Aufrechte Waldrebe - Clematis recta

Familie: Ranunculáceae - Hahnenfußgewächse

Clematis recta
Bildquelle: Wikipedia User Jeekc
Kategorie: Heilpflanze Kletterpflanze

Clematis: gr. klema = Ranke (Wuchsform); "Waldrebe"
reclinatus: zurückgebogen

Die Aufrechte Waldrebe (Clematis recta) ist eine in Mitteleuropa selten vorkommende Art der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae).
Die mehrjährige krautige Pflanze ist eng mit der in Mitteleuropa verbreitet vorkommenden Gemeinen Waldrebe verwandt. Sie unterscheidet sich jedoch von dieser unter anderem durch den nicht kletternden, sondern aufrechten Wuchs.

Die Aufrechte Waldrebe erreicht meist Wuchshöhen zwischen 50 und 150 cm. Der Stängel ist selten an der Basis etwas verholzt. Die Laubblätter sind unpaarig gefiedert, gegenständig und erreichen Längen von etwa 20 cm. Die 3 bis 5 cm langen Teilblättchen sind eiförmig zugespitzt und fast immer ganzrandig.
Die Blüten wachsen in endständigen, rispenförmigen Scheindolden. Sie sind reichblütig und stehen aufrecht vom Stängel ab. Die vier Perigonblätter sind weißlich, länglich geformt und abgestumpft. Sie sind nur am Rande etwas filzig behaart.
Clematis recta bringt zahlreiche Früchte hervor, die mit etwa 2 cm langen, federig behaarten Griffeln versehen sind.
Die Art blüht vorwiegend in den Monaten Juni und August.


Verbreitung/Vorkommem

Die Aufrechte Waldrebe kommt von Süd-, Ost- und Mitteleuropa bis ins nördliche gemäßigte Asien vor. Sie ist ein submediterran-eurasisch-kontinentales Florenelement.
In Deutschland ist die Art selten vor allem in Mittelthüringen, im Tauber- und Maingebiet sowie im östlichen Donaugebiet zu finden. Nach BArtSchV wird sie als gefährdet eingestuft.
In Österreich findet man Clematis recta zerstreut bis selten in collinen bis submontanen Lagen. Sie ist in den nördlichen Alpen und in deren Vorland gefährdet.
In der Schweiz kommt die Aufrechte Waldrebe nur im Mittelwallis und im Tessin vor.

Verwendung in der Pflanzenheilkunde

Die Aufrechte Waldrebe ist eine alte Volksarzneipflanze und wird auch in der Homöopathie unter anderem bei Hautausschlägen verwendet. Der Saft der frischen Pflanze reizt die Schleimhäute stark und führt zu Blasenbildung auf der Haut. Daher wurde sie in früheren Zeiten von Bettlern manchmal zum Vortäuschen von Hautkrankheiten benutzt.

Verwendung in Homöopathie/Anthroposophie

In der anthroposophischen Medizin bei Infektanfälligkeit nach Epstein-Barr-Virus-Infektion
und unspezifisch bei entzündlich bedingter Urethralstenose.
Arzneimittel: Clematis recta von WELEDA

Literatur

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