsatz bei Schwächen des venösen Systems z.B. bei Hämorrhoiden, Krampfadern, Stauungen im Pfortadergebiet u.a.. Sie wird aber auch bei Ekzemen, bei Hauteinrissen im Bereich des Afters und bei Fisteln eingesetzt.
Durch seine blutstillenden Eigenschaften findet die Droge Verwendung in der Frauenheilkunde bei Menstruationsbeschwerden wie Hypermenorrhoe und Polymenorrhoe.
Als Arzneimittel ist die Schafgarbe unter der Bezeichnung Millefolium z.B. bei WELEDA erhältlich.

Sonstiges

Bis 90cm tief wurzelnde Pionierpflanze (sog. Wurzelkriecher)

Köhler's Medizinal-Pflanzen in naturgetreuen Abbildungen mit kurz erläuterndem Texte. Band 1. (1887)Wikipedia User Llez

Literatur

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- Wichtl M. - Teedrogen und Phytopharmaka. Ein Handbuch für die Praxis auf wissenschaftlicher Grundlage - 2008 - 5. Auflage, Stuttgart; ISBN: 978-3804723696