Adlerfarn - Pteridium aquilinium

Familie: Hypolepidáceae - Adlerfarngewächse

Pteridium aquilinium
Bildquelle: Wikipedia User Biopics
Kategorie: Giftpflanze Sporenpflanze

Pteridium: gr. pteris = Farn, Feder, eidos = Gestalt (Form der We­del); "Adlerfarn"

Die Vegetative Vermehrung des Adlerfarn erfolgt durch lange unterirdische Kriechsprosse (Rhizome). Es wurden Rhizome bis zu 60 m Länge gefunden, entsprechend einem angenommenen Alter von 1.500 Jahren

Der Adlerfarn ist ein frostempfindlicher Rhizom-Geophyt, ein Spreizklimmer und der größte heimische Farn. Er bildet eine VA-Mykorrhiza aus.

Abweichend von den übrigen heimischen Farnen finden sich die Sporangien unter dem umgerollten Blattrand und es entstehen keine von einander getrennte Sori. Die Sporen bilden sich allerdings nur in sonnigen, milden Klimalagen; sie breiten sich als Körnchenflieger durch den Wind aus. Sporenreife ist im Oktober.

Bei der geschlechtlichen Vermehrung entsteht aus der Spore zunächst ein haploider, blattförmiger grüner Vorkeim, ein Prothallium. Dort findet die Wasserbefruchtung statt. Aus der befruchteten Eizelle des Prothalliums entsteht einen neue diploide Farnpflanze.


Verbreitung/Vorkommem

Der Adlerfarn (Pteridium aquilinum) ist ein Kosmopolit, also weltweit verbreitet. Lediglich in den polaren Gebieten und in Wüsten fehlt er.

Giftigkeit

Reaktionen auf die Pflanze ergeben sich aus den Essgewohnheiten und der damit verbundenen verzehrten Menge und Empfindlichkeiten der Konsumenten. Auch welcher Teil der Pflanze und zu welcher Jahreszeit er konsumiert wird, kann einen Einfluss auf die Art der Schädigung haben. Vergiftungen bei Pferden, Ziegen und Schweinen zeigen sich durch eine Vitamin B1-zerstörende Wirkung, hervorgerufen durch das Enzym Thiaminase. Folgen für das Tier sind Störungen des zentralen Nervensystems, von außen wahrnehmbar durch resultierende Störungen im Bewegungsablauf bzw. motorische Störungen. Bei Rindern zeigen sich andere Reaktionen. Vergiftungen werden sichtbar durch das Auftreten von Blutungen in Maul, Nase und Stoffwechselorganen – Blut findet sich in Stuhl und Urin („Blutharnen“). Da die oberirdischen Pflanzenteile ihre Giftwirkung auch nach dem Trocknen noch beibehalten, besteht durch die Kuhmilch auch eine Gefahr für den Menschen. Bei kleinen Wirbeltieren wie Hasen sind auch Erblindungen und das Auftreten von Krebs bekannt.

In einigen Gebieten der USA, in Japan und Neuseeland wird trotz alledem der Adlerfarn von Menschen jung als Wildsalat gegessen. Ein verstärktes Auftreten von Tumoren der Speiseröhre und Magenkarzinomen in diesen Gegenden wird damit in Verbindung gebracht.

Inhaltsstoffe

Die gesamte Pflanze ist giftig. Die jungen Blätter beinhalten den höchsten Gehalt an Wirkstoffen wie Blausäureglycoside. Im Erwachsenenalter stellt die Pflanze eine größere Bandbreite an Giftstoffen her, unter ihnen das Enzym Thiaminase, Ptaquilosid, ein instabiles Glykosid, und ein Saponin, Pteridin.

Verwendung in Homöopathie/Anthroposophie

Anthroposophische Medizin: Das einem speziellen Verkohlungsprozess unterzogenen Kraut des Adlerfarns wird bei Rezidivierenden Harnwegsinfekten bei Kindern eingesetzt.

Arzneimittel: Carbo Pteridii aquilini; Rezepturpräparat WELEDA

Sonstiges

Die Systematik des Adlerfarns ist ziemlich unklar. Er wird manchmal als einzige Art seiner Gattung angesehen, manchmal werden der Gattung Pteridium auch noch einige andere, tropische Arten zugeordnet. Je nach Autor gehört er zu einer der Familien Dennstaedtiaceae, Hypolepidaceae, Polypodiaceae oder Pteridaceae. Deren Einordnung in eine Ordnung wird wiederum unterschiedlich gehandhabt.

Wikipedia User Johan NWikipedia User Xemenendura

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