Süßkraut - Eupatorium rebaudianum

Familie: Asteráceae - Korbblütler

Eupatorium rebaudianum
Bildquelle: Wikipedia User Ethel Aardvark
Kategorie: Heilpflanze Gewürzpflanze Garten Mischkultur Biogarten

Eupatorium: lat. Pflanzenname, nach Eupator (Mithridates VI.), Kö­nig v. Pontus (120-63 v. Chr.) eher aber aus gr. hepatoria = Leber, Heil­pflan­ze; "Wasserdost"

andere Namen: syn. Stevia rebaudiana, Süßblatt, Honigkraut, Stevia

Stevia rebaudiana ist eine mehrjährige, wärmeliebende, krautige Pflanze, die aus den Subtropen stammt. Sie ist nicht frosthart. Kultiviert wird sie meist als einjährige Pflanze. Sie wächst 70 bis 100 cm hoch und besitzt 2 bis 3 cm lange Laubblätter. Die Blätter sind gegenständig. Stevia ist eine Kurztagspflanze. Sie blüht weiß, die Blütenkörbchen sind zu Trugdolden zusammengefasst und endständig. Die windbestäubte Stevia rebaudiana ist selbststeril.


Heimat

Subtropen

Inhaltsstoffe

Die Blätter sind 30 mal süßer als Rübenzucker und der darin enthaltene süßende Stoff Steviosid in reiner Form 150 bis 300 mal süßer. Dabei enthält das Blatt 300 mal weniger Kalorien als Haushaltszucker. Der Vorteil von Stevia gegenüber dem Süßstoff Aspartam ist, dass er auch ausreichend temperaturstabil ist und daher auch zum Backen und Kochen verwendet werden kann.

In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde die Pflanze ausführlich untersucht. Man stellte in den Blättern der Stevia rebaudiana über 100 pflanzliche Wirkstoffe fest. Diese gehören vor allem zu den Gruppen der Terpene und Flavonoide. Die Bestandteile, die für die Süße der Stevia verantwortlich sind, wurden 1931 dokumentiert. Dabei handelt es sich um acht bis dahin unbekannte Glykoside. Näheres zur Süßwirkung der Steviaglykoside im Artikel Stevia (Süßstoff). Der Gehalt an Stevisoid in der frischen Pflanze liegt zwischen 3,7 und 4,8 %. In getrocknetem Zustand enthalten die Blätter durchschnittlich 7 % Steviosid wobei die Werte je nach Jahr und Kulturmethode zwischen 2 und 22 % schwanken. Neben Steviosid ist in getrockneten Blättern auch das besser wasserlösliche und um etwa 30 % süßere Rebaudiosid A mit 1,5 bis 4 und teils bis 10 % enthalten. Weiters sind noch 1 bis 2 % Rebaudiosid C und 0,2 bis 0,7 % Dulcosid enthalten.

Verwendung in der Küche

Die Pflanze wird schon seit Jahrhunderten wegen ihrer starken Süßkraft als Süßstoff verwendet, ist aber in der EU nicht als Lebensmittelzusatz zugelassen.

Verwendung in der Pflanzenheilkunde

In Studien konnten blutdrucksenkende, blutzuckersenkende, antimikrobielle und gefäßerweiternde Eigenschaften beobachtet werden. In Japan und Südamerika wurden keine negativen Wirkungen beobachtet. Stevia ist auch für Diabetiker geeignet und erhöht nicht den Blutzuckerspiegel. Sie hat eine plaquehemmende Wirkung und ist darum vorbeugend gegen Karies und damit zahnfreundlich. Es wurde keine Abhängigkeit beobachtet.

Sonstiges

Die Pflanze stammt ursprünglich aus Paraguay in Südamerika. Seit Jahrhunderten wird Stevia rebaudiana schon von der indigenen Bevölkerung Brasiliens und Paraguays als Süßstoff und Medizin verwendet. Die Guaraní-Indianer nennen es ka'a he'ê (Süßkraut) und nutzen es, um ihren Mate-Tee zu süßen. Die Europäer lernten Stevia rebaudiana im 16. Jahrhundert kennen, als die spanischen Konquistadoren darüber berichteten, dass die südamerikanischen Eingeborenen die Blätter einer Pflanze benutzten, um Kräutertee zu süßen. Wissenschaftlich untersucht wurde die Pflanze erstmals um 1888 durch den aus dem Tessin nach Paraguay ausgewanderten Botaniker Moisés Santiago Bertoni, der 1899 auch die erste Beschreibung verfasste. Bereits 1973 produzierte Korea für den Japanischen Markt. Produkte die Stevia enthalten sind seit 1975 auf dem Markt. An der Universität in Hohenheim in Deutschland wird seit 1998 an der Stevia-Pflanze geforscht. Seit 2002 werden Feldversuche im Rheinland mit Stevia durchgeführt. Nachdem ein Expertengremium der UN im Juni 2008 Süßstoff aus Stevia als gesundheitlich unbedenklich attestiert hat, wurden in der Schweiz die ersten Einzelanträge zur Verwendung von Süßstoff-Zusatz aus Stevia erteilt.

Dem eigentlichen Süßstoff, dem Steviosid, konnte keine mutagene oder genotoxische Wirkung nachgewiesen werden. Die Mutagenität des Abbauprodukts von Steviosid, Steviol, ist umstritten. In einigen Studien wurden fruchtschädigende und mutagene Wirkungen in Hamstern und Ratten beschrieben, außerdem eine Mutagenität in vitro. Die der WHO vorliegenden Studien bezüglich der Auswirkungen von Steviol in vivo haben keine Hinweise auf mutagene Wirkungen am Menschen ergeben. Im Tierversuch an Ratten, Hamstern und Mäusen wurde eine akute und subchronische Toxizität gezeigt, die zwar niedrig war, aber Zweifel an der Anwendungssicherheit weckt. In weiteren Studien an Ratten zeigten sich signifikante Beeinträchtigungen der männlichen Fruchtbarkeit. Kritiker dieser Studien führen an, dass die Einbußen der Fruchtbarkeit bei Ratten sich auf extrem hohe Dosen von täglich mehr als die Hälfte des eigenen Körpergewichts an frischen Stevia-Blättern beziehen. Untersuchungen in Brasilien und Japan zeigten, dass bei einem Konsum von weniger als 38,5 Steviosid mg/kg Körpergewicht und Tag keine Toxizität zu erwarten ist.

Wikipedia User Ethel AardvarkWikipedia User Choess

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