Herzgespann - Leonurus cardiaca

Familie: Lamiáceae - Lippenblütler

Leonurus cardiaca
Bildquelle: Prof. Dr. Otto Wilhelm Thomé Flora von Deutschland, Österreich und der Schweiz 1885, Gera, Germany
Kategorie: Heilpflanze Gewürzpflanze Giftpflanze Heckenpflanze Bauerngarten

Leonurus: gr. leon = Löwe, oura = Schwanz (wg. der Blü­ten­stands­form); "Herzgespann"
cardiacus: das Herz betreffend

Nach Bocksch gab es in Mecklenburg einen volkstümlichen Heilzauber, bei dem Herzgespann in einer Kanne Bier zum Sieden gebracht wurde und gegen Geschwülste eingesetzt wurde.

Echtes Herzgespann ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von bis zu 1,20 m erreicht. Sie besitzt einen vierkantigen Stängel, der hohl und außen behaart ist. Die gegenständigen, gestielten Laubblätter sind von mittelgrüner Farbe und an der Unterseite flaumig behaart.

Die Blütezeit reicht von Juni bis September. Die Blüten entspringen den oberen Blattachseln und stehen dort in Scheinquirlen. Die rosa bis cremeweiße Einzelblüte zeichnet sich durch eine helmförmig gebogene, außen behaarte Oberlippe und eine dreiteilige Unterlippe mit bräunlicher Zeichnung aus.


Giftigkeit

In größeren Mengen ist Herzgespann giftig und sollte daher nur unter ärztlicher Aufsicht genommen werden. Während der Schwangerschaft darf es auf keinen Fall verwendet werden: Es stimuliert den Uterus und kann daher abtreibend wirken. Es wird deswegen gelegentlich während der Wehen eingesetzt.

Inhaltsstoffe

Die Pflanze enthält Gerbstoffe, den Bitterstoff Leocardin und Terpene, Flavonoide wie Rutin und Quercitrin, Kaffeesäureverbindungen und ätherisches Öl.

Verwendung in der Küche

Herzgespann ist kein typisches Gewürzkraut. Man soll jedoch mit frischen oder getrockneten Blättern Linsen- und Erbsensuppe würzen können. Früher wurde es auch zum Würzen des Bieres verwendet.

Verwendung in der Pflanzenheilkunde

Es ist umstritten, ob die Pflanze bereits in der Antike verwendet wurde. Sicher ist man sich dagegen, dass sie in Mitteleuropa im späten Mittelalter Verwendung fand. Schon in einem der ersten gedruckten, dem in deutscher Sprache verfassten Kräuterbuch 'Gart der gesuntheit' (1485), wird es unter dem Namen Cordiaca genannt und bei Magendrücken und Herzbeschwerden empfohlen.

In der modernen Pflanzenheilkunde wird es ähnlich verwendet. Es gilt als Tonikum bei Beschwerden in den Wechseljahren und bei Herzschwäche. Experimentelle Untersuchungen konnten zeigen, dass einige Inhaltsstoffe als Calciumantagonist wirken.

Deutschlands Flora in Abbildungen (1796)Carl Axel Magnus Lindman: Bilder ur Nordens Flora (1901-1905)

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