Steckbrief
Blütenfarbe: gelb;Höhe/Länge von 80cm bis 1m
Blütezeit von 7 bis 9
Lebensdauer: ausdauerndes Kraut (Staude);
Blütenstand: Traube
Systematik
Abteilung:Spermatóphyta - Samenpflanzen
Unterabteilung:
Angiospérmae - Bedecktsamer
Klasse:
Dicotyledóneae (Magnoliópsida) - Zweikeimblättrige
Unterklasse:
Astéridae - Asternähnliche
Ordnungsgruppe:
Campanulátae - Glockenblütige
Ordnung:
Asteráles - Asternartige
Familie:
Asteráceae - Korbblütler
Gattung: Artemisia
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Wermut - Artemisia absinthium
Familie: Asteráceae - Korbblütler![]() Bildquelle: Köhler's Medizinal-Pflanzen in naturgetreuen Abbildungen mit kurz erläuterndem Texte. Band 1. (1887) |
Artemisia: nach d. gr. Göttin Artemis (Göttin d. Jagd und Geburt), Wehenmittel, Würzkraut für Wild; "Beifuß", "Wermut"
andere Namen: Gemeiner Wermut, Wermutkraut, Bitterer Beifuß, Alsem
Wermut gehört zu den bittersten unter den bekannten Kräutern.
Der Wermut ist ein verzweigter Halbstrauch, der Wuchshöhen von 80 cm bis mehr als einem Meter erreichen kann. Die ganze Pflanze riecht aromatisch. Die zwei- bis dreifach fiederteiligen Laubblätter sind weißgrau und filzig behaart.
In rispigen Blütenständen befinden sich kleine, körbchenförmige Teilblütenstände mit vielen (20 bis 25) Blüten. Die gelben Blüten sind etwa 1,25 mm lang. Diese Art blüht von Juli bis September. Als Früchte werden längliche Achänen ohne Federkrone gebildet.
Verbreitung/Vorkommem
Wermut findet man in den trockenen Gegenden von Europa, Nord- und Südamerika sowie Asien.Standort
Wermut wächst auf auf kargen und steinigen Böden.Giftigkeit
Die tödliche Dosis (LD50) des zu ca. 50 % in Wermutöl enthaltenden Thujon wird bei Ratten mit 0,6 g/kg angegeben. Andere Quellen geben den Ölgehalt mit bis zu 1,5 % und darin den Thujongehalt mit bis zu 12,5 % an, womit die auf Thujon zurückzuführende Giftigkeit von Wermut (LD50) für Ratten mit ca. 80 … 320 g/kg anzugeben wäre was keine Rückschlüsse auf die Giftigkeit für Menschen erlaubt.Inhaltsstoffe
SesquiterpenlactoneVerwendung in der Pflanzenheilkunde
Der englische Name „wormwood“ (wörtl. „Wurmholz“) ist eine volksetymologische Umdeutung des altenglischen Namens „wermod“ und deutet darauf hin, dass man dem Wermut anti-parasitäre Eigenschaften zuschreibt. Vgl. H. Marzell, Wörterbuch der deutschen Pflanzennamen, s.v. Artemisia Absinthium L.: „ die Pflanze früher (wie noch jetzt die verwandte A. Cina) gegen Würmer (Eingeweidewürmer) verwendet . Andere Formen wiederum sind an ‚warm‘ angelehnt wegen der ‚wärmenden‘ Eigenschafts des Wermutabsudes.“ Diese Eigenschaft macht es nicht verwunderlich, dass Wermut auch schon zu biblischen Zeiten weit bekannt war.In symbolischer oder poetischer Sprache steht der Name oft auch für Bitterkeit und Trauer (Wermutstropfen). Dass dessen Bitterkeit bekannt war, lässt schließen, dass Wermutzubereitungen trotzdem „genossen“ wurden und man sich irgendeine positive Wirkung davon versprach. Der Name Wermut – Erhalter der Sinne – deutet auf die Anwendung als Mittel zur Stärkung der Geisteskraft, obgleich der übermäßige Genuss zu Schwindelerscheinungen führt. Im Mittelalter bezeichnete Hildegard von Bingen Wermut daher als den Meister über alle Erschöpfungen.
Verwendung in Homöopathie/Anthroposophie
Als Pflanzenbestandteile werden für homöopathische Zubereitungen die Blätter und Blüten, sowie die basalen Laubblätter verwendet.Als homöopathisches Mittel wird Absinthium denn auch in Potenzen von der Urtinktur bis zur D12 bzw. in der C1 bis zur C6 bei Erregungszuständen und Krampfleiden sowie bei Magenschleimhautentzündungen angewendet. Die Anwendung in Schwangerschaft, Stillzeit und bei kleinen Kindern ist wegen der zuvor beschriebenen Wirkungen nicht angebracht. (Aussagen zur Homöopathie nach William Boericke und Monografie der Kommission D).
Kommission C* (s. Quellen):... Anregung der Verdauungstätigkeit bei Dys-
pepsien, Meteorismus.
Sonstiges
Thujon ist ein Bestandteil des ätherischen Öls des Wermuts, das für die Absinthherstellung verwendet wird. Die unbestreitbar schädlichen Auswirkungen, die während des Höhepunkts der Absinth-Popularität im 19. Jahrhundert in Frankreich zu beobachten waren und zu denen unter anderem Schwindel, Halluzinationen, Wahnvorstellungen, Depressionen, Krämpfe, Blindheit sowie geistiger und körperlicher Verfall gehörten, wurden insbesondere auf diese Substanz zurückgeführt. Thujon ist als ein Nervengift bekannt, das in höherer Dosierung Verwirrtheit und epileptische Krämpfe (Konvulsionen) hervorrufen kann. Aus diesem Grund wurde in der Europäischen Union der Thujongehalt in alkoholischen Getränken auf 35 mg/kg begrenzt.Literatur
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- Kremer B.: Bäume (Laub-und Nadelbäume) - 1992 - 1. Auflage, Stuttgart
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