Wiesen-Schwingel - Festuca pratensis

Familie: Poáceae - Süßgräser

Festuca pratensis
Bildquelle: Carl Axel Magnus Lindman: Bilder ur Nordens Flora (1901-1905)
Kategorie: Futterpflanze

Festuca: lat. festuca = Grashalm; "Schwingel"
pratensis: auf Wiesen wachsend

Der Wiesen-Schwingel (Festuca pratensis) ist ein zur Familie der Süßgräser (Poaceae) gehörendes formenreiches Wiesengras. Er ist im Wirtschaftsgrünland ein weit verbreitetes, weidefestes und vom Vieh gerne gefressenes Futtergras.

Der Wiesen-Schwingel ist ein ausdauerndes Obergras, welcher lockere Horste mit kurzen Rhizomen bildet und kaum zu geschlossener Rasenbildung neigt. Es erreicht Wuchshöhen zwischen 30 und 120 Zentimetern. Seine Halme wachsen aufrecht bis bogig aufsteigend. Die kahlen Blattscheiden sind bis zur Basis offen und auf dem Rücken gerundet. Jene der Grundblätter sind braun und zerfasernd. Die dunkelgrünen Laubblätter werden 20 Zentimeter lang und bis 5 Millimeter breit. Sie sind schlaff und in eine feine Spitze verschmälert. Die Blattunterseite ist glänzend. Die Spreitenbasis trägt spitze Blattöhrchen. Die Blatthäutchen sind mit weniger als 1 Millimeter vergleichsweise kurz.

Die Blütezeit reicht von Juni bis Juli. Der Blütenstand des Wiesen-Schwingels ist eine einseitswendige, aufrechte oder zuweilen etwas überhängende Rispe. Die erreicht eine Länge bis zu 15 Zentimeter und erscheint mehr oder weniger zusammengezogen. Der kleinere der unteren Rispenäste trägt ein bis drei 7- bis 8-blütige Ährchen. Diese sind schmal-elliptisch, hellgrün manchmal purpurn überlaufen. Die Hüllspelzen sind lanzettlich und gestutzt. Die Deckspelzen sind breit lanzettlich zugespitzt und ungekielt.

Der Wiesen-Schwingel hybridisiert mit dem Deutschen Weidelgras (Lolium perenne) zum Gattungsbastard Gewöhnlichen Schwingel-Lolch ( x Festulolium loliaceum).


Verbreitung/Vorkommem

Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet des Grases umfasst Europa und das gemäßigte Asien. Es wurde nach Südwestasien, Amerika, Australien und Neuseeland eingeführt und ist heute fast weltweit verbreitet.

Der Wiesen-Schwingel kommt in Mitteleuropa allgemein sehr häufig vor. Er bevorzugt luftfeuchte, nebel- und taureiche Lagen in Küstennähe oder in Tallagen. Er kommt bis in die montane Stufe vor und dringt mit der Düngung durch die Landwirtschaft auch in die Hochalpen ein. Man findet ihn auf Wiesen und Weiden, selten unter Bäumen. Er gehört den frischen bis wechselfeuchten Pflanzengesellschaften des Grünlandes (Molinio-Arrhenatheretea) an.

Literatur

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