Lorbeerkirsche - Prunus laurocerasus Zabeliana

Familie: Rosáceae - Rosengewächse

Prunus laurocerasus
Bildquelle: Leo Michels, Untereisesheim
Kategorie: Garten Duftpflanze Heckenpflanze winterhart immergrün Neophyt Strauch

Prunus: lat. Pflanzenname; "Kirsche", "Aprikose", "Pflaume" etc.
laurocerasus: Kirschlorbeer

andere Namen: Kirschlorbeer,

Die Lorbeerkirsche (Prunus laurocerasus) ist ein immergrüner, frostharter Zierstrauch aus der Familie der Rosengewächse, der ursprünglich aus Kleinasien stammt. Die 8 bis 15 cm langen Blätter ähneln in ihrer Form dem Echten Lorbeer (Laurus nobilis), worauf die inkorrekte Bezeichnung als „Kirschlorbeer“ zurückgeht. Die angenehm duftenden Blüten erscheinen zwischen April und Juni und stehen in endständigen Trauben. Die anfangs grünen kugeligen Früchte sind in der Reife schwarz. Der Strauch eignet sich als Heckenpflanze.


Heimat

Kleinasien

Giftigkeit

Die gesamte Pflanze ist giftig. Dabei enthalten die Früchte eher geringe, die Blätter und Samen dagegen deutlich größere Mengen des Giftstoffes Prunasin, einem cyanogenen Glykosid. Die Giftwirkung beruht auf der von den Glycosiden im Körper entwickelten Blausäure. Die Beratungsstelle für Vergiftungserscheinungen Berlin berichtet von insgesamt 14 Fällen mit Vergiftungserscheinungen von 272 Fällen, in denen Teile der Pflanze (Blätter, Früchte oder Blütenknospen) gegessen wurden.Als Vergiftungserscheinungen werden Erregung, Rötung im Gesicht, Kratzen im Hals, Kopfschmerzen, Herz- und Atemstillstand angegeben. Bei dem Verdacht des Verzehrs sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden.

Sonstiges

Neben der Nutzung als Zierpflanze in Gärten hat die Lorbeerkirsche inzwischen auch eine wichtige Funktion in der Restaurierung und Präparation erlangt. Seit Beginn des 21. Jahrhunderts dienen die Blätter mit einem möglichst hohen Anteil an Blausäure dem Aufweichen oder Geschmeidigmachen organischer Materialien – ohne dabei Wasserschäden zu verursachen. Beispielsweise kann man getrocknete Insekten wieder beweglich bekommen, wenn man sie einige Tage über den zerschnittenen Blättern in einem geschlossenen Gefäß aufbewahrt (Blätter täglich austauschen und direkten Kontakt vermeiden). Auch lange gefaltete Stoffe, wie man sie aus Gräbern kennt, lassen sich mit dieser Methode wieder geschmeidig machen. Wiederentdeckt wurde die Methode in den 1990er Jahren von Klaus Wechsler (Überseemuseum).

Literatur

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