Schneeglöckchen - Galanthus nivalis

Familie: Amaryllidáceae - Amaryllisgewächse (Narzissengewächse)

Galanthus nivalis
Bildquelle: Bönisch 2005
Kategorie: Garten Bauerngarten Zwiebelpflanze

Galanthus: gr. gala = Milch, anthos = Blüte (wg. der milch­weißen Blü­ten­farbe); "Sternblume", "Milch­stern"
nivalis: schneeig, von Schnee bedeckt

andere Namen: Kleines Schneeglöckchen

Das Kleine Schneeglöckchen ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von meist 7 bis 15 (2 bis 18) Zentimeter erreicht. Dieser zumeist in Trupps wachsende Geophyt bildet Zwiebeln als Überdauerungsorgane aus. Die Laubblätter sind zu Blütezeit weit entwickelt, geringfügig kürzer bis länger als der Blütenstandsschaft, bläulichgrün oder selten blaugrün gefärbt und messen 4,5 bis 15 (26) Zentimeter.

Die Blüten stehen einzeln, nickend am Stängel. Es ist eine verwachsene, weißhäutige Hochblattscheide vorhanden. Die zwittrigen Blüten sind dreizählig. Die spreizenden, äußeren Blütenhüllblätter messen 1,5 bis 2 (2,5) × 0,6 bis 1,1 Zentimeter. Die krönchenartig zusammengeneigten, inneren Blütenhüllblätter messen 0,7 bis 1,2 × 0,4 bis 0,6 Zentimeter und haben auf der Außenseite einen nicht bis zum Grund reichenden grünen Fleck. Die äußere Blütenhüllblätter sind also etwa doppelt so lang wie inneren. Die Blütezeit reicht von Februar bis März, zum Teil beginnt sie schon im Dezember und dauert bis April.

Die Samen besitzen ein gekrümmtes Anhängsel (Elaiosom), welches der Verbreitung durch Ameisen dient.


Verbreitung/Vorkommem

Das Kleine Schneeglöckchen kommt in Frankreich, Italien, auf dem Balkan, in Österreich und der Schweiz, in Südwest-Deutschland, in Süd-Polen und in der West-Ukraine in Laubwäldern in Höhenlagen von meist 300 bis 600 (100 bis 1400) Meter vor. Es ist bevorzugt auf Kalk zu finden. Im nördlichen Mitteleuropa und in Nordamerika wurde diese Art eingebürgert.

Inhaltsstoffe

Sie enthalten in der Zwiebel schwach giftige Alkaloide, hauptsächlich Galantamin (0,05–0,15%) und Lycorin.

Prof. Dr. Otto Wilhelm Thomé Flora von Deutschland, Österreich und der Schweiz 1885, Gera, GermanyDeutschlands Flora in Abbildungen (1796)

Literatur

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