![]() | ACHTUNG: Nicht pflücken, sammeln oder zertreten! Diese Pflanze ist geschützt und steht auf der Roten Liste Bayern! Kategorie 2 (stark gefährdet) |
Steckbrief
Blütenfarbe: gelb; grün, braun oder unscheinbar; weiß;Höhe/Länge von 2m bis 3m
Blütezeit von 6 bis 7
Lebensraum: Parks und Gärten; Wälder, Waldränder, Gebüsche, Lichtungen;
Lebensdauer: ausdauerndes Kraut (Staude);
Höhenstufen: Ebene (0-450m);
Blattstellung: Blätter wechselständig
Blattform: fiedrig gelappt, fiederspaltig (nicht bis Mittelrippe geteilt); kurz eingebuchtet oder eingeschnitten, z. B.: Efeu; pfeilförmig, spießförmig, keilförmig, dreieckig;
Besonderheiten Blatt/Pflanze: Mit Blattranken; Verschiedene Blätter (z. B.: Heterophyllie);
Blattrand: gezähnt;
Blütenform: radiär (strahlig, aktinomorph): mind. drei Symmetrieebenen
Blütenstand: Traube
Verholzungsgrad: Stängel krautig
Fleischige Früchte: Beeren
Garten/Anbau
Lichtanspruch: Sonne;Boden Beschaffenheit: humoser Boden (leicht); lehmiger Boden;
Boden Feuchte: 2 frisch;
Boden Nährstoffgehalt: Nährstoffreich (Starkzehrer);
Systematik
Abteilung:Spermatóphyta - Samenpflanzen
Unterabteilung:
Angiospérmae - Bedecktsamer
Klasse:
Dicotyledóneae (Magnoliópsida) - Zweikeimblättrige
Unterklasse:
Dilleníidae - Dillenienähnliche
Ordnungsgruppe:
Cistiflórae - Cistusblütige
Ordnung:
Passifloráles - Passionsblumenartige (Cucurbitáles)
Familie:
Cucurbitáceae - Kürbisgewächse
Gattung: Bryonia
Weitere Pflanzen der Gattung Bryonia
![]() | Rotfrüchtige Zaunrübe Bryonia dioica |
>> Alle Pflanzen der Gattung Bryonia
Schwarzfrüchtige Zaunrübe - Bryonia alba
Familie: Cucurbitáceae - Kürbisgewächse![]() Bildquelle: Prof. Dr. Otto Wilhelm Thomé Flora von Deutschland, Österreich und der Schweiz 1885, Gera, Germany |
Bryonia: gr. bryein = sprossen (Wuchsform); "Zaunrübe"
alatus: geflügelt
andere Namen: Weiße Zaunrübe, Gichtrübe, Teufelsrübe
Eine Berührung mit der Zaunrübe, insbesondere mit dem milchigen Saft der Wurzel, kann entzündliche, allergische Hauterscheinungen (Rötung, Hautblasen, pustulärer Hautausschlag) hervorrufen.
Die Schwarzbeerige Zaunrübe (Bryonia alba L., Syn.: Bryonia aspera Bauh., Bryonia vera, Bryonia monoeca Krause ex Sturm., Bryonia nigra Gilib., Bryonia nigra Dum., Vitis alba, Vitis nigra, Uva angina, Uva serpentina) ist eine giftige Kletterpflanze aus der Familie der Kürbisgewächse (Cucurbitaceae).
Die Weiße Zaunrübe ist eine schnell wachsende, krautige, 2 bis 3 Meter lange Rankenkletterpflanze mit rübenartiger, verdickter Wurzel. Die Wurzeln, die oft die Größe von einer Zuckerrübe erreichen, sind bis zu 2,5 Kilogramm schwer, etwas wulstig geringelt und nach unten verästelt. Der rauhhaarige Stängel weist wechselständige, handförmige, scharf gezahnte, fünflappige Laubblätter und korkenzieherartige, gewundene Ranken auf.
Bei Bryonia alba finden sich, im Gegensatz zu Rotbeerigen Zaunrübe (Bryonia dioica), Blüten beiderlei Geschlechts an einer Pflanze, sie ist also einhäusig getrenntgeschlechtig (monözisch). In den Blattachseln entspringen traubige Blütenstände mit nur wenige Millimeter kleinen, gelbgrünen Blüten, die vom Juni bis Juli blühen. Von August bis September erscheinen die kugeligen, giftigen, schwarzen Beerenfrüchte, die die Größe von einer Erbse erreichen können.
