Steckbrief
Höhe/Länge von 15m bis 40mLebensraum: Wälder, Waldränder, Gebüsche, Lichtungen;
Lebensdauer: Holzgewächs;
Systematik
Abteilung:Spermatóphyta - Samenpflanzen
Unterabteilung:
Gymnospérmae - Nacktsamer
Klasse:
Coniferópsida - Kiefernähnliche
Ordnung:
Pináles - Kiefernartige
Familie:
Pináceae - Kieferngewächse
Gattung: Pinus
Wald-Kiefer - Pinus sylvestris
Familie: Pináceae - Kieferngewächse![]() Bildquelle: Wikipedia User Rasbak |
Pinus: lat. Pflanzenname der Pinie; "Kiefer"
sylvestris: wild
andere Namen: Gemeine Kiefer, Rotföhre, Weißkiefer, Forche
Forscher haben festgestellt, dass die Waldkiefer nach der Tschernobyl-Katastrophe ihr Erbgut durch verstärkte DNA-Methylierung verändert hat und sich so vor den Folgen radioaktiver Strahlung schützt.
Die Waldkiefer ist ein hoher, schnellwüchsiger, immergrüner Baum. Sie erreicht Wuchshöhen von 15 bis 40 Meter und Stammdurchmesser von bis zu 100 Zentimeter. Sie kann bis 600 Jahre alt werden. Die Waldkiefer ist in der Wuchsform sehr variabel. Je nach Standort kommen schmale Kegelformen oder auch Schirmformen vor. Vor allem auf Standorten mit geringer Substratauflage und Felsen bildet sich eine ausladende Schirmform. Die Aststockwerke sind locker aufgebaut. Ältere Bäume haben oftmals eine halbkugelige Krone und einen langen Stamm, bei dem die unteren Äste abgestorben sind.
Die Borke ist in der Jugend glatt graugelb. Später bilden sich im unteren Stammbereich braunrote, tiefrissige und grobe Schuppen, im oberen Stammbereich die orange, dünne Spiegelrinde. Die Stämme älterer Waldkiefern sind somit deutlich zweifarbig. Oft lösen sich von der Spiegelrinde glänzende Platten die pergamentartig dünn sind.
Die mehrjährigen Nadeln sind – mehr oder weniger gedreht – paarweise in einer Nadelscheide (Kurztrieb) zusammengefasst und 4 bis 7 Zentimeter lang. Ihre Farbe ist bläulich bis graugrün. Die Nadeln sind meist starr und spitz, im Schatten aber oft weicher.
Die männlichen Blüten entstehen zahlreich um die Basis der jüngsten Langtriebe. Unreif sind sie zunächst kugel- bis eiförmig und grün-gelb. Aufgeblüht werden sie etwa zwei Zentimeter lang, sind walzenförmig ("würstchenartig") und rotbraun bis braun mit gelbem Blütenstaub.
Am Ende der Kurztriebe stehen ein bis drei weibliche Blüten. Diese sind rötlich und werden etwa 5 bis 8 Zentimeter lang. In den weiblichen Blüten bilden sich nach der Bestäubung und Befruchtung die Samen. Die Stiele der weiblichen Zapfen biegen sich nach der Befruchtung zum Zweig hin.
Blütezeit ist von April bis Mai. Die Verbreitung des Pollens erfolgt durch den Wind. Die befruchteten weiblichen Zapfen sind anfangs grün und reifen erst im November des zweiten Jahres. Die reifen, dunkelgraubraunen, eikegelförmigen Zapfen sind bis zu 8 Zentimeter lang und 3,5 Zentimeter breit. Sie sitzen zu zweit oder in Gruppen an gekrümmten Stielen. Nach Freigabe der geflügelten Samen, die durch den Wind verbreitet werden, fallen diese Zapfen als Ganzes ab.
Verbreitung/Vorkommem
Die Waldkiefer ist tolerant gegenüber vielen Böden und Klimaten und daher eine anspruchslose Baumart. Mit ihrem Pfahlwurzelsystem kann sie auch zu tiefer liegenden Wasserschichten vordringen. Sie besetzt von Natur aus eher arme, trockene Böden sowie sandige und moorige Standorte, da hier das Durchsetzungsvermögen anderer Baumarten geschwächt ist. Ihr Zeigerwert für magerste Waldstandorte ist jedoch ohne Bedeutung, da sie vom Menschen auch auf bessere Standorte verbracht wurde und dort bestandsbildend ist.Verwendung in der Pflanzenheilkunde
Einige Produkte aus Kiefernbestandteilen haben angeblich Heilwirkung.Kiefernnadelöl (Oleum pini silvestris) ist das aus frischen Nadeln oder Zweigspitzen destillierte ätherische Öl. Es wird vor allem als schleimlösendes Mittel bei Bronchitis verwendet. Es besteht u.a. aus Pinen, aber sein typischer Geruch stammt dem hohen Gehalt an Bornylacetat.
Terpentinöl wirkt hautreizend, antiseptisch und wird deshalb zu Einreibungen bei rheumatischen Erkrankungen verwendet. Bei längerer Einwirkung treten allerdings schmerzhafte Hautentzündungen auf, ebenso geschwürige Veränderungen und tiefgreifende Gewebezerstörungen. Hierfür ist besonders das delta-3-Caren verantwortlich. Auch Bronchospasmen können verstärkt werden. Terpentinöl besteht aus Pinen, Camphen, ?-Phellandren, ?-3-Caren und Limonen als Hauptinhaltsstoffe.
Kiefernrindenextrakte enthalten entzündungshemmende Stoffe, die z.B. gegen Arthritis eingesetzt werden könnten.
Echter Kiefernhonig geht auf die Ausscheidungen von Blattläusen zurück, die an den Nadeln saugen (Honigtauwaldtracht). Eine große Kiefer kann mehrere Kilogramm Honig pro Jahr liefern.
Verwendung als Baustoff
Waldkiefern sind wichtige Nutzholzlieferanten und werden als Bauholz (auch in Form von Konstruktionsvollholz und Brettschichtholz), als Gartenholz (meist kesseldruckimprägniert), für Möbel, Massivholzdielen und Hobeldielen, Profilholz, Leisten etc. genutzt.Sonstige Verwendung
Kiefern produzieren Harz, das bei Verletzungen der Rinde den Wundabschluss bildet und den Baum vor Infektion mit Pilzkrankheiten schützt. Aus dem Harz der Kiefern, dem Rohbalsam, können durch Destillation Terpentinöl und Kolophonium gewonnen werden. In Deutschland ist die Harzgewinnung (Pecherei) heute nicht mehr üblich. In Österreich gibt es noch harzverarbeitende Betriebe .Literatur
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