Alpenhelm - Bartsia alpina

Familie: Orobancháceae - Sommerwurzgewächse

Bartsia alpina
Bildquelle: Wikipedia User Tigerente
Kategorie: Halbschmarotzer Alpenpflanze

Bartsia: n. d. holl. Arzt J.Bartsch, (1710 - 1738); "Alpen­helm"
alpinus: alpin

Der Alpenhelm (Bartsia alpina), auch Braunhelm, Alpen-Trauerblume oder Bartschie genannt, ist der einzige mitteleuropäische Vertreter der Gattung Bartsia aus der Familie der Sommerwurzgewächse (Orobanchaceae).

Carl von Linné benannte die Gattung zum Gedenken an seinen Freund, den deutschen Kolonialarzt und Naturforscher Johann Bartsch, der im Alter von 28 Jahren in Suriname/Südamerika dem tropischen Klima zum Opfer fiel.

Der Alpenhelm ist ein Halbschmarotzer und bildet gleich nach der Keimung Haustorien (Saugorgane), mit denen sie sich an die Wurzeln benachbarter Pflanzen heftet. Die mehrjährige, krautige Pflanze erreicht Wuchshöhen von etwa 10 bis 20(30) cm und ist behaart. Sie hat einen stumpfkantigen Stängel. Die Laubblätter stehen kreuzweise gegenständig.
Die dunkle Färbung des Blütenstands kommt von Anthocyanen (blauroten Farbstoffen), die hier sogar in den oberen Laubblättern das Chlorophyll überlagern. Die dunkelvioletten Blüten sitzen einzeln in den oberen Blattachseln. Die Oberlippe ist flach helmförmig.

Blütezeit ist von Juni bis August.


Verbreitung/Vorkommem

Der Alpenhelm hat eine holarktische Verbreitung, mit Vorkommen in der westlichen Palä- und der östlichen Nearktis. Fundorte auf den Färöer-Inseln, Island und Grönland verbinden die Verbreitungsgebiete der Alten und Neuen Welt. Dieses Verbreitungsmuster ist charakteristisch für amphi-atlantische Pflanzenarten.

In Europa gehört der Alpenhelm zu den Arten mit arktisch-alpiner (boreo-alpiner) Verbreitung, da neben den Vorkommen in Skandinavien und Westsibirien nur noch die Pyrenäen, Alpen und die Gebirge Ost- und Südosteuropas besiedelt werden. Fundorte im Schwarzwald und den Vogesen stellen Vorposten des alpinen Verbreitungsgebiets dar und können, wie auch die Vorkommen auf Gotland sowie in England und Schottland, als Eiszeitrelikte gedeutet werden.
Als Standort werden in Mitteleuropa kalkhaltige Wiesen, Quell- und Flachmoore sowie Lichtungen in subalpinen Wäldern bevorzugt. Die Habitate befinden sich in Höhenlagen zwischen 1000 und 3000 m über dem Meeresspiegel; sie können generell als feucht und basenreich charakterisiert werden.

Inhaltsstoffe

Anthocyane werden im Alpenklima besonders intensiv gebildet, da die durch Assimilation gebildeten Zucker nachts wegen oft zu niedriger Temperaturen von vielen Pflanzen nicht mehr in Stärke umgewandelt werden können, sondern nur noch in diese Farbstoffe.

