Maiglöckchen - Convallaria majalis

Familie: Asparagaceae - Spargelgewächse
Steckbrief | Systematik
Kategorie: Heilpflanze Garten Giftpflanze Duftpflanze Schnittblume Alpenpflanze Pionierpflanze

Maiglöckchen - Convallaria majalis
Maiglöckchen - Convallaria majalis
Bildquelle: Wikipedia User FoeNyx; Bildlizenz: CC BY-SA 3.0;

Convallaria: lat. convallis = rings umschlossenes Tal (im Tal wach­sen­de Pflanze); "Maiglöckchen"
majalis: Mai (Blütezeit)

Die Stadt Drossen (heute Osno Lubuskie, PL) war bis 1945 wegen der dortigen Maiglöckchenzucht als die „Maiblumenstadt“ bekannt.

Maiglöckchen - Convallaria majalis; Bildquelle: <a href="http://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Prof. Dr. Otto Wilhelm Thom Flora von Deutschland, Österreich und der Schweiz 1885, Gera, Germany">Prof. Dr. Otto Wilhelm Thom Flora von Deutschland, Österreich und der Schweiz 1885, Gera, Germany</a>; Bildlizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/publicdomain/deed.de" target=_blank title="Public Domain">Public Domain</a>; Maiglöckchen - Convallaria majalis; Bildquelle: <a href="http://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Wikipedia User Jed">Wikipedia User Jed</a>; Bildlizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de" target=_blank title="Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported (CC BY-SA 3.0)">CC BY-SA 3.0</a>;

Beim Maiglöckchen handelt es sich um eine ausdauernde, krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 10 bis 25 cm erreicht. Es besitzt ein bis zu 50 cm tief wurzelndes Rhizom als Speicher- und Überdauerungsorgan und wird daher botanisch zu den Rhizomgeophyten gezählt. Das relativ dünne, kriechende und ausläuferartige Rhizom verzweigt sich monopodial. Die oberirdischen Sprosse bilden sich daher jeweils hinter der Rhizomspitze. Mit Hilfe ihrer anfangs kegeligen Form durchbrechen die jungen Triebe im Frühjahr den Erdboden.

Der ansonsten unbeblätterte, aufrecht wachsende und kantige Stängel wird von meist zwei langgestielten Laubblättern scheidig eingehüllt. Die Länge der Blätter entspricht in etwa der des Stängels. Die ganzrandige Blattspreite ist breit-lanzettlich geformt und läuft in einer kurz zugespitzten Blattspitze aus. Eine Behaarung wird nicht ausgebildet.
Blattober- und Blattunterseite zeigen eine dunkelgrüne Färbung, die Blattoberseite ist deutlich glänzend. Zum Blattgrund hin verschmälert sich das Blatt in den scheidenförmigen Blattstiel, wobei der Blattstiel des niedriger stehenden Blattes den des höher stehenden Blattes scheidenförmig umschließt. Zusätzlich umhüllen mehrere sich umfassende häutige Niederblätter scheidig die Basis der Blattstiele.

Zwischen April und Juni entwickeln sich in einem mehr oder weniger einseitswendigen traubigen Blütenstand fünf bis zehn nickende, breitglockige Blüten. Kennzeichnend für die reinweißen Blüten des Maiglöckchens ist der charakteristische, intensiv süßliche Duft, mit dem potenzielle Bestäuber angelockt werden.
Blüten am Stielchen mit Bractee

Die Blüten hängen an einem 5 bis 9 mm langen stielrunden Blütenstielchen. Jede Blüte wird von einer häutigen, lanzettförmigen Bractee gestützt, die in etwa halb so lang wie das Blütenstielchen ist und dieses an der Basis umhüllt. Die Blütenhülle des Maiglöckchens ist einheitlich gestaltet und, wie bei der Familie der Mäusedorngewächse weit verbreitet, erfolgt keine Unterteilung in Kelch und Krone. Die sechs 5 bis 9 mm langen Perigonblätter sind bis auf sechs kurze, zurückgebogene Zipfel glockenförmig miteinander verwachsen. Die Blütenhülle umgibt zwei Kreise mit je drei Staubblättern. Diese bestehen aus kurzen, meist schwach rötlich gefärbten Staubfäden und zweifächrigen gelben Staubbeuteln. Die Staubbeutel öffnen sich auf beiden Seiten von oben nach unten mit einer Längsspalte um den Pollen zu entlassen. Die Staubgefäße säumen den rundlichen, oberständigen Fruchtknoten, der in drei Fächer unterteilt ist. Jedes Fach beinhaltet vier bis acht Samenanlagen. Den kurzen, dicken Griffel schließt eine kleine Narbe ab. Die Blüte des Maiglöckchens ist zwittrig, d.h. sie enthält Staub- und Fruchtblätter in einer Blüte.


