Steckbrief
Blütenfarbe: blau, lila oder violett;Höhe/Länge von 30cm bis 2m
Blütezeit von 6 bis 8
Lebensraum: Gewässer, Moore, Sümpfe, Naßwiesen, Wassergräben;
Lebensdauer: Holzgewächs;
Blütenform: radiär (strahlig, aktinomorph): mind. drei Symmetrieebenen
Blütenstand: Rispe
Garten/Anbau
Boden Beschaffenheit: toniger Boden (schwer);Boden Feuchte: 1 nass; 2 frisch;
Boden Nährstoffgehalt: Nährstoffreich (Starkzehrer);
Systematik
Abteilung:Spermatóphyta - Samenpflanzen
Unterabteilung:
Angiospérmae - Bedecktsamer
Klasse:
Dicotyledóneae (Magnoliópsida) - Zweikeimblättrige
Unterklasse:
Astéridae - Asternähnliche
Ordnungsgruppe:
Tubiflórae - Röhrenblütige
Ordnung:
Scrophulariáles - Braunwurzartige (Solanáles)
Familie:
Solanáceae - Nachtschattengewächse
Gattung: Solanum
Weitere Pflanzen der Gattung Solanum
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Bittersüßer Nachtschatten im Web
Diese Pflanze wird in folgenden Alben verwendet:
Vegetationsliste Mindeltal (Willofs Allgäu)erstellt von biomann
Bittersüßer Nachtschatten - Solanum dulcamara
Familie: Solanáceae - Nachtschattengewächse![]() Bildquelle: Wikipedia User Svdmolen |
Solanum: gr. solamen = Trost (Rauschgift), Abl. nicht gesichert; "Nachtschatten"
dulcamarus: bittersüß
andere Namen: Bittersüß, Hundbeere, Mäuseholz, Mausholz, Natter(n)holz, Pissranken, Rote Hundsbeere, Saurebe, Stinkteufel, Süßstoff, Teufelsklatten, Waldnachtschatten, Wasserranke, Wolfsbeere
Der Bittersüße Nachtschatten ist meist ein kletternder oder niederliegender Halbstrauch, der Wuchshöhen von 30cm bis 2m cm erreichen kann. Seine unteren Teile verholzen; die oberen grünen, krautigen Teile aber erfrieren meist im Winter. Im kontinentalen Klima meist ein Hemikryptophyt, im subozeanischen Klima auch Kletterstrauch, schwach links- oder rechts-windend. Im Gebüsch auch ein Spreizklimmer, wobei die rückwärts gerichteten Zweige und eventuell auch die einseitigen Blatteinschnitte dem „Einhakeln“ dienen. Seine eiförmigen bis lanzettlichen Laubblätter sind ganzrandig.
Die Pflanze bildet homogame „Pollen-Glockenblüten“ in rispigen Wickeln. Die zwittrigen Blüten sind fünfzählig. Die Kelchblätter sind 1,5 bis 2 mm breit und 2 bis 3 mm lang. Die dunkel-violetten Kronblätter sind 5 bis 8 mm lang. Die auffälligen fünf gelben, etwa 2,5 bis 4 mm langen Staubblätter haben miteinander verwachsene, 2 bis 3,5 mm lange Staubbeutel (Antheren). Die Staubblätter werden nur durch den 5,5 mm langen Griffel überragt.
Es handelt sich um „Fliegentäuscheblüten“: Der Blütengrund ist napfförmig, glänzend und trägt am Kronblattgrund weißgesäumte Höcker, die Nektarien vortäuschen. Der Pollen wird erst durch aktives Vibrieren seitens der Blütenbesucher freigegeben. Bestäuber sind verschiedene Insekten. Fliegen lecken an den Scheinnektarien. Auch Selbstbestäubung ist möglich.
Die Früchte sind längliche, etwas gebogene, im reifen Zustand durch Karotinoide knallrot gefärbte Beeren. Die giftigen Beeren sind reich an Zucker, im Geschmack anfangs bitter, später süß und enthalten jeweils etwa 30 Samen (1,5 bis 2 mm Durchmesser). Es findet Verdauungsverbreitung statt und es handelt sich um Wintersteher.
Verbreitung/Vorkommem
Der