Stachelbeere - Ribes uva-crispa

Familie: Grossulariáceae - Stachelbeergewächse

Ribes uva-crispa
Bildquelle: Prof. Dr. Otto Wilhelm Thomé Flora von Deutschland, Österreich und der Schweiz 1885, Gera, Germany
Kategorie: Bauerngarten Beerenpflanze Strauch

Ribes: arab. Name für ein süßes Gelee, welches ursprünglich aus ei­ner Rhabarber­art hergestellt wurde. Im Mit­tel­alter auf die Johannis­beere über­tra­gen; "Jo­han­nisbeere" (Früchte sind zu Johannis, 24. Juni, reif)

Die Stachelbeere ist ein sommergrüner 60–100 cm, selten größer (bis 150 cm) werdender Strauch. Die dunklen Äste stehen sparrig ab oder hängen bogig über, besitzen eine abschilfernde Korkhaut und sind an den Knoten, unterhalb von Kurztrieben mit meist dreiteiligen (Variation von einteilig bis fünfteilig) Stacheln besetzt. Die Langtriebe sind mit einzeln stehenden, häufig nur haarförmigen Stacheln bedeckt. Die 1 bis 3 cm langen Blätter sind tief handförmig, meist behaart und 1 bis 5 cm breit, sie sitzen an älteren Zweigen meist büschelig, an den im Sommer aus der obersten Kurztrieben entstehenden Langtrieben einzeln.

Die Blüten erscheinen im Mitteleuropa etwa im April bis Mai, sie sitzen zu 1 bis 3 in den Blattachseln. In der Mitte der Blütenstiele sitzen zwei kleine Vorblätter, die 4 bis 7 mm langen, grünlich bis rötlich gefärbten Kelchblätter sind länglich und zurückgekrümmt. Die Frucht ist eine 1 bis 3 cm breite Beere, sie kann länglich bis kugelig geformt sein, die Fruchtfarbe ist je nach Sorte grün, gelb bis purpurrot, die Frucht ist meist behaart. Die Reifezeit liegt in Mitteleuropa im Juli und August.

Die Wildform (subsp. uva-grispa) unterscheidet sich von der Kulturform (subsp. grossularia) durch deutlich kleinere Früchte und eine kurze, weiche und drüsenlose Behaarung des Fruchtknotens, während der der Gartenstachelbeere drüsenborstig oder kahl ist. Die Unterscheidung der echten Wildformen von Sämlingen der Gartenstachelbeere ist schwierig bis unmöglich.

Die zahlreichen, teilweise durch Einkreuzung anderer Arten entstandenen Gartenformen werden vegetativ vermehrt durch Absenker oder Veredelung, z. B. als Hochstämmchen, wobei dafür als Unterlage häufig die Goldjohannisbeere verwendet wird.


Verbreitung/Vorkommem

Die Stachelbeere wächst wild auf mäßig trockenen bis frischen nährstoff- und basenreichen, oft kalkhaltigen Standorten. Sie erträgt Schatten und kommt in Hecken, Gebüschen, Schlucht- und Bergwäldern, Auen und in Laubwäldern vor. Häufig verwildert die Stachelbeere aus Gärten. Die Bestäubung der Blüten erfolgt durch Fliegen und Bienen, die Samen werden durch Tiere, hauptsächlich Vögel, verbreitet, die die Beeren fressen.

Die Stachelbeere ist in fast ganz Europa verbreitet, nördlich geht sie bis 63 ° n. B., in Südeuropa ist sie in den Gebirgen zu finden, außerdem wächst sie in Nordafrika, dem Kaukasus, Kleinasien und dem Himalaya, östlich kommt sie bis China vor. Durch die leichte Verwilderung und die schwierige Unterscheidung verwilderter Formen von der echten Wildpflanze ist die detaillierte, ursprüngliche Verbreitung nicht mehr feststellbar.

Verwendung in der Küche

Stachelbeeren werden etwa seit dem 16. Jahrhundert als Beerenobst angebaut, zur Herauszüchtung der Gartenformen wurden teilweise weitere Arten eingekreuzt. Die Früchte werden als Kompott und Kuchenbelag oder zur Marmeladenherstellung und Hausweinveredelung verwendet, häufig aber auch roh gegessen.

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