Garten-Senfrauke - Eruca sativa

Familie: Brassicáceae - Kreuzblütler

Eruca sativa
Bildquelle: Leo Michels 2006
Kategorie: Ölpflanze Salatpflanze Mischkultur Guerilla Gardening

Eruca: Abl. unklar, lat. Pflanzenname für eine Kohlart; "Rauke"
sativus: gesät, angepflanzt

andere Namen: Rucola

Die Garten-Senfrauke wurde bereits in römischer Zeit im Mittelmeerraum als Nahrungsmittel genutzt und wurde sogar als Aphrodisiakum betrachtet.

Im August 2009 wurde in einer abgepackten Rucola-Salatmischung eines Lebensmitteldiscounters das giftige Greiskraut entdeckt.
Unsere Lösung des Problems: Wer das Kraut gerne isst, der sollte Rucola im Garten oder Balkon selber anbauen - die Pflanze ist pflegeleicht und wächst unkrautartig!


Die Garten-Senfrauke (Eruca sativa) ist eine einjährige (bis zweijährige) Pflanze aus der Familie der Kreuzblütengewächse (Brassicaceae). Sie wird unter der Bezeichnung Rucola zum Verzehr in Salaten verwendet.

Die Blätter der Garten-Senfrauke sind buchtig fiederteilig und haben auf jeder Seite zwei bis vier Fiederabschnitte, die meist ganzrandig, manchmal aber auch gezähnt sind. Den Abschluss des Blatts bildet ein einzelner, gegenüber den seitlichen deutlich vergrößerter Abschnitt. Die Blätter sind meist kahl, gelegentlich mit einzelnen Haaren auf der Blattoberfläche. Sie entwickeln beim Zerreiben einen intensiven Geruch, der je nach persönlichem Empfinden als „würzig aromatisch“ bis „eigenartig unangenehm“ beschrieben wird.

Der aufrechte Stängel erreicht eine Höhe von 15 bis 50 Zentimetern. Er ist meist verzweigt, kantig gestreift und zumindest im unteren Teil rauflaumig, seltener auch nur sehr wenig behaart. Die Stängelblätter stehen wechselständig und sind deutlich kleiner als die Grundblätter. Der Blattgrund umfasst den Stängel nicht.

Die Blüten stehen am Ende des Stängel und ggf. der Seitenzweige in einer lockeren, nicht allzu reichblütigen Traube. Die Blütenstiele sind drei bis acht Millimeter lang und damit deutlich kürzer als der Blütenkelch. Die vier Kelchblätter sind dunkel braunviolett und liegen der Blüte röhrig an. Sie sind schmal-eiförmig und haben an ihrem stumpfen Ende einen manchmal doch recht undeutlichen weißen Hautrand. Die vier Kronblätter sind weiß mit einer gelblichen Tönung und haben deutliche, braunviolette Adern. Sie sind benagelt, d.h. der von den Kelchblättern verdeckte Teil ist stielartig verschmälert. Die gesamte Blüte ist gut ein bis drei Zentimeter lang. Die Garten-Senfrauke blüht vom Mai bis in den Spätsommer.

Als Früchte werden leicht zusammengedrückte Schoten ausgebildet, die dem Stängel anliegen. Sie wird 20 bis 35 Millimeter lang und drei bis fünf Millimeter dick. An ihrem Ende findet sich ein fünf bis neun Millimeter langer, abgeflachter Schnabel. Die Samen der Garten-Senfrauke haben ein 1000-Korn-Gewicht von 2 Gramm.


Verbreitung/Vorkommem

Die Garten-Senfrauke Eruca sativa stammt aus dem Mittelmeerraum. In Mitteleuropa wird sie vereinzelt in Privatgärten und in kleinerem Umfang auch im Erwerbsgartenbau als Kulturpflanze angebaut. Von dort ist sie selten verwildert und dann an ruderalen Standorten (Ödland, Wegränder, Schuttplätze etc.) anzutreffen. Gelegentlich gelangt sie auch als Verunreinigung in Saatgut unbeabsichtigt auf Äcker. Sie bevorzugt nährstoffreichen Sand- oder Lehmboden. In Mitteleuropa gedeiht sie bisher als Wildpflanze nur unbeständig. „Flora helvetica“ nennt für die Schweiz etablierte Bestände im Rhonetal.

Verwendung in der Küche

Für die Nutzung als Salatpflanze (Rucola) werden die grundständigen Blätter vor Austrieb des Stängels geerntet.Die Samen dienten und dienen auch heute noch der Ölgewinnung. Insbesondere aus Indien ist der Anbau von Eruca sativa zu diesem Zweck bekannt, hat aber keine nennenswerte wirtschaftliche Bedeutung. Das Öl wird vor allem für industrielle Zwecke verwendet.