Sonstiges

Hummelbestäubung

Wikipedia User Selso

Literatur

- *Kommission C: Anthroposophische Aufbereitungsmonographien der Kommission C der Gesellschaft anthroposophischer Ärzte in Deutschland. - 1999 - Im Auftrag der medizinischen. Sektion am Goetheanum Dornach/Schweiz
- Bärtels, A.: Farbatlas Tropenpflanzen-Zier und Nutzpflanzen - 1996 - Stuttgart; ISBN: 978-3800134809
- Buttler, K. P.: Steinbachs Naturführer: Orchideen - Die wildwachsenden Arten und Unterarten Europas, Vorderasiens und Nordafrikas. - 1986 - München; ISBN: 978-3576105591
- Finkenzeller X. & Grau J.; Steinbachs Naturführer ,Alpenblumen - 1985 - 1. Auflage, München
- Fintelmann V. & Weiss R.-F. Lehrbuch der Phytotherapie - 2005 - 11. Auflage, Stuttgart; ISBN: 978-3830453451
- Franke, W. - Nutzpflanzenkunde - 1992 - 5. Auflage, Stuttgart; ISBN: 978-3135304052
- Genaust H. -etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen - 1996 - 3. Auflage, Hamburg; ISBN: 978-3764323905
- Harz K. -Bäume und Sträucher: Blätter, Blüten, Früchte der heimischen Arten - 1990 - 6. Auflage, München; ISBN: 978-3835404793
- Holzer S. Permakultur: Praktische Anwendung in Garten, Obst- und Landwirtschaft - 2004 - 3 Auflage, Graz; ISBN: 978-3702010379
- Kremer B.: Bäume (Laub-und Nadelbäume) - 1992 - 1. Auflage, Stuttgart ; ISBN: 978-3440064078
- Kreuter M.-L. Kräuter und Gewürze aus dem eigenen Garten - 2009 - 8. Auflage, München; ISBN: 978-3835403246
- Kreuter M.-L.: Biologischer Pflanzenschutz - 2001 - 08. Auflage, München; ISBN: 978-3405160562
- Kreuter M.-L.; Der Biogarten - 2007 - 23. Auflage, München; ISBN: 978-3835404847
- Oberdorfer E. - Pflanzensoziologische Exkursionsflora - 1994 - 7. Auflage, Stuttgart; ISBN: 978-3800131310
- Raven Peter H.: Biologie der Pflanzen - 2006 - 4 Auflage ; ISBN: 978-3110185317
- Rothmaler W. - Exkursionsflora von Deutschland 2: Gefäßpflanzen. Grundband: BD 2 - 1996 - 16. Auflage, Jena, Stuttgart; ISBN: 978-3827416001
- Rothmaler W. - Exkursionsflora von Deutschland Band 3 - 1994 - 9. Auflage, Jena, Stuttgart; ISBN: 978-3827418425
- Schauer T. & Caspari C. - Der farbige BLV Pflanzenführer - 1990 - 2. Auflage, München; Wien; Zürich; ISBN: B002CZVT1A
- Schauer T. & Caspari C.: Der BLV Pflanzenführer für unterwegs - 2008 - 2 Auflage, München; ISBN: 978-3-8354-0354-3
- Schönfelder, B. & Fischer J. - Welche Heilpflanze ist das?: Heilpflanzen, Giftpflanzen, Wildgemüse - 1976 - 18 Auflage, Stuttgart; ISBN: 978-3440047804
- Senghas, K. & Seybold, S.: Schmeil - Fitschen. Flora von Deutschland und angrenzender Länder. Ein Buch zum Bestimmen der wildwachsenden und häufig kultivierten Gefäßpflanzen - 2000 - 91. Auflage, Wiebelsheim; ISBN: 978-3494014685
- Steinegger E.& Hänsel R.: Pharmakognosie - 1992 - 4. Auflage, Berlin-Heidelberg; ISBN: 978-3540342564
- Vademecum Anthroposophische Arzneimittel Gesellschaft Anthroposophischer Ärzte in Deutschland und der Medizinischen Sektion der Freien Hochschule für Geisteswissenschaft, Dornach, Schweiz - 2010 - 2. Auflage
- WELEDA AG: Arzneimittelverzeichnis 2009 - 2009 - Schwäbisch Gmünd
- Wendelberger, E. - Heilpflanzen. Erkennen, sammeln, anwenden. - 2003 - München, Wien, Zürich; ISBN: 978-3835403703
- Wichtl M. - Teedrogen und Phytopharmaka. Ein Handbuch für die Praxis auf wissenschaftlicher Grundlage - 2008 - 5. Auflage, Stuttgart; ISBN: 978-3804723696