Meisterwurz - Peucedanum ostruthium

Familie: Apiáceae - Doldenblütler
Steckbrief | Systematik
Kategorie: Heilpflanze Gewürzpflanze Staude Alpenpflanze verwildernde Zierpflanze

Meisterwurz - Peucedanum ostruthium
Meisterwurz - Peucedanum ostruthium
Bildquelle: © Dr. med. Frank Meyer, Nürnberg, www.fb.com/magischen11 - All rights reserved

Peucedanum: gr. Pflanzenname einer bitteren Doldenpflanze (peu­ke­danon); "Meisterwurz"

andere Namen: Syn Imperatoria ostruthium L.


Meisterwurz - Peucedanum ostruthium; Bildquelle: <a href="http://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Wikipedia User Editor at Large">Wikipedia User Editor at Large</a>; Bildlizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de" target=_blank title="Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported (CC BY-SA 3.0)">CC BY-SA 3.0</a>; Meisterwurz - Peucedanum ostruthium; Bildquelle: © <a href="http://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Dr. med. Frank Meyer, Nürnberg, <a target=_blank href=http://www.fb.com/magischen11>www.fb.com/magischen11</a>">Dr. med. Frank Meyer, Nürnberg, <a target=_blank href=http://www.fb.com/magischen11>www.fb.com/magischen11</a></a> - <b>All rights reserved</b>Meisterwurz - Peucedanum ostruthium; Bildquelle: <a href="http://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Wikipedia User Hedwig Storch">Wikipedia User Hedwig Storch</a>; Bildlizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de" target=_blank title="Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported (CC BY-SA 3.0)">CC BY-SA 3.0</a>;

Der Meisterwurz ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen zwischen 30 und 100 Zentimeter erreicht. Die Art strömt einen starken würzigen Geruch nach Möhren und Sellerie aus.

Der Wurzelstock ist dick spindelförmig, braun und milchend. Er treibt unterirdische Ausläufer aus. Die Sprossachse steht aufrecht, ist stielrund und gerillt. Im Inneren ist sie röhrig-hohl und an der Außenseite kahl, außer unter den Dolden, wo sie rauflaumig behaart ist.

Die Laubblätter sind grasgrün und kahl oder an der Blattunterseite, besonders an den Blattrippen, borstig-flaumig behaart und am Rand borstig bewimpert. Das gesamte Blatt erreicht bis 30 Zentimeter Länge und 34 Zentimeter Breite. Die unteren, basalen Laubblätter sind häufig fast doppelt dreizählig. Die Abschnitte erster Ordnung sind gestielt und tief (fast bis zum Grund) dreiteilig. Die Lappen sind elliptisch bis lanzettlich, zugespitzt und zwischen 5 und 10 Zentimeter lang sowie 4 bis 7 Zentimeter breit. Der Spreitenrand ist ungleich doppelt gesägt mit derber Stachelspitze an den Zähnen. Die oberen Laubblätter sind in der Regel nur einfach drei-schnittig, auf großen, aufgeblasenen, fast häutigen Scheiden sitzend.

Die Art blüht von Juni bis August. Die Blütenstände sind große, flache bis zu 50-strahlige Dolden. Die Strahlen sind dünn, kantig, ungleich lang und innerseits fein rauflaumig behaart. Die Döldchen sind reichblütig. Die Blütenstiele sind sehr dünn, fast glatt und deutlich länger als die Früchte.

Hüllblätter fehlen oder sind zuweilen einblättrig vorhanden. Die wenigen Hüllchenblätter sind borstlich, krautig und fast glatt. Der Kelchsaum ist verwischt. Die Kronblätter sind weiß oder rötlich, etwa 1 bis 1,5 Millimeter lang und zwischen 0,75 und 1 Millimeter breit. Sie sind fast glatt, sehr schwach oder stumpf papillös, breit umgekehrt eiförmig und am Grunde leicht genagelt. Die Spitze ist ausgerandet und mit einem eingeschlagenen, spitzen Läppchen versehen.

Der Fruchtknoten ist oberständig und kegelförmig gewölbt, der Griffel ist zwischen 1 und 1,5 Millimeter lang. Die Narbe ist kopfig.