Verwendung in der Pflanzenheilkunde

In der traditionellen Volksheilkunde gilt die Garten-Senfrauke als appetitanregend und harntreibend.

Literatur

- *Kommission C: Anthroposophische Aufbereitungsmonographien der Kommission C der Gesellschaft anthroposophischer Ärzte in Deutschland. - 1999 - Im Auftrag der medizinischen. Sektion am Goetheanum Dornach/Schweiz
- Bärtels, A.: Farbatlas Tropenpflanzen-Zier und Nutzpflanzen - 1996 - Stuttgart; ISBN: 978-3800134809
- Buttler, K. P.: Steinbachs Naturführer: Orchideen - Die wildwachsenden Arten und Unterarten Europas, Vorderasiens und Nordafrikas. - 1986 - München; ISBN: 978-3576105591
- Finkenzeller X. & Grau J.; Steinbachs Naturführer ,Alpenblumen - 1985 - 1. Auflage, München
- Fintelmann V. & Weiss R.-F. Lehrbuch der Phytotherapie - 2005 - 11. Auflage, Stuttgart; ISBN: 978-3830453451
- Franke, W. - Nutzpflanzenkunde - 1992 - 5. Auflage, Stuttgart; ISBN: 978-3135304052
- Genaust H. -etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen - 1996 - 3. Auflage, Hamburg; ISBN: 978-3764323905
- Harz K. -Bäume und Sträucher: Blätter, Blüten, Früchte der heimischen Arten - 1990 - 6. Auflage, München; ISBN: 978-3835404793
- Holzer S. Permakultur: Praktische Anwendung in Garten, Obst- und Landwirtschaft - 2004 - 3 Auflage, Graz; ISBN: 978-3702010379
- Kremer B.: Bäume (Laub-und Nadelbäume) - 1992 - 1. Auflage, Stuttgart ; ISBN: 978-3440064078
- Kreuter M.-L. Kräuter und Gewürze aus dem eigenen Garten - 2009 - 8. Auflage, München; ISBN: 978-3835403246
- Kreuter M.-L.: Biologischer Pflanzenschutz - 2001 - 08. Auflage, München; ISBN: 978-3405160562
- Kreuter M.-L.; Der Biogarten - 2007 - 23. Auflage, München; ISBN: 978-3835404847
- Oberdorfer E. - Pflanzensoziologische Exkursionsflora - 1994 - 7. Auflage, Stuttgart; ISBN: 978-3800131310
- Raven Peter H.: Biologie der Pflanzen - 2006 - 4 Auflage ; ISBN: 978-3110185317
- Rothmaler W. - Exkursionsflora von Deutschland 2: Gefäßpflanzen. Grundband: BD 2 - 1996 - 16. Auflage, Jena, Stuttgart; ISBN: 978-3827416001
- Rothmaler W. - Exkursionsflora von Deutschland Band 3 - 1994 - 9. Auflage, Jena, Stuttgart; ISBN: 978-3827418425
- Schauer T. & Caspari C. - Der farbige BLV Pflanzenführer - 1990 - 2. Auflage, München; Wien; Zürich; ISBN: B002CZVT1A
- Schauer T. & Caspari C.: Der BLV Pflanzenführer für unterwegs - 2008 - 2 Auflage, München; ISBN: 978-3-8354-0354-3
- Schönfelder, B. & Fischer J. - Welche Heilpflanze ist das?: Heilpflanzen, Giftpflanzen, Wildgemüse - 1976 - 18 Auflage, Stuttgart; ISBN: 978-3440047804
- Senghas, K. & Seybold, S.: Schmeil - Fitschen. Flora von Deutschland und angrenzender Länder. Ein Buch zum Bestimmen der wildwachsenden und häufig kultivierten Gefäßpflanzen - 2000 - 91. Auflage, Wiebelsheim; ISBN: 978-3494014685
- Steinegger E.& Hänsel R.: Pharmakognosie - 1992 - 4. Auflage, Berlin-Heidelberg; ISBN: 978-3540342564
- Vademecum Anthroposophische Arzneimittel Gesellschaft Anthroposophischer Ärzte in Deutschland und der Medizinischen Sektion der Freien Hochschule für Geisteswissenschaft, Dornach, Schweiz - 2010 - 2. Auflage
- WELEDA AG: Arzneimittelverzeichnis 2009 - 2009 - Schwäbisch Gmünd
- Wendelberger, E. - Heilpflanzen. Erkennen, sammeln, anwenden. - 2003 - München, Wien, Zürich; ISBN: 978-3835403703
- Wichtl M. - Teedrogen und Phytopharmaka. Ein Handbuch für die Praxis auf wissenschaftlicher Grundlage - 2008 - 5. Auflage, Stuttgart; ISBN: 978-3804723696