Sauerkirsche - Prunus cerasus

Familie: Rosáceae - Rosengewächse

Prunus cerasus
Bildquelle: Köhler's Medizinal-Pflanzen in naturgetreuen Abbildungen mit kurz erläuterndem Texte. Band 1. (1887)
Kategorie: Obstpflanze Laubbaum winterhart Bauerngarten

Prunus: lat. Pflanzenname; "Kirsche", "Aprikose", "Pflaume" etc.

andere Namen: Weichsel, Weichselkirsche

Kirschsaft soll Muskelkater vorbeugen.

Die Sauerkirsche (Prunus cerasus) ist eine Pflanzenart aus der Familie der Rosengewächse (Rosaceae). Nach ihren Früchten zählt sie zum Steinobst. Sie unterscheidet sich von der Vogel-Kirsche (Prunus avium) durch drüsenlose, härtere Blätter und kleine Blätter an der Basis des Blütenstands. Die meisten sind selbstbestäubend, so dass ein einziger Baum für den Fruchtansatz reicht.
Die Schattenmorelle ist die weltweit am meisten angebaute Sauerkirschensorte. Die Sorte ist sehr anspruchslos, fruchtbar, jedoch anfällig für die Spitzendürrenkrankheit Monilia.

Die Sauerkirsche wächst als Strauch oder Baum und erreicht Wuchshöhen von 1 bis zu 10 Meter. Als Baum weist sie eine lockere, rundliche Krone auf. Ihre Äste sind abstehend und hängen oft über. Die Rinde ist rötlichbraun, glänzend und hat große Lentizellen. Später entwickelt sich eine Ringelborke. Junge Zweige sind dünn und kahl. Die Langtriebe besitzen eine Endknospe. Kurztriebe entspringen gehäuft an den Enden der Langtriebe. Die Laubblätter sind 5 bis 12 Zentimeter lang, 4 bis 6 Zentimeter breit, elliptisch-eiförmig und meist zugespitzt; ihre Oberfläche ist glänzend und etwas lederig. Die Unterseite weist lediglich an den Nerven eine schwache Behaarung auf, der Blattrand ist fein und oft doppelt gesägt. In der Knospenlage sind die Blätter gefaltet. Der Blattstiel ist 1–3 Zentimeter lang und kann Drüsen aufweisen.

Die Blüten der Sauerkirsche sind zu zweien bis vieren in sitzenden Dolden angeordnet. Die Knospenschuppen bleiben bis nach dem Verblühen an den Dolden vorhanden. Die inneren Knospenschuppen sind aufrecht. Am Grund der Dolden befinden sich wenige, kleine Laubblätter. Die Blüten erscheinen zeitgleich mit den Blättern. Der Blütenstiel ist 2–4 Zentimeter lang, kahl und abstehend. Die Blüten haben einen Durchmesser von 2–2,5 Zentimetern. Der Blütenbecher ist breit glockenförmig und kahl. Die Kelchblätter sind kahl, bräunlich und in der Regel fein gezähnt. Die Kronblätter sind weiß, 10–13 Millimeter lang, ganzrandig und fast kreisrund. Die ungefähr 20 gelben Staubblätter sind ein bisschen kürzer als die Kronblätter.

Die Steinfrucht der Sauerkirsche hat einen Durchmesser von 15 bis 20 Millimetern und ist mehr oder weniger kugelig, geringfügig breiter als hoch, kahl, unbereift und hell- bis schwarzrot. Das Fruchtfleisch schmeckt säuerlich und ist rot gefärbt oder ungefärbt. Der Steinkern ist bis zu 10 Millimeter lang, kugelig bis eiförmig, stumpf und glatt.

Die Chromosomenzahl der Sauerkirsche beträgt 2n = 32.


Verbreitung/Vorkommem

Die Sauerkirsche wird fast in der gesamten Nordhalbkugel als Obstbaum kultiviert. Im Norden wird sie in Finnland bis zum 63. und in Norwegen bis zum 68. Breitenkreis angebaut. In den Südalpen ist sie bis in Höhenlagen von 1600, in den Zentralalpen bis 1800 Metern zu finden. Die Art verwildert häufig, es sind jedoch bisher keine echten Wildvorkommen bekannt.

Standort

Sie wächst bevorzugt auf lockeren, leichten, nährstoff- und basenreichen, sandigen Lehmböden. Verwildert ist sie in Hecken (vor allem in Schlehen-Liguster-Gebüschen) und Weinbergen, seltener auch in lichten Eichenwäldern zu finden.

Verwendung in der Küche

Sie wird gerne zu Konfitüren und Konserven verarbeitet.

Sonstige Verwendung

In Deutschland konzentriert sich der kommerzielle Anbau von Sauerkirschen auf die drei Bundesländer Rheinland-Pfalz, Sachsen und Thüringen. Laut den Schätzungen des Statistischen Bundesamtes wurden 2009 fast 26.000 Tonnen Sauerkirschen geerntet. Der Spitzenreiter Rheinland-Pfalz kommt dabei auf 7.420 Tonnen. Es folgt Sachsen mit 5.790 Tonnen und Thüringen mit 4.150 Tonnen . In der Imkerei sind Sauerkirschen aufgrund des Zuckergehalts ihres Nektars (9,7–15 %) und seines hohen Zuckerwerts (bis zu 1,31 mg Zucker/Tag je Blüte) eine geschätzte Tracht.

Prof. Dr. Otto Wilhelm Thomé Flora von Deutschland, Österreich und der Schweiz 1885, Gera, GermanyAdolphus Ypey (1813)

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