Zottiges Weidenröschen - Epilobium hirsutum

Familie: Onagráceae - Nachtkerzengewächse

Epilobium hirsutum
Bildquelle: Leo Michels, Untereisesheim
Kategorie: Wildgemüse Staude

Epilobium: gr. epi = darüber, auf, lobos = Hülse, Frucht (wg. der Po­si­tion der Blüten); "Weidenröschen"
hirsutus: haarig

Die mehrjährige krautige Pflanze erreicht Wuchshöhen von etwa 50 bis 150 Zentimetern erreicht. Der reich verzweigte Stängel ist durch abstehende Drüsenhaare dicht und weich behaart und fühlt sich beim Anfassen kühl an. Die Ausbildung der Behaarung ist standortabhängig. Aus den Achselknospen der unteren Stängelteile entwickeln sich bald fleischige Ausläufer von bis zu 30 Zentimeter Länge.

Die lanzettlichen Blätter besitzen an den Rändern starke Zähnchen. Die unteren Blätter sind fast kreuzgegenständig, die restlich wechselständig angeordnet. Die Blätter sind sitzend und halb stängelumfassend oder mit der Basis am Stängel leicht herablaufend. Sie werden ein bis zwei Zentimeter breit und sechs bis 12 Zentimeter lang.

Es besitzt radiärsymmetrische, purpur-rote Blüten. Ihre Blütenkronblätter können bis zu 2 cm lang sein. Die Blüten sind meist vormännliche „Trichterblumen“ und selbststeril. Im Gegensatz zu anderen Epilobium-Arten sind die Blüten auch bei Regen aufrecht und geöffnet. Die Samen sind leichter als Wasser und können mehrere Wochen schwimmen.


Verbreitung/Vorkommem

Das Zottige Weidenröschen wächst zerstreut in Staudenfluren an Bächen, Gräben, Quellen und im Saum von Weidengebüsch. Es liebt lehmige, etwas kalkhaltige Böden. Nach Ellenberg ist es eine Halblichtpflanze, ein Mäßigwärmezeiger, intermediär-kontinental wachsend und eine Verbandscharakterart der Zaunwindengesellschaften (Convolvulion=Calystegion sepium).

Gelegentlich wird die Art als Zierpflanze kultiviert.

Sonstiges

Außer durch Samen vermehrt sich die Art vegetativ durch die dicken, weißlichen, mit Niederblättern besetzten, weithin kriechenden „Wurzelstöcke“. So besiedelt sie bereits vor der Blüte gemähte Feuchtwiesen. Das Vieh verschmäht die Blätter und Stängel sowohl frisch als auch im Heu. Die Drüsenhaare und Nadelkristalle in den Blattzellen wirken als Fraßschutz.

Literatur

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