Die Spaltfrucht ist weiß-gelblich mit bräunlicher Scheibe, fast kreisrund, zwischen 4 und 5 Millimeter lang und ebenso breit. Die Spitze ist etwas ausgerandet und stark zusammengedrückt. Die drei Rückenrippen der Teilfrüchte sind im Querschnitt dreikantig vorspringend, und stumpflich durch große Buchten voneinander getrennt. Die dünnen Randflügel sind sehr breit, fast so breit wie der Gehäusedurchmesser an der breitesten Stelle. Das Gewebe der Fruchtwand ist teilweise fein getüpfelt, aber parenchymatisch und kaum wesentlich verdickt.



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Standort

Meisterwurz ist auf Gebirgswiesen, steilen Hängen, Kar- und Hochstaudenfluren, auf feuchten Schutthalden, in Lawinenrunsen, auf Lägerfluren (wo Vieh lagert), im Grün-Erlengebüsch und Krummholz, auf Rutschstellen in Wäldern, am Fuß von Felsen und an Bachufern innerhalb der Alpen und Voralpen nicht selten. Er bevorzugt Kalk- und Urgestein in Höhenlagen zwischen 1.400 bis 2.700 Meter. In den Mittelgebirgen und im Flachland ist die Art selten und zumeist aus ehemaligen Kulturen verwildert.

Verbreitung/Vorkommen

In Deutschland ist die Art ursprünglich nur in den bayrischen Alpen zwischen 1.450 und 2.100 Meter heimisch. Einzelne Vorkommen finden sich aber heute im Gesenke und den Mittelgebirgen. In ganz Österreich ist die Art verbreitet.

Weitere natürliche Vorkommen finden sich in den Pyrenäen. Bei den vereinzelten Vorkommen in Nordeuropa, einschließlich Island, Südeuropa und Osteuropa ist unklar, ob diese natürlich sind. Sicher neophytische Vorkommen finden sich in Nordamerika in Neufundland.

Inhaltsstoffe

Der Wurzelstock enthält zwischen 0,18 und 0,78 % (in Extremfällen bis 1,4 %) Ätherische Öle, der größte Teil davon (etwa 35,2 %) sind Sabinen. Weitere Bestandteile sind 1,3 % Oxypeucedanin (C13H12O2), 0,5 % Ostruthin (C18H20O8), 0,3 % Ostruthol (C24H24O8) und 0,1 % Osthol (C12H18O2). Ostruthin ist ein Kumarin für das 2003 eine inhibierende Aktivität gegen verschiedene Mykobakterien nachgewiesen wurde.

Verwendung in der Pflanzenheilkunde

Meisterwurz wird traditionell als Heilpflanze verwendet - war in der Antike aber offenbar unbekannt. Hildegard von Bingen kannte zwar eine Heilpflanze, die sie Astrencia nennt, dabei könnte es sich aber ebenso gut um die Große Sterndolde (Astrantia major) handeln. Im 16. Jahrhundert zumindest wurde der Meisterwurz Astrenz genannt, wohingegen die Große Sterndolde Schwartz Astrenz genannt wurde.

Klar ist, dass Conrad Gesner 1560 den Anbau des Meisterwurzes empfiehlt, und sich die Art bis in das 19. Jahrhundert vielfach in Gärten findet.

Aus den Wurzeln wurden Pillen, Pulver, Dekokte, Aufgüsse oder Salben gefertigt, die als Universalmittel bei Bronchialkatarrh, Asthma, Delirium tremens, ansteckenden Krankheiten, Epilepsie, zur Wundbehandlung, bei Magenbeschwerden, als Gegengift, bei Wassersucht oder Zahnweh verwendet wurden. Meisterwurz war auch Bestandteil des Spiritus carminativus Sylvii. Aus der Pflanze wurde Schnaps gebrannt und die Wurzel diente zum Vertreiben von Hexen. In Tirol wurde zur Weihnachtszeit die Stube mit der Wurzel ausgeräuchert. Auch für Kräuterkäse wurde die Wurzel verwendet.


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Meisterwurz - Garten/Anbau

Lichtanspruch: Halbschatten; Licht;
Boden Beschaffenheit: +/- humoser Boden; lehmiger Boden / Lehmboden; steiniger Boden / Kies / Grus; toniger Boden / Tonboden;
Boden Feuchte: frisch;
Boden Nährstoffgehalt: basenreich; nährstoffreich;

Literatur




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