Standort

Das Maiglöckchen bevorzugt sommerwarme Klimalagen und halbschattige Standorte. Es gedeiht sowohl auf kalkreichen als auch auf sauren Böden. In sehr schattigen Waldlagen bildet die Pflanze oftmals nur Blätter, jedoch keine Blüten aus. Die Ausbreitung erfolgt hier überwiegend vegetativ über die Wurzelausläufer. Das Maiglöckchen ist ein Mullbodenkeimer und ist hierbei auf Wurzelpilze angewiesen.

Das gesellig wachsende Maiglöckchen gilt als Klassen-Charakterart der Buchen- und sommergrünen Eichenwälder Europas. In trockenen bis leicht feuchten, lichten Laubwäldern, insbesondere in Buchen-und Eichenwäldern mittleren Artenreichtums und lichten Kiefernwäldern bildet es oft dichte Bestände aus. Im Gebirge ist das Maiglöckchen bis in Höhenlagen von 1900 m auf Bergmatten, Geröllhalden und in lichten Gebüschen beheimatet.
Das Maiglöckchen gilt als Kennart des Maiglöckchen-Haselgebüschs (Convallario-Coryletum), eine Assoziation, die dem Verband Wärmeliebende Gebüsche (Berberidion) zugeordnet ist. Das bisher nur aus dem Schweizer Jura bekannt gewordene Gebüsch wird von der Hasel dominiert und entwickelt sich als Pioniergesellschaft auf Kalkböden potenziell natürlicher Ahorn-Linden-Wälder. Es besiedelt gewöhnlich hochkolline bis montane Lagen und tritt dort als Waldmantel in Erscheinung. Neben den Kennarten Hasel und Maiglöckchen bilden Gemeiner Efeu (Hedera helix), Alpen-Kreuzdorn (Rhamnus alpina) und insbesondere die (sub-)mediterranen Arten wie Gemeine Pimpernuss (Staphylea pinnata), Strauch-Kronwicke (Coronilla emerus) und Gemeine Schmerwurz (Tamus communis) die diagnostischen Sippen.

Verbreitung/Vorkommen

Das Maiglöckchen ist in fast ganz Europa und im gemäßigten Asien heimisch und weit verbreitet. In Nordamerika gilt es als eingebürgert. Im südeuropäischem Raum sind seine Bestände gewöhnlich auf Gebirgslagen begrenzt. Zuchtformen des Maiglöckchens, wie z.B. die blass-rosa blühende 'Rosea', sind jedoch weltweit verbreitet

Das gesellig wachsende Maiglöckchen gilt als Klassen-Charakterart der Buchen- und sommergrünen Eichenwälder Europas. In trockenen bis leicht feuchten, lichten Laubwäldern, insbesondere in Buchen-und Eichenwäldern mittleren Artenreichtums und lichten Kiefernwäldern bildet es oft dichte Bestände aus. Im Gebirge ist das Maiglöckchen bis in Höhenlagen von 1900 m auf Bergmatten, Geröllhalden und in lichten Gebüschen beheimatet.
Das Maiglöckchen gilt als Kennart des Maiglöckchen-Haselgebüschs (Convallario-Coryletum), eine Assoziation, die dem Verband Wärmeliebende Gebüsche (Berberidion) zugeordnet ist. Das bisher nur aus dem Schweizer Jura bekannt gewordene Gebüsch wird von der Hasel dominiert und entwickelt sich als Pioniergesellschaft auf Kalkböden potenziell natürlicher Ahorn-Linden-Wälder. Es besiedelt gewöhnlich hochkolline bis montane Lagen und tritt dort als Waldmantel in Erscheinung. Neben den Kennarten Hasel und Maiglöckchen bilden Gemeiner Efeu (Hedera helix), Alpen-Kreuzdorn (Rhamnus alpina) und insbesondere die (sub-)mediterranen Arten wie Gemeine Pimpernuss (Staphylea pinnata), Strauch-Kronwicke (Coronilla emerus) und Gemeine Schmerwurz (Tamus communis) die diagnostischen Sippen.

Das Maiglöckchen bevorzugt sommerwarme Klimalagen und halbschattige Standorte. Es gedeiht sowohl auf kalkreichen als auch auf sauren Böden. In sehr schattigen Waldlagen bildet die Pflanze oftmals nur Blätter, jedoch keine Blüten aus. Die Ausbreitung erfolgt hier überwiegend vegetativ über die Wurzelausläufer. Das Maiglöckchen ist ein Mullbodenkeimer und ist hierbei auf Wurzelpilze angewiesen.

Giftigkeit

Die Inhaltsstoffe des Maiglöckchens sind wie alle herzwirksamen Cardenolide sehr giftig. Bei Einnahme zu großer Mengen kann Übelkeit auftreten sowie Herzrhythmusstörungen.

Inhaltsstoffe

Das Maiglöckchen ist wegen der in der Pflanze enthaltenen Glykoside zugleich Gift- und Heilpflanze. Die Glykoside des Maiglöckchens wirken ähnlich wie die Digitalisglykoside des Roten Fingerhuts. Die Inhaltsstoffe der Pflanze werden nicht nur in der traditionellen Heilkunde, sondern teilweise auch in der evidenzbasierten Medizin eingesetzt.

