Rispiger Fuchsschwanz - Amaranthus cruentus

Familie: Amarantháceae - Amarantgewächse
Steckbrief | Systematik
Kategorie: Garten Wildgemüse Färberpflanze

Rispiger Fuchsschwanz - Amaranthus cruentus
Rispiger Fuchsschwanz - Amaranthus cruentus
Bildquelle: Wikipedia User Stan Shebs; Bildlizenz: CC BY-SA 3.0;
Wiki Commons Bildbeschreibung: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Amaranthus_cruentus_Foxtail_2.jpg


Amaranthus: gr. a-maraino = ich verwelke nicht, anthos = Blüte (Far­be der Blüten bleibt n. d. Verblühen erhalten); "Fuchs­schwanz"
cruentus: blutrot

andere Namen: Rispen-Fuchsschwanz, Färber-Fuchsschwanz, Amarant

Amarant zählt zu den ältesten Nutzpflanzen der Menschheit. Genutzt werden vor allem die Samen der an Hirse erinnernden Körner. Bereits bei den Azteken, Inka (Amaranthus caudatus vorwiegend Kiwicha benannt, diese Bezeichnung wird heute noch in der Andenregion verwendet) und Maya waren die getreideähnlichen Körner neben Quinoa und Mais ein Hauptnahrungsmittel. In fast 9000 Jahre alten Gräbern in Mexiko wurden Samen dieser Pflanzen nachgewiesen.

Rispiger Fuchsschwanz - Amaranthus cruentus; Bildquelle: <a href="http://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Wikipedia User Stan Shebs 2005">Wikipedia User Stan Shebs 2005</a>; Bildlizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de" target=_blank title="Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported (CC BY-SA 3.0)">CC BY-SA 3.0</a>; Rispiger Fuchsschwanz - Amaranthus cruentus; Bildquelle: <a href="http://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Wikipedia User CarolSpears">Wikipedia User CarolSpears</a>; Bildlizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/publicdomain/deed.de" target=_blank title="Public Domain">Public Domain</a>;

Amaranthus cruentus wächst als einjährige krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 30 Zentimetern bis zu 2 Metern. Die Pflanzenteile sind oft rötlich. Der meist aufrechte oder seltener aufsteigende Stängel ist kantig und verzweigt und ist kahl oder ist mehr oder weniger dicht mit mehrzelligen Haaren (Trichome) bedeckt.

Die wechselständig und spiralig angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Der Blattstiel ist bei einer Länge von 2,5 bis 18 cm relativ lang. Die einfache Blattspreite ist bei einer Länge von 6 bis 20 cm, lanzettlich bis eiförmig. Es sind keine Nebenblätter vorhanden. Die Keimblätter (Kotyledonen) sind etwa 1,5 cm lang, fleischig und gestielt.

Amaranthus cruentus ist einhäusig getrenntgeschlechtig (mönözisch). Der endständige, rispige Gesamtblütenstand ist aus dichten, ährenähnlichen Teilblütenständen zusammengesetzt und besitzt eine Länge von 30 bis 50 cm sowie einen Durchmesser von etwa 15 cm. Der oberste Teilblütenstand ist meist aufrecht. Die etwa 2 mm langen Tragblätter sind unterhalb ihrer Mitte trockenhäutig.

Die männlichen Blüten besitzen vier oder fünf 2 bis 2,4 mm lange Blütenhüllblätter und fünf freie, etwa 1 mm lange Staubblätter. Die weiblichen Blüten besitzen immer fünf 1,2 bis 1,8 mm lange, fast gleiche Blütenhüllblätter, die länglich bis elliptisch sind mit spitzem bis gerundetem oberen Ende. Der aufrechte Griffel ist an seiner Basis schlank und endet in drei Narben.

Die Blütenhüllblätter überlappen sich über der Frucht nicht. Die dunkel rötlichen, kahlen Kapselfrüchte sind bei einer Länge von 2 bis 2,5 mm verkehrt-eiförmig bis rhombisch und enthalten nur einen Samen. Die gelblichen oder schwärzlichen, glatten Samen sind bei einem Durchmesser von etwa 1 mm verkehrt-eiförmig bis ellipsoid und abgeflacht, linsenförmig.



