Grüner Salat - Lactuca sativa

Familie: Asteráceae - Korbblütler

Lactuca sativa
Bildquelle: Wikipedia User Damianwiszowaty12
Kategorie: Garten Salatpflanze Bauerngarten Mischkultur Gewaechshaus

Lactuca: lat. lac = Milch (wg. des Milchsaftes); "Lattich"
sativus: gesät, angepflanzt

andere Namen: Gartensalat

Es ist eine ein- bis zweijährige krautige Pflanze, die zunächst nur als Grundblatt-Rosette heranwächst; diese Rosette oder Teile von ihr sind es, die vom Menschen verzehrt werden. Die Grundblätter sind ungeteilt oder schrotsägeförmig, ganzrandig und nicht dornig gezähnt. Im Sommer schosst (= er bildet einen Blütenstand) der Gartensalat schließlich in die Höhe und erreicht Wuchshöhen von 30 bis 100 Zentimeter. Der aufrechte Stängel ist im oberen Bereich rispig-verästelt, weißlich, oft rötlich gesprenkelt und kahl. Die Stängelblätter sind herzförmig-stängelumfassend und meist verkehrt-eiförmig.

In rispigen Blütenständen stehen viele kleine, schmale körbchenförmige Teilblütenstände zusammen. Die körbchenförmigen Teilblütenstände haben ungefähr zylindrische Form, die zur Blütezeit anschwillt, und ihre Hülle besteht aus dachig angeordneten Hüllblättern, die eine Länge von etwa 8 bis über 13 mm aufweisen. In den Blütenkörbchen sind meist sieben bis 15 (selten bis zu 30 oder mehr) Zungenblüten vorhanden. Die überwiegend gelben manchmal auch etwas violette Farbe enthaltenden Zungenblüten enden in fünf Kronzipfel, woran man gut erkennen kann, dass die Kronröhre aus fünf Kronblättern gebildet wird.

Die je nach Sorte weißlichen, hellgrauen, braunen oder schwarzen Achänen sind verkehrt eiförmig und etwa 3 bis 4 mm lang, haben eine oder mehrere Rippen und münden in eine oft fadenförmig verlängerte Spitze, an der der Pappus sitzt. Der weiße Pappus besteht aus mehreren Reihen einfacher und gleich langer Haare.


Inhaltsstoffe

Die Inhaltsstoffe entsprechen denen anderer Latticharten, siehe auch dort Lattich-Inhaltsstoffe. Der Gartensalat führt einen weißlichen Milchsaft, insbesondere in den Stängeln und Blütenständen. Dieser Milchsaft, von dem sich auch die botanische Bezeichnung Lactuca ableitet, enthält Bitterstoffe (siehe Lattich), die der Pflanze bei der Abwehr von Freßfeinden und Schädlingen helfen; andererseits bestimmen sie auch den Wohlgeschmack seiner Grundblätter.

Eine unerwünschte Substanz im Gartensalat ist unter anderem Nitrat. Dunkel gehaltener Gartensalat kann bis zu 4,85 Gramm Nitrat pro Kilogramm Pflanze enthalten. Ausschlaggebend ist die Fähigkeit zur Nitratspeicherung, die genetisch vorgegeben ist und von Sorte zu Sorte starke Unterschiede zeigt.

Verwendung in der Küche

Gartensalat wird meistens roh als Salat verzehrt, seltener als gekochtes Gemüse.

Sonstiges

Als Stammart wurde inzwischen der Zaun-Lattich (Lactuca serriola) nachgewiesen, eine in Südeuropa, Vorderasien bis Nordindien sowie Nordafrika weit verbreitete Steppenpflanze, mit dem der Gartensalat konspezifisch ist.

Schon seit der Antike wird diese Pflanze in vielen Sorten kultiviert. So existieren etwa 4.500 Jahre alte Reliefs, welche eine Pflanze darstellen, die dem Römischen Salat ähnelt. Von Ägypten ausgehend, verbreitete sich der Salat über die ganze antike griechische und römische Welt.

In Mitteleuropa ist der Gartensalat erst seit der Zeit Karls des Großen verbreitet. Ausgehend von den Klostergärten verbreitete sich der Schnittsalat (Lactuca sativa var. crispa) mit seinen rosettig locker stehenden Blättern, während in den romanischen Ländern die Kultur des Bindesalates (Lactuca sativa var. longifolia) mit seinen länglichen, einen lockeren Kopf formenden Blättern entwickelt wurde. Der heute bekannte und beliebte Kopfsalat (Lactuca sativa var. capitata) ist eine Züchtung aus dem Beginn der Neuzeit.

