Kriechender Hahnenfuß - Ranunculus repens

Familie: Ranunculáceae - Hahnenfußgewächse

Ranunculus repens
Bildquelle: Wikipedia User Fabelfroh
Kategorie: Giftpflanze Unkraut

Ranunculus: Deminutiv zu lat. rana = Frosch (Standort); "Hah­nen­fuß"
repens: kriechend

Die mehrjährige krautige Pflanze erreicht Wuchshöhen von 10 bis 50 cm. Durch die Bildung von kriechenden Ausläufern, die sich an den Knoten (an der Blattbasis) bewurzeln können, erhielt er seinen Namen. Die Blütezeit reicht von Mai bis August.

Die Laubblätter sind dreizählig gefiedert, die Blättchen dreispaltig oder gelappt und unregelmäßig gezähnt. Die goldgelb glänzenden Blüten haben einen Durchmesser von 2 bis 3 cm und entspringen einzeln den Blattachseln. Die Blütenhülle besteht aus gelb gefärbten Nektarblättern und aufrechten, den Nektarblättern anliegenden Kelchblättern. Es werden einsamige Nussfrüchte gebildet.

Innerhalb der Art findet man viele Exemplare, die sich im Blattzuschnitt, in der Blütengröße und in der Stärke der Behaarung voneinander unterscheiden. Es ist aber nicht möglich, anhand dieser Merkmale Sippen niedriger Rangstufe gegeneinander abzugrenzen oder sie mit bestimmten Standorten zu korrelieren.

Der Kriechende Hahnenfuß ist ein Hemikryptophyt (Halbrosettenpflanze) mit Ausläufern und oft wintergrün. Er wurzelt bis 50 cm tief. Bei Wachstum auf nassen Böden besitzt seine Rinde große Interzellularen. Er ist raschwüchsig – bereits einen Monat nach der Keimung können kräftige Pflanzen herangewachsen sein.

Die Blüten sind homogame bis vormännliche „Nektar führende Scheibenblumen“. Sie bestehen aus 5 kelchartigen Perigonblättern und 5 kronblattartigen Nektarblättern mit basaler Schuppe, unter der sich die Nektardrüse befindet. Neben Pflanzen mit zwittrigen Blüten kommen auch rein weibliche Pflanzen vor (= gynodiözisch). Bestäuber sind verschiedene Insekten. Bei Regen bleiben die schüsselförmigen Blüten geöffnet, so dass sich darin Wasser sammelt und schließlich der Pollen zu den Narben schwimmen kann. Es wurde experimentell nachgewiesen, dass solche Regenwasserbestäubung auch zu Samenansatz führt.

Je Blüte entstehen als Früchte zahlreiche Nüsschen. Die Pflanze ist ein Wind- und Tierstreuer, außerdem erfolgt Wasserhaft- und Zufallsverbreitung durch Grasfresser. Vegetative Vermehrung erfolgt durch lange, oberirdische Ausläufer vom Erdbeertyp.


Verbreitung/Vorkommem

Das natürliche Verbreitungsgebiet umfasst Europa, Asien und Nordafrika; unter anderem in Nordamerika, Australien (Tasmanien), Neuseeland und sogar in der Antarktis wurde Kriechender Hahnenfuß eingeführt.

Giftigkeit

Mit etwa 0,01% Protoanemonin im Kraut gilt der Kriechende Hahnenfuß nur als schwach giftig.

Carl Axel Magnus Lindman: Bilder ur Nordens Flora (1901-1905)Wikipedia User File Upload Bot (Magnus Manske)

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