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Standort

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Verbreitung/Vorkommen

Amaranthus cruentus stammt ursprünglich aus Südamerika und wurde schon früh über Mittelamerika bis in die südlichen Gebiete der östlichen USA verbreitet.

Verwendung in der Küche

Amarant ist ein Pseudogetreide. Es sieht zwar aus wie Getreide und seine Samen werden auch so verwendet, aber es ist kein Getreide. Amarant ist glutenfrei. Dies macht es zu einem vollwertigen und verträglichen Getreideersatz bei der weit verbreiteten Glutenunverträglichkeit (Zöliakie). Zudem ist der hohe Eisengehalt wertvoll bei Eisenmangelanämie und während der Schwangerschaft.

Die Blätter aller Amarantarten werden als Gemüse gegessen. Die Samen des Rispenfuchsschwanzes werden ähnlich wie Getreide verwendet.

Die Nahrungsmittelindustrie verwendet Amarant heute in der Baby- und Kindernahrung, als Zumischung in Brot, Gebäck und Müsli, bei Eierkuchen und Pasta, auch in Wurstwaren sowie im Fast-Food-Bereich bei Riegeln und Snacks. Es gibt auch Versuche zur Herstellung von Getränken auf Basis von Amarant, unter anderem zum Brauen von glutenfreiem Bier.

Amarant entfaltet beim Kochen seinen typisch nussigen Geruch. Der Verzehr kann im Müsli oder zu Grütze gekocht als Beilage erfolgen. Amarantmehl eignet sich nur begrenzt zum Backen. Der Naturkosthandel führt Amarantkörner pur oder als Zutat (auch gepoppt) in Müslimischungen.

Inhaltsstoffe

Amarant hat einen weit höheren Eiweiß- und Mineralstoffgehalt als die weltweit traditionell angebauten Getreidesorten. Die Proteine bestehen aus vielen essenziellen Aminosäuren, der Gehalt an Calcium, Magnesium, Eisen und Zink ist sehr hoch. Kohlenhydrate und Ballaststoffe sind in gleich großen Mengen vorhanden. Bei dem enthaltenen Fett handelt es sich zu ca. 70 % um ungesättigte Fettsäuren. Die Inhaltsstoffe sind nicht nur in großen Mengen enthalten, sondern in einem für die menschliche Ernährung sehr günstigen Verhältnis kombiniert.

Allerdings enthält Amarant bestimmte Gerbstoffe, die die Aufnahme und Verdauung von Vitaminen, Proteinen sowie Spurenelementen hemmen. Für Kleinkinder und Säuglinge ist Amarant deshalb nicht zu empfehlen.


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Rispiger Fuchsschwanz - Garten/Anbau

Lichtanspruch: Halbschatten;
Boden Feuchte: feucht;

Amarant ist weitgehend anspruchslos an den Boden. Er kommt mit relativ wenig Wasser aus. Er verwildert leicht und gilt auch als Zierpflanze.

Sonstige Verwendung

Der Färber-Fuchsschwanz wurde in Mittelamerika zum Färben, besonders von Lebensmitteln verwendet. Die Blüten werden zum Färben von Maisbrot verwendet. Aus allen Pflanzenteilen werden gelbe und grüne Farbstoffe gewonnen.

Sonstiges

Die Spanier verboten im 16. Jahrhundert den Anbau von Amarant unter Androhung der Todesstrafe, aufgrund der starken religiösen Bedeutung von Amarant, unter anderem im Rahmen einer kommunionsähnlichen Zeremonie (bei der auch Menschenblut zur Anwendung kam), im Zusammenhang mit einem Fest zu Ehren des Aztekengottes Huitzilopochtli. Diese Maßnahme trug zur allgemein schlechten Versorgungslage bei und ist daher mitverantwortlich für den Tod von Millionen Indios. Nach dem Verbot geriet die Pflanze für Jahrhunderte fast völlig in Vergessenheit.

Literatur




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