Verbreitung/Vorkommem
Die seltene und frostempfindliche Schwarzbeerige Zaunrübe stammt aus Südeuropa und wächst in der Natur sehr häufig auf Ruderalgelände. Sie ist von Skandinavien über Mitteldeutschland, das Wallis und den Südalpen nach Osten hin bis in den Iran und Mittelrussland verbreitet. Diese jährliche Pflanzenart bevorzugt feuchte, nährstoffreiche, kalkhaltige Böden an warmen Lagen und wächst in Hecken, Zäunen, Mauern und an Feld- sowie an Waldrändern. Generell benötigen die Ranken einen Stützgegenstand mit rauer Oberflächenbeschaffenheit um sicheren Halt zum Emporwachsen zu finden. Die Weiße Zaunrübe wird auch kultiviert.Giftigkeit
Alle Pflanzenteile sind sehr giftig, besonders die Wurzeln und Beeren. Die Hauptwirkstoffe sind über 20 verschiedene, giftige Bitterstoffe (Cucurbitacine, welches hochoxidierte Triterpene sind) sowie andere Triterpene wie z.B. Bryonon- und Brynolsäure. Die perorale Einnahme von ungefähr 40 Beeren kann für Erwachsene tödlich enden. Als letale Dosis für Kinder gelten ungefähr 15 Beeren. Vergiftungserscheinungen können nach sechs bis acht Beeren auftreten. Bei entsprechender Giftaufnahme können schwere gastroenteritische Störungen mit Delirium und Krämpfen auftreten. Der Tod kann durch Atemlähmung innerhalb weniger Stunden erfolgen. Auch bei der Einnahme von Zubereitungen aus der frischen widerlich riechenden, ekelhaft bitter schmeckenden Zaunrübenwurzel sind ähnliche Vergiftungserscheinungen zu beobachten. Eine Berührung mit der Zaunrübe, insbesondere mit dem milchigen Saft der Wurzel, kann entzündliche, allergische Hauterscheinungen (Rötung, Hautblasen, pustulärer Hautausschlag) hervorrufen.Verwendung in der Pflanzenheilkunde
Die Arzneidroge wird aus der Zaunrübenwurzel (Bryonia-alba-Wurzel Synonyme: Gichtrübe, Faselrübe, Faulrübe, Heckenrübe, Hundsrübe, Sauwurzel, Tollrübe, Hundskürbiswurzel) gewonnen. Die Arzneidroge besitzt drastisch abführende, hypoglykämische, tumorhemmende und zellschädigende Wirkungen. Die Droge oder die daraus hergestellten Zubereitungen werden wegen der starken toxischen Wirkungen therapeutisch nicht genutzt und können auch nicht empfohlen werden. Spezielle Extrakte aus der Weißen Zaunrübe werden wegen ihrer immunstimulierenden Wirkung in einigen Fertigarzneimitteln verwendet. Die toxikologischen Nebenwirkungen bestehen bei diesen Präparaten nicht.Verwendung in Homöopathie/Anthroposophie
Das Homöopathikum Bryonia alba (Kürzel: Bry oder bry) wurde von Samuel Hahnemann geprüft und im zweiten Band seiner Reinen Arzneimittellehre veröffentlicht. Das Mittel wird aus dem gewonnenen Saft von den, in Alkohol angesetzten, frischen, vor der Blütezeit ausgegrabenen Weißen Zaunrübenwurzel hergestellt. Aus Sicht der Homöopathie ist Bryonia alba ein mit über 5500 Symptomen gut geprüftes Polychrest, welches häufig bei akuten Krankheiten (z.B. Zerrungen) wie auch vielen chronischen Beschwerden (z.B. Angst vor Armut) verabreicht wird. Aufgrund der Modalitäten (besser durch Liegen auf den schmerzhaften Stellen, Verschlechterung aller Beschwerden durch die geringste Bewegung, etc.) ist dieses Homöopathikum gut zu erkennen. Die ursprünglich von Hahnemann geprüfte Pflanze Bryonia alba wird heutzutage in der Homöopathie oft durch Bryonia dioica ausgetauscht. Der Buchautor und Homöopath Frans Vermeulen ist der Meinung, dass sich aufgrund teilweiser unterschiedlicher Gemütssymptome Bryonia alba homöopathisch nicht durch Bryonia dioica ersetzen lässt.Anthroposophische Medizin: Bei Verletzungen und trockenen Entzündungen im Bereich der
serösen Häute (trockene Entzündungen von Meningen, Pleura, Perikard,
Peritoneum, synoviale Membranen der Gelenke), besonders in Verbindung
mit stechenden, streng bewegungs- oder berührungsabhängigen Schmerzen.
Kommission C*:... Harmonisierung von Empfindungsorganisation und Lebensorganisation bei Entzündungen von serösen Häuten, z.B. Pleuritis, Bursitis, Arthritis und begleitende Schmerzzustände, entzündliche Ödeme; Begleitbehandlung bei Bronchopneumonie.
Arzneimittel: Bryonia WALA, WELEDA, Rezepturpräparat
Sonstiges
Als Droge war die Zaunrübe bereits den alten Griechen und Römer bekannt und wurde bei Gicht, Epilepsie, Lähmung, Schwindel, Hysterie, Wunden und Husten verabreicht. Auch Dioscurides und Hippokrates verwendeten die Arzneidroge. Dioscurides empfahl die Zaunrübenwurzel für Brandwunden. Bei Hippokrates wurde die Wurzel bei Wundstarrkrampf verabreicht. Der englische Kräuterexperte Nicholas Culpeper empfahl die Droge bei Husten, Schleimbildung sowie Kurzatmigkeit. In der Volksheilkunde wurde die Arzneidroge als Abführmittel, Brechmittel, Diuretikum, bei Rheuma, bei Erkrankungen des Verdauungstraktes und der Atemwege, bei Infektionen, bei Stoffwechselstörungen und bei Lebererkrankungen verabreicht. Aufgrund der erheblichen giftigen Nebenwirkungen ist vor Experimenten mit der Weißen Zaunrübe dringendst abzuraten.Literatur
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Gesellschaft Anthroposophischer Ärzte in Deutschland und der Medizinischen Sektion der Freien Hochschule für Geisteswissenschaft, Dornach, Schweiz - 2010 - 2. Auflage
- WELEDA AG: Arzneimittelverzeichnis 2009 - 2009 - Schwäbisch Gmünd
- Wendelberger, E. - Heilpflanzen. Erkennen, sammeln, anwenden. - 2003 - München, Wien, Zürich; ISBN: 978-3835403703
- Wichtl M. - Teedrogen und Phytopharmaka. Ein Handbuch für die Praxis auf wissenschaftlicher Grundlage - 2008 - 5. Auflage, Stuttgart; ISBN: 978-3804723696




































