Dill - Anethum graveolens

Familie: Apiáceae - Doldenblütler

Anethum graveolens
Bildquelle: Wikipedia User Tepeyac
Kategorie: Gewürzpflanze Mischkultur Biogarten Balkon

graveolens: stark duftend, stinkend

andere Namen: Gurkenkraut, Kappernkraut, Däll, Till, Kümmerlingskraut, Dillfenchel

Dill ist eine sommerannuelle einjährige krautige Pflanze, die Wuchshöhen von meist 30 bis 75 Zentimeter, selten bis zu 120 Zentimeter erreicht. Die ganze Pflanze ist glatt und duftet stark aromatisch. Die Stängel wachsen aufrecht und verzweigen sich meist im oberen Abschnitt. Besonders die unteren Laubblätter sind drei- bis vierfach fiederschnittig, fein zerteilt in borstliche Abschnitte; die oberen Blätter sind weniger stark geteilt und kleiner. Nebenblätter fehlen.

Die großen Blütenstände sind tragblattlose, 15 bis 30-strahlige Doppeldolden, sie weisen einen Durchmesser von 5 bis 15 cm auf und enthalten zehn bis 25 Döldchen. Die Döldchen weisen einen Durchmesser von 3 bis 5 cm auf und enthalten 15 bis 25 Blüten. Die Blütenstiele sind 6 bis 10 mm lang. Die kleine Blüten sind radiärsymmetrisch und fünfzählig. Die fünf Kelchblätter sind verwachsen. Die fünf Kronblätter sind (dotter)gelb. Es ist nur ein Kreis mit fünf Staubblättern vorhanden. Zwei Fruchtblätter sind zu einem unterständigen Fruchtknoten verwachsen. Die zwei Griffel sind kurz. Die Blüte besitzt einen nektarabsondernden Diskus und wird von Insekten aller Art, besonders jedoch von Käfern bestäubt. Die Blütezeit reicht von Mai bis August.

Die eiförmigen, braunen, trockenen Spaltfrüchte sind 3 bis 5 mm lang und 2 bis 2,5 mm breit; sie zerfallen in zwei schmal geflügelte Teilfrüchtchen mit grau-weißen Längsrippen. Die Früchte reifen meist zwischen Juli und September. Als Flügelflieger werden sie über den Wind ausgebreitet, ferner bei Nässe auch als Adhäsionshafter.


Verbreitung/Vorkommem

Die ursprüngliche Heimat des Dills wird in Süd-West-Asien und China vermutet. Man geht davon aus, dass er von dort etwa im 3. Jahrhundert nach Südeuropa gelangte und zur Zeit Kaiser Karls des Großen in Mitteleuropa heimisch wurde. Die Sorten dieser Art werden sowohl kommerziell als auch in Privatgärten angebaut. Von diesen kultivierten Standorten breitet sie sich leicht in die nähere Umgebung aus.

Heimat

Zentralasien

Verwendung in der Küche

Als Gewürz wird der geschmacklich mit Anis und Kümmel verwandte Dill heute in ganz Europa verwendet, unter anderem zur Verfeinerung von Salaten, Saucen oder Fischgerichten, zur Herstellung von Kräuteressig oder für die Konservierung von Gemüse (eingelegte Gurken). Dabei werden sowohl die getrockneten Früchte als auch das frische oder getrocknete Kraut genutzt.

Die Verwendung als Küchengewürz ist regional sehr unterschiedlich. Dill ist das Würzkraut der Landesküchen Skandinaviens und des Baltikums. In der zentral- und osteuropäischen Küche spielt Dill ebenfalls eine sehr große Rolle. Ungarn ist der Haupterzeuger von Öl aus Dill (es wird in Medikamenten, Seifen, Reinigern und Gewürzen verwendet). In den romanischen Ländern ist Dill dagegen nahezu unbekannt.

Prof. Dr. Otto Wilhelm Thomé Flora von Deutschland, Österreich und der Schweiz 1885, Gera, GermanyDeutschlands Flora in Abbildungen (1796)

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