Leo Michels, Untereisesheim

Literatur

- *Kommission C: Anthroposophische Aufbereitungsmonographien der Kommission C der Gesellschaft anthroposophischer Ärzte in Deutschland. - 1999 - Im Auftrag der medizinischen. Sektion am Goetheanum Dornach/Schweiz
- Bärtels, A.: Farbatlas Tropenpflanzen-Zier und Nutzpflanzen - 1996 - Stuttgart; ISBN: 978-3800134809
- Buttler, K. P.: Steinbachs Naturführer: Orchideen - Die wildwachsenden Arten und Unterarten Europas, Vorderasiens und Nordafrikas. - 1986 - München; ISBN: 978-3576105591
- Finkenzeller X. & Grau J.; Steinbachs Naturführer ,Alpenblumen - 1985 - 1. Auflage, München
- Fintelmann V. & Weiss R.-F. Lehrbuch der Phytotherapie - 2005 - 11. Auflage, Stuttgart; ISBN: 978-3830453451
- Franke, W. - Nutzpflanzenkunde - 1992 - 5. Auflage, Stuttgart; ISBN: 978-3135304052
- Genaust H. -etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen - 1996 - 3. Auflage, Hamburg; ISBN: 978-3764323905
- Harz K. -Bäume und Sträucher: Blätter, Blüten, Früchte der heimischen Arten - 1990 - 6. Auflage, München; ISBN: 978-3835404793
- Holzer S. Permakultur: Praktische Anwendung in Garten, Obst- und Landwirtschaft - 2004 - 3 Auflage, Graz; ISBN: 978-3702010379
- Kremer B.: Bäume (Laub-und Nadelbäume) - 1992 - 1. Auflage, Stuttgart ; ISBN: 978-3440064078
- Kreuter M.-L. Kräuter und Gewürze aus dem eigenen Garten - 2009 - 8. Auflage, München; ISBN: 978-3835403246
- Kreuter M.-L.: Biologischer Pflanzenschutz - 2001 - 08. Auflage, München; ISBN: 978-3405160562
- Kreuter M.-L.; Der Biogarten - 2007 - 23. Auflage, München; ISBN: 978-3835404847
- Oberdorfer E. - Pflanzensoziologische Exkursionsflora - 1994 - 7. Auflage, Stuttgart; ISBN: 978-3800131310
- Raven Peter H.: Biologie der Pflanzen - 2006 - 4 Auflage ; ISBN: 978-3110185317
- Rothmaler W. - Exkursionsflora von Deutschland 2: Gefäßpflanzen. Grundband: BD 2 - 1996 - 16. Auflage, Jena, Stuttgart; ISBN: 978-3827416001
- Rothmaler W. - Exkursionsflora von Deutschland Band 3 - 1994 - 9. Auflage, Jena, Stuttgart; ISBN: 978-3827418425
- Schauer T. & Caspari C. - Der farbige BLV Pflanzenführer - 1990 - 2. Auflage, München; Wien; Zürich; ISBN: B002CZVT1A
- Schauer T. & Caspari C.: Der BLV Pflanzenführer für unterwegs - 2008 - 2 Auflage, München; ISBN: 978-3-8354-0354-3
- Schönfelder, B. & Fischer J. - Welche Heilpflanze ist das?: Heilpflanzen, Giftpflanzen, Wildgemüse - 1976 - 18 Auflage, Stuttgart; ISBN: 978-3440047804
- Senghas, K. & Seybold, S.: Schmeil - Fitschen. Flora von Deutschland und angrenzender Länder. Ein Buch zum Bestimmen der wildwachsenden und häufig kultivierten Gefäßpflanzen - 2000 - 91. Auflage, Wiebelsheim; ISBN: 978-3494014685
- Steinegger E.& Hänsel R.: Pharmakognosie - 1992 - 4. Auflage, Berlin-Heidelberg; ISBN: 978-3540342564
- Vademecum Anthroposophische Arzneimittel Gesellschaft Anthroposophischer Ärzte in Deutschland und der Medizinischen Sektion der Freien Hochschule für Geisteswissenschaft, Dornach, Schweiz - 2010 - 2. Auflage
- WELEDA AG: Arzneimittelverzeichnis 2009 - 2009 - Schwäbisch Gmünd
- Wendelberger, E. - Heilpflanzen. Erkennen, sammeln, anwenden. - 2003 - München, Wien, Zürich; ISBN: 978-3835403703
- Wichtl M. - Teedrogen und Phytopharmaka. Ein Handbuch für die Praxis auf wissenschaftlicher Grundlage - 2008 - 5. Auflage, Stuttgart; ISBN: 978-3804723696