Korallenwurz - Corallorhiza trifida

Familie: Orchidáceae - Knabenkrautgewächse (Orchideen)

Corallorhiza trifida
Bildquelle: Wikipedia User BerndH
Kategorie: mykoheterotrophe Pflanze

Corallorhiza: gr. korallion = Koralle, gr. rhizos = Wurzel (wg. der Ko­ral­len­form der Wur­zeln); "Korallenwurz"
trifidus: dreispaltig

andere Namen: Corallorrhiza ericetorum Drejer (1843), Corallorrhiza intacta Cham. & Schltdl. (1828), Corallorrhiza innata R.Br. in W.T.Aiton (1813)

Die Korallenwurz (Corallorrhiza trifida) gehört zur Familie der Orchideengewächse (Orchideaceae).
Die Korallenwurz ist eine mykoheterotrophe Pflanze ohne oder mit nur wenig Chlorophyll.

Diese Orchideen-Art, wie auch die Vogel-Nestwurz (Neottia) und der Widerbart (Epigogium) ...sind dauernd auf ihre Mykorrhizapilze angewiesen und parasitieren also gewissermaßen auf ihnen ...; man hat das früher vereinfacht als Saprophyten bezeichnet. (Saprophyten sind jedoch nur Bakterien und Pilze und keine Pflanzen).

Die Korallenwurz ist eine ziemlich unscheinbare, zierliche, mehrjährig und krautig wachsende Pflanze. Sie hat keine Laubblätter, sondern nur wenige dem Stängel anliegende Schuppenblätter. Das Rhizom ist ausdauernd und hat eine korallenartige Form. An manchen Standorten neigen diese Pflanzen durch Verzweigung des Rhizoms zur Horstbildung.

Die zwei bis zwölf winzigen Blüten (nur 5 mm lang) sind wie die ganze Pflanze gelblichgrün gefärbt. Die Blütenhüllblätter stehen schräg nach vorne ab, die zungenförmige Lippe (Labellum) mit zahnartigen Seitenlappen ist weißlich und mit roten Punkten versehen.

Die Blütezeit dieser Art erstreckt sich insgesamt von Ende April bis in den August hinein, differiert aber sehr stark innerhalb des Verbreitungsgebietes. So beginnt die Art in den Buchenwäldern der Mittelgebirge schon Ende April zu blühen. Die Blütezeit dauert nur etwa drei Wochen. In den polaren Regionen sowie im Hochgebirge, wo sie bis in Höhen über 2000 m NN vorkommt, blüht sie dagegen erst im Hochsommer.

Die Korallenwurz blüht allerdings nicht jedes Jahr und bleibt daher oft an den Wuchsorten unsichtbar.

Von der Korallenwurz wurden zwei Varietäten beschrieben:

* Corallorrhiza trifida var. verna (Nutt.) Fernald (1946)
* Corallorrhiza trifida var. virescens (Drejer) Farw. (1941)


Verbreitung/Vorkommem

Die Korallenwurz kommt im Gebirge und in Nordeuropa vor allem in feuchten Nadelwäldern vor, im Mittelgebirge dagegen in Buchen- und Laubmischwäldern auf mäßig trockenen bis humiden Böden vor. Sie wächst gern an pflanzenarmen, moosigen oder laubbedeckten Stellen. Die Korallenwurz wächst sowohl auf kalkhaltigen als auch auf sauren Böden. Die Art gilt als Schattenzeiger.

Sie findet sich in den Pflanzengesellschaften

* Verband Luzulo-Fagion
* Verband Galio rotundifolii-Abietion

(Aufschlüsselung siehe: Pflanzensoziologische Einheiten nach Oberdorfer)

Die Korallenwurz kommt als einzige Art der Gattung Korallenwurzen (Corallorrhiza) in Europa vor. Daher wird sie manchmal auch als Europäische Korallenwurz bezeichnet (in Nordamerika kommen weitere, auch größere Arten vor). Das Verbreitungsareal der Korallenwurz erstreckt sich zirkumpolar über die temperaten, borealen und arktischen Zonen der Nordhalbkugel. In Europa ist sie vor allem in Skandinavien und in den Gebirgen heimisch. Sie ist eine von fünf Orchideenarten, die sogar auf Grönland gefunden wurden. Je südlicher sie in Europa vorkommt, desto stärker wird die Bindung an höhere Gebirgslagen. Bereits in den deutschen Mittelgebirgen ist sie nicht in Tieflagen zu finden.

Nach dem Orchideenkundler Karl-Peter Buttler ist es ein Florenelement der meridional/montanen, submeridional/montanen, temperaten, borealen und arktischen Florenzone.
In Deutschland zeigen sich deutliche Verbreitungsschwerpunkte: Zum einen in den Alpen und im Alpenvorland, dann in der Schwäbischen und Fränkischen Alb und schließlich von der Rhön nach Thüringen.
Außerhalb dieser Gebiete tritt sie nur sehr zerstreut auf. Im Nordwesten und Norden fehlt sie ganz.

Sonstiges

Die Korallenwurz hat einen Karyotyp von zwei Chromosomensätzen und jeweils 21 Chromosomen (Zytologie: 2n = 42).

Der Same dieser Orchidee enthält keinerlei Nährgewebe für den Keimling. Die Keimung erfolgt daher nur bei Infektion durch einen Wurzelpilz (Mykorrhiza). Die Dauer von der Keimung bis zur Entwicklung der blühfähigen Pflanze konnte noch nicht hinreichend bestimmt werden.

Die Korallenwurz bleibt zeitlebens von der Versorgung durch die Mykorrhiza abhängig, da sie keine grünen Blätter und auch nur sehr wenig Chlorophyll besitzt (Vollmykotrophie bzw. Mykoheterotrophie).

Selbst-und Insektenbestäubung

Wikipedia User Orchi

Literatur

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