Echter Lavendel - Lavandula angustifolia in Sorten

Familie: Lamiáceae - Lippenblütler

Lavandula angustifolia
Bildquelle: Wikipedia User Nanosanchez
Kategorie: Heilpflanze Gewürzpflanze Garten Duftpflanze Mischkultur

angustifolius: schmalblättrig

Die Fachjury des Theophrastus-Naturheilvereins wählte den Echten Lavendel zur Heilpflanze des Jahres 2008.

Der Echte Lavendel ist ein graufilzig behaarter, aromatischer Strauch, der Wuchshöhen von ein bis zwei Meter erreicht. Die Zweige sind aufsteigend, aufrecht und stark verästelt, steif aufrecht und unverzweigt oder sie tragen Kurztriebe. Die Blätter sind ungefähr 40 bis 50 Millimeter lang, gegenständig angeordnet, lanzettlich, länglich oder linealisch und verschmälern sich an beiden Enden. Sie sind stumpf, ganzrandig und am Rand mehr oder weniger eingerollt.Der Halbstrauch mit stark verzweigten Ästen und aufrechten Zweigen zeichnet sich durch seine zahlreichen kleinen, violettfarbenen Blüten aus. Die Blätter haben eine besonders schmale Form und variieren in der Farbe: Während die unteren weiß behaart und filzig sind, erscheinen die oberen grau-grün. Im jungen Zustand sind die Blätter an Ober- und Unterseite graufilzig, später vergrünen sie. Die Blüten sind blaulila bis lavendelfarben, fünfzählig und in 6 bis 10-blütigen Scheinquirlen angeordnet. Diese vereinigen sich sich zu einem bis zu 8 Zentimeter langen, ährigen Blütenstand. Die Hochblätter haben eine Länge von bis zu 8 Millimeter, sind meist breit rautenförmig, verkehrt-eiförmig, begrannt, häutig und braun oder violett gefärbt, die Nerven sind deutlich erkennbar. Die Blütenstiele sind sehr kurz, kleine linealische Tragblätter sind vorhanden oder nicht. Der Kelch ist grauviolett, kurz flaumig, eiförmig-röhrig, bis zu 7 Millimeter lang und 13-nervig. Die Kelchzähne sind ungleich, der obere an der Spitze ist verkehrt-herzförmig vergrößert. Die Blütenkrone ist schwach zweilippig, die Röhre ragt bis zu 12 Millimeter weit hervor. Die Oberlippe besteht aus 2, die Unterlippe aus 3 gleich großen, rundlichen Zipfeln. Die 4 Staubblätter sind herabgebogen und eingeschlossen, die beiden vorderen sind länger. Der Fruchtknoten ist oberständig und vierteilig. Blütezeit ist von Juni bis August. Die Nüsschen sind glänzend braun. Quelle: Gunter Steinbach (Hrsg.): Strauchgehölze (Steinbachs Naturführer). Mosaik Verlag GmbH, München 1996, ISBN 3-576-10560-3.


Verwendung in der Pflanzenheilkunde

Lavendel ist eine häufig in der Heilkunde und Parfümerie geschätzte Pflanzengattung. Dies gilt vor allem für den Echten Lavendel (Lavandula angustifolia). Kleine Säckchen mit Lavendelblüten werden häufig in Kleiderkästen gelegt, wo sie angenehm duften und vor Motten schützen sollen. Weiterhin wird aus den Blüten Lavendelöl hergestellt, entweder durch Schleppdestillation, oder indem die Blüten in Öl angesetzt werden, zum Beispiel in Olivenöl. Lavendel sagt man antiseptische und beruhigende Wirkung nach. Anwendungsgebiete für innerliche Anwendung können Unruhezustände, Einschlafstörungen und Oberbauchbeschwerden, wie Reizmagen oder nervöse Darmbeschwerden sein. Lavendelbäder werden bei niedrigem Blutdruck und bei Einschlafstörungen eingesetzt.Die Bestandteile des ätherischen Öls wirken unmittelbar beruhigend auf das zentrale Nervensystem, entspannen und fördern den gesunden Schlaf. Selbst nervöse Unruhe, Einschlafstörungen, Verspannungen, Verkrampfungen, Verdauungsbeschwerden oder Probleme mit Herz und Kreislauf regulieren sich mit Lavendel leichter. Nach einem hektischen Tag bringen eine Lavendel-Entspannungsdusche – alternativ ein Lavendel-Entspannungsbad – am Abend und anschließend Lavendel-Entspannungsöl in die noch leicht feuchte Haut sanft einmassiert so Körper und Seele wieder in Einklang.

Verwendung in Homöopathie/Anthroposophie

Gemäß der anthroposophischen Menschen- und Naturerkenntnis gehören zu den Anwendungsgebieten von Lavendelöl: Vegetative Gleichgewichtsstörungen mit nervöser Unruhe, Einschlafstörungen, Verspannungen und Krämpfen (Spasmen); funktionelle Herz-Kreislauf-Störungen, Blähungen (Meteorismus), Regelstörungen (Menstruationsstörungen).
Kommission C* (s. Quellen):... Stabilisierung des psychovegetativen Gleichgewichtes, z.B. bei nervösen Unruhezuständen Schlafstörungen.

Prof. Dr. Otto Wilhelm Thomé Flora von Deutschland, Österreich und der Schweiz 1885, Gera, GermanyWikipedia User Magnus Manske

Literatur

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