Die Maiglöckchen enthalten sekundäre Pflanzenstoffe, die schon seit dem Mittelalter eine Rolle in der Medizin als pflanzliche Heilmittel spielen. Prinzipiell werden dabei die Auszüge aus:

* den Wurzeln (Radix) Radix Convallariae
* den Blättern (Herba) Herba Convallariae
* und den Blüten (Flos) Flores Convallariae

unterschieden. Insbesondere sind es die herzwirksamen Steroide (Cardenolide) bzw. deren Glykoside die als Herzglykoside im Zentrum des Interesses stehen. Zu nennen seien hier unter anderem Convallatoxin, Convallatoxol, Lokundjosid und das Convallosid. Insbesondere das letzte ist möglicherweise mit dem Inhaltsstoff g-Strophanthin identisch. Saponine und Flavonoide runden das Bild ab.

Verwendung in der Pflanzenheilkunde

Die Maiglöckchenpräparate werden als sogenannte Kardiaka bei der Herzinsuffizienz und Herzschwäche eingesetzt.
Die Wurzeln, Blätter und Blüten des Maiglöckchens werden als wertvolle Heilmittel geschätzt. Vor allem die herzwirksamen Steroide (Cardenolide) sind bis heute von heilkundlichem Interesse (Dr.Loges).

Verwendung in Homöopathie/Anthroposophie

Ab der homöopathischen Verdünnung von D1 lässt sich die Wirkkraft von Convallaria majalis zur Stärkung des Herzens erfolgreich nutzen.

Arzneimittel

cor-loges® Injektionslösung Dr.Loges

enthält die homöopathischen Wirkstoffe Crataegus D4, Convallaria majalis D4, Scilla D4 und Lachesis D10.

cor–loges® wird zur Begleittherapie bei Herzschwäche eingesetzt, d.h. bei verminderter Leistungsfähigkeit des Herzens, Herzmuskelschwäche, Herzinsuffizienz und Altersherz sowie den dadurch ausgelösten Beschwerden (z. B. Müdigkeit und Ödeme).
Der Wirkstoff Convallaria majalis in der Potenz D4 hilft auf sanfte Weise, die Herzleistung zu fördern (Dr.Loges).
Die Anwendungsgebiete leiten sich von den homöopathischen Arzneimittelbildern ab. Dazu gehört: Begleittherapie bei Herzschwäche. Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie bitte die Packungsbeilage oder fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

Maiglöckchen - Garten/Anbau

Lichtanspruch: Halbschatten;
Boden Beschaffenheit: +/- humoser Boden; lehmiger Boden / Lehmboden; Mullboden; sandiger Boden / Sandboden; steiniger Boden / Kies / Grus;
Boden PH-Wert: mäßig sauer; mild;
Boden Feuchte: frisch; mäßig trocken;
Boden Nährstoffgehalt: basenreich; mäßig nährstoffreich;

Das Maiglöckchen wird auch als Schnittblume und für Topfpflanzen angebaut. Bei der vegetativen Vermehrung durch Teilung der Rhizome ist zu beachten, dass im ersten Jahr, wenn das „Auge“ austreibt, nur Blätter gebildet werden; erst im zweiten Jahr entwickeln sich dann die Blüten. Ein geübter Blick erkennt vegetative und blühfähige Rhizomteile, sie müssen entsprechend sortiert werden, damit nur blühfähige Rhizomteile in die „Treiberei“ kommen. Maiglöckchen findet man auch in vielen Parks und Gärten.

Sonstiges

Früher war es für bedeutende Ärzte üblich, sich mit bestimmten medizinischen Symbolen portraitieren zu lassen; als Symbol für die Heilkunde fungierte oft das Maiglöckchen. So hat sich z. B. Nikolaus Kopernikus mit einem Maiglöckchen in der Hand abbilden lassen; dieses Bild ist nur erklärlich, wenn man weiß, dass der so berühmte Astronom auch Medizin studierte und diesen Beruf bis zu seinem Tode in Frauenburg ausübte. Dieses Bild, gemalt von Tobias Stimmer (1534-1584), hängt im Straßburger Münster neben der bekannten astronomischen Uhr. Eine weitere Abbildung von Kopernikus mit einem Maiglöckchen in der Hand ist in der englischen Version von Nikolaus Kopernikus aufgeführt.

Darüber hinaus zählte das Maiglöckchen in der christlichen Ikonographie neben der Lilie, der Rose und anderen Pflanzen zu den sogenannten Marienblumen; mit seinen kleinen weißen, nickenden Blüten war es Symbol für die keusche Liebe, die Demut und die Bescheidenheit von Maria. Entsprechend ist das Maiglöckchen auf den Gemälden meist unauffällig und klein am unteren Bildrand dargestellt; ein typisches Beispiel dafür ist das bekannte Gemälde Paradiesgärtlein von einem unbekannten Meister aus dem 15. Jahrhundert.

Literatur




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