Gemeine Wegwarte - Cichorium intybus

Familie: Asteráceae - Korbblütler

Cichorium intybus
Bildquelle: Bönisch 2009
Kategorie: Heilpflanze Gemüsepflanze Salatpflanze Teepflanze

Cichorium: Abl. unklar, arab. Pflanzenname; "Wegwarte"
intybus: lat. Name der Wegwarte, Endivie

andere Namen: Zichorie, Sonnenwedel, Hansl am Weg, Sonnenbraut, Wegeleuchte, Verwünschte Jungfer

Die Gemeine Wegwarte ist am 08.10.2008 zur Blume des Jahres 2009 bestimmt worden.

Die Gemeine Wegwarte (Cichorium intybus) ist eine Art aus der Gattung der Wegwarten in der Familie der Korbblütler (Asteraceae).
Die Gemeine Wegwarte ist eine mehrjährige krautige Pflanze, die Wuchshöhen von bis zu 150 Zentimetern erreicht. Sie bildet einen sparrigen, verästelten Stängel. Die grundständigen Laubblätter sind gezahnt.
Es werden körbchenförmige Blütenstände gebildet. Von Juli bis Oktober trägt sie blassblaue sitzende Zungenblüten. Hülle doppelt, die äußere fünfblättrig und abstehend, die innere achtblättrig. Die Schließfrüchtchen sind gekrönt mit einem Kranz kleiner, aufrechter Schuppen.Für den Betrachter der Wegwarte fällt vor allem auf, dass die Blüten nur während hellem Sonnenschein geöffnet sind – ganze Straßen können ihren Charakter durch das Schließen und Öffnen der Blüte der Wegwarte verändern. Die Blüten folgen zudem dem Lauf der Sonne.


Verbreitung/Vorkommem

Das Verbreitungsgebiet der Gemeinen Wegwarte ist neben ganz Europa Westasien und Nordwestafrika. Sie liebt warme, trockene und vollsonnige Standorte und ist oft an Weg- und Straßenrändern, auf Ödland und an Bahndämmen zu finden.

Inhaltsstoffe

Als Reservekohlenhydrat speichert die Gemeine Wegwarte in den Wurzeln Inulin. Die Bitterstoffe sind in erster Linie die beiden Sesquiterpenlactone Lactucin und Lactucopikrin. Weitere Inhaltsstoffe sind Aesculetin, Aesculin, Cichoriin, Umbelliferon, Scopoletin und 6,7-Dihydroxycumarin sowie weitere Sesquiterpenlactone und deren Glykoside.[

Verwendung in der Küche

Als Salat und Gemüsepflanze sind die jungem Sprosse, des sogenannten Chicorée beliebt, einer Varietät der Zichorien (Cichorium intybus var. sativum).
Auch beim Radicchio-Salat handelt es sich um eine Varietät der Zichorie (Cichorium intybus var. foliosum).
Die Endivie (Cichorium endivia) ist eine ein- bis zweijährige Art innerhalb der Gattung der Wegwarten (s.Cichorium endivia).
Ersatzkaffee (auch Kaffeeersatz, Muckefuck, Malzkaffee, Getreidekaffee, Gerstenkaffee oder Fruchtkaffee) ist ein kaffeeähnliches Getränk, das aus einer Mischung von verschiedenen Getreidesorten hergestellt wird und meist auch geröstete Zichorienwurzel enthält. Im Gegensatz zu echtem Kaffee enthält Getreidekaffee kein Koffein. Während des dritten Reichs (1933–1945) entstand der Begriff des löslichen "Kaffee-Surrogat-Extrakt". Dieses Produkt wurde staatlich verwaltet. Die staatliche Verwaltung bestand auch noch in den Anfängen der Bundesrepublik fort. Danach war die Marke Caro-Kaffee lange Zeit Marktführer. 1954 kam Caro, hergestellt aus Gerste, Malz, Zichorie und Roggen, als erstes Instant-Ersatzkaffeegetränk in Deutschland auf den Markt und verdrängte allmählich nicht-lösliche Marken.

Verwendung in der Pflanzenheilkunde

Diese Pflanzenart wird seit spätestens dem Mittelalter zur Arzneimittelherstellung genutzt. Sie ist möglicherweise unter dem Namen solsequium eine der Pflanzen aus der Landgüterverordnung Karls des Großen (der Name ist nicht eindeutig und wurde auch für Ringelblume, Löwenzahn und Johanniskraut verwandt).
Paracelsus empfiehlt sie bereits als schweißtreibend, Kneipp bei Magen- Darm- und Lebererkrankungen. In der Pflanzenheilkunde wird sie zur Stimulierung und zur Heilung von Milz (sie ist eines der wenigen Phytotherapeutika für die Milz), Leber und Galle eingesetzt, wird aber auch zur allgemeinen Reinigung bei Hautkrankheiten und Ekzemen angewendet. Laut Storl/Pfyl sind Präparate aus der Wegwarte auch in der Lage durch Kationenbindung Schwermetalle wie Kadmium, Blei und Quecksilber, aber auch Pestizide zu binden.

Verwendung in Homöopathie/Anthroposophie

Über die Sinnesanregung des Schmeckens werden die Bildung von Gallensäuren und Pankreassaft angeregt. Die Tätigkeit der Galle, Pankreas und Milz wird intensiviert.
Es wirkt somit auch günstig auf die Verdauung und auf Störungen der Darmflora.
Gemäß der anthroposophischen Menschen- und Naturerkenntnis gehören zu den Anwendungsgebieten: die Harmonisierung der Funktionseinheit von Leber und Galle; die Anregung der peptischen Abbau- und nachfolgenden Aufbauprozesse, z.B. Verdauungsschwäche mit Neigung zu Blähungen und Verstopfung; chronische Bronchitis; manische Verstimmungen, auch leichterer Art.
Kommission C* (s. Quellen):... Harmonisierung der Funktionseinheit von Leber und Galle; Anregung der peptischen Abbau- und nachfolgenden Aufbauprozesse, z.B.Verdauungsschwäche mit Neigung zu Blähungen und Obstipation; chronische Bronchitis.

Wikipedia User AndelWikipedia User AlvesgasparWikipedia User Fabelfroh

Literatur

- *Kommission C: Anthroposophische Aufbereitungsmonographien der Kommission C der Gesellschaft anthroposophischer Ärzte in Deutschland. - 1999 - Im Auftrag der medizinischen. Sektion am Goetheanum Dornach/Schweiz
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