Strand-Grasnelke - Armeria maritima

Familie: Plumbagináceae - Bleiwurzgewächse

Armeria maritima
Bildquelle: Prof. Dr. Otto Wilhelm Thomé Flora von Deutschland, Österreich und der Schweiz 1885, Gera, Germany
Kategorie: Steingarten Salzpflanze

Armeria: wahrscheinlich kelt. ar mor = am Meer (Haupt­ver­brei­tung); "Grasnelke"
maritimus: Meerstrand bewohnend

andere Namen: Gewöhnliche Grasnelke

Die mehrjährig ausdauernde, sommergrüne Strand-Grasnelke (Armeria maritima) ist keine Nelke, wie ihr Name vermuten lässt, sondern gehört zur Familie der Bleiwurzgewächse (Plumbaginaceae). Sie ist ein typisches Florenelement der Salzwiesen an der Meeresküste. Das Salz scheidet sie über spezielle Drüsen auf der Blattoberfläche aus. Die Pflanze wurde früher als Mittel gegen Epilepsie verwendet wegen des Gehalts an Plumbagin, welches jedoch stark reizend ist. Heutzutage wird sie häufig als Zierstaude in Gärten angepflanzt. Die heterostylen Blüten werden von zahlreichen Insektenarten bestäubt, die Früchte werden durch den Wind oder durch Klettwirkung ausgebreitet.

Die Strand-Grasnelke kann bis zu 50 cm groß werden. Ihre linealischen Blätter sind sehr dünn und werden nur 1 bis 3 mm breit, erinnern an Blätter von Gräsern, sind ein-, selten dreinervig. Diese sind etwas behaart, was der Pflanze als Verdunstungsschutz dienen soll. Die äußeren, stumpfe, mal mehr, mal weniger kurz zugespitzten Hüllblätter des Blütenkopfes überragen diese meist nicht. Die Kronblätter sind rosa bis purpurn gefärbt. Die Strand-Grasnelke wächst häufig polsterartig und bildet eine Rübenwurzel aus.


Verbreitung/Vorkommem

Die Strand-Grasnelke wächst vornehmlich auf Dünen der Meeresküsten (vornehmlich Unterart elongata), auf Salzwiesen, Sand- und Silikattrockenrasen, trockenen Wäldern und auf mit Schwermetallen belasteten Böden (dort vor allem die Unterart halleri). Dort kann die Pflanze toxische Konzentrationen bis zu 0,7 % Zink und 0,15 % Blei erreichen. Während sie in Norddeutschland sowohl an der Nordsee- als auch an der Ostseeküste zerstreut vorkommt, so ist sie im Binnenland sehr selten. Deshalb ist sie mit ihren Unterarten auch auf der Roten Liste der Gefäßpflanzen Deutschlands in die Gefährdungsklasse 3 eingeordnet. Die Pflanze steht unter Naturschutz und ist nach BArtSchV besonders geschützt. Die Strand-Grasnelke ist des Weiteren auf der gesamten Nord- und Süd-Hemisphäre verbreitet, kommt sogar in Teilen der Antarktis und auf Grönland vor.

Literatur

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