![]() | ACHTUNG: Nicht pflücken, sammeln oder zertreten! Diese Pflanze ist geschützt und steht auf der Roten Liste Bayern! Kategorie V (Arten der Vorwarnliste) |
Steckbrief
Blütenfarbe: weiß;Höhe/Länge von 5cm bis 30cm
Blütezeit von 6 bis 8
Lebensdauer: ausdauerndes Kraut (Staude);
Blattstellung: Blätter gegenständig
Blattrand: gesägt;
Blütenform: disymmetrisch: mit 2 S. (Herzblume, Kreuzblütler)
Blütenstand: Traube
Behaarung: ganze Pflanze nicht oder nur wenig behaart
Verholzungsgrad: Stängel krautig
Systematik
Abteilung:Spermatóphyta - Samenpflanzen
Unterabteilung:
Angiospérmae - Bedecktsamer
Klasse:
Dicotyledóneae (Magnoliópsida) - Zweikeimblättrige
Unterklasse:
Rósidae - Rosenähnliche
Ordnungsgruppe:
Myrtiflórae - Myrtenblütige
Ordnung:
Myrtáles - Myrtenartige
Familie:
Onagráceae - Nachtkerzengewächse
Gattung: Circaea
Weitere Pflanzen der Gattung Circaea
![]() | Gewöhnliches Hexenkraut Circaea lutetiana |
| Mittleres Hexenkraut Circaea x intermedia |
>> Alle Pflanzen der Gattung Circaea
Alpen-Hexenkraut - Circaea alpina
Familie: Onagráceae - Nachtkerzengewächse![]() Bildquelle: Wikipedia User Wsiegmund |
Circaea: nach der Zauberin Kirke (gr. Mythologie); "Hexenkraut"
alpinus: alpin
andere Namen: Gebirgs-Hexenkraut, Kleines Hexenkraut
Das Alpen-Hexenkraut (Circaea alpina), ist eine sommergrüne und ausdauernde Pflanze und kommt entgegen ihrem Namen auch im Flachland vor. Es bildet unterirdische Ausläufer aus, die auch als Hibernakel bezeichnet werden. Seine Blüten werden von Insekten bestäubt, die Früchte bleiben durch Klettwirkung an Tieren haften.
Das Alpen-Hexenkraut wird nur etwa 4 cm bis 20 cm groß und bildet relativ dünne, am Ende knollig verdickte unterirdische Ausläufer aus. Dadurch bildet es oft zwar kleine, aber dichte Bestände. Der ebenfalls recht dünne, aufrechte Stängel ist nur oberseits etwas verästelt und ist höchstens zur Zeit der Blüte ein wenig flaumig behaart. Die Blätter sind am Grund herzförmig, sonst eiförmig bis rundlich geformt. An ihren Rändern sind diese mehr oder weniger oft scharf gezähnt. Die Blattspreite glänzt auf charakteristische Weise. Am Rhizom bildet die Pflanze zudem kleine, bleibende Niederblätter aus. Die Blütenstiele weisen schnell abfallende Tragblätter auf, die fast durchsichtig und sattgrün glänzend sind. Die Einzelblüten stehen zu mehreren in einer Schirmtraube zusammen durch die sich verlängernde Traubenachse. Die hakigen oder borstigen Kronblätter sind nur max. 2 mm lang und deutlich genagelt. Die Narbe ist kopfig. Die birnenartig geformten Nussfrüchte sind einfächrig und einsamig. Sie besitzen zudem lange hakenförmige Borsten.
Verbreitung/Vorkommem
Das Alpen-Hexenkraut blüht zwischen Juni und August in feuchten Laub- oder Nadelmischwäldern und kommt besonders in Schlucht- oder Auenwäldern vor. Es meidet kalkhaltige Böden. Es besitzt sein Schwerpunktvorkommen in der Pflanzenformation Bruch- und Auenwälder, sowie sein Hauptvorkommen in Laub- und Tannenwälder mittlerer Standorte. Es kommt in den gemäßigten Klimazonen der südlichen und nördlichen Hemisphäre vor (circumpolar) vom Flach- bis in montane Regionen der Gebirge. In ganz Deutschland und Europa ist es jedoch nur wenig verbreitet. In einigen Bundesländern steht es sogar auf der Roten Liste der Gefäßpflanzen. Im Saarland sind seine Bestände sogar ganz verschwunden.Sonstiges
Die Pflanze hatte früher eine ethnobotanische Bedeutung als Zauberpflanze. Es wurde vor allem als psychoaktives Aphrodisiakum genutzt. Der Name Circaea ist der griechischen Zauberin Circe angelehnt, die eine besonders fesselnde Wirkung auf Männer ausstrahlen soll (bezirzen). Wahrscheinlich ist dies eine Anlehnung an die Klettfrüchte, die schnell an Kleidung haften bleiben.Literatur
- *Kommission C: Anthroposophische Aufbereitungsmonographien der Kommission C der Gesellschaft anthroposophischer Ärzte in Deutschland. - 1999 - Im Auftrag der medizinischen. Sektion am Goetheanum Dornach/Schweiz
- Bärtels, A.: Farbatlas Tropenpflanzen-Zier und Nutzpflanzen - 1996 - Stuttgart; ISBN: 978-3800134809
- Buttler, K. P.: Steinbachs Naturführer: Orchideen - Die wildwachsenden Arten und Unterarten Europas, Vorderasiens und Nordafrikas.
- 1986 - München; ISBN: 978-3576105591
- Finkenzeller X. & Grau J.; Steinbachs Naturführer ,Alpenblumen - 1985 - 1. Auflage, München
- Fintelmann V. & Weiss R.-F. Lehrbuch der Phytotherapie - 2005 - 11. Auflage, Stuttgart; ISBN: 978-3830453451
- Franke, W. - Nutzpflanzenkunde - 1992 - 5. Auflage, Stuttgart; ISBN: 978-3135304052
- Genaust H. -etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen - 1996 - 3. Auflage, Hamburg; ISBN: 978-3764323905
- Harz K. -Bäume und Sträucher: Blätter, Blüten, Früchte der heimischen Arten - 1990 - 6. Auflage, München; ISBN: 978-3835404793
- Holzer S. Permakultur: Praktische Anwendung in Garten, Obst- und Landwirtschaft - 2004 - 3 Auflage, Graz; ISBN: 978-3702010379
- Kremer B.: Bäume (Laub-und Nadelbäume) - 1992 - 1. Auflage, Stuttgart
; ISBN: 978-3440064078
- Kreuter M.-L. Kräuter und Gewürze aus dem eigenen Garten - 2009 - 8. Auflage, München; ISBN: 978-3835403246
- Kreuter M.-L.: Biologischer Pflanzenschutz - 2001 - 08. Auflage, München; ISBN: 978-3405160562
- Kreuter M.-L.; Der Biogarten - 2007 - 23. Auflage, München; ISBN: 978-3835404847
- Oberdorfer E. - Pflanzensoziologische Exkursionsflora - 1994 - 7. Auflage, Stuttgart; ISBN: 978-3800131310
- Raven Peter H.: Biologie der Pflanzen - 2006 - 4 Auflage ; ISBN: 978-3110185317
- Rothmaler W. - Exkursionsflora von Deutschland 2: Gefäßpflanzen. Grundband: BD 2 - 1996 - 16. Auflage, Jena, Stuttgart; ISBN: 978-3827416001
- Rothmaler W. - Exkursionsflora von Deutschland Band 3 - 1994 - 9. Auflage, Jena, Stuttgart; ISBN: 978-3827418425
- Schauer T. & Caspari C. - Der farbige BLV Pflanzenführer - 1990 - 2. Auflage, München; Wien; Zürich; ISBN: B002CZVT1A
- Schauer T. & Caspari C.: Der BLV Pflanzenführer für unterwegs - 2008 - 2 Auflage, München; ISBN: 978-3-8354-0354-3
- Schönfelder, B. & Fischer J. - Welche Heilpflanze ist das?: Heilpflanzen, Giftpflanzen, Wildgemüse - 1976 - 18 Auflage, Stuttgart; ISBN: 978-3440047804
- Senghas, K. & Seybold, S.: Schmeil - Fitschen. Flora von Deutschland und angrenzender Länder. Ein Buch zum Bestimmen der wildwachsenden und häufig kultivierten Gefäßpflanzen - 2000 - 91. Auflage, Wiebelsheim; ISBN: 978-3494014685
- Steinegger E.& Hänsel R.: Pharmakognosie - 1992 - 4. Auflage, Berlin-Heidelberg; ISBN: 978-3540342564
- Vademecum Anthroposophische Arzneimittel
Gesellschaft Anthroposophischer Ärzte in Deutschland und der Medizinischen Sektion der Freien Hochschule für Geisteswissenschaft, Dornach, Schweiz - 2010 - 2. Auflage
- WELEDA AG: Arzneimittelverzeichnis 2009 - 2009 - Schwäbisch Gmünd
- Wendelberger, E. - Heilpflanzen. Erkennen, sammeln, anwenden. - 2003 - München, Wien, Zürich; ISBN: 978-3835403703
- Wichtl M. - Teedrogen und Phytopharmaka. Ein Handbuch für die Praxis auf wissenschaftlicher Grundlage - 2008 - 5. Auflage, Stuttgart; ISBN: 978-3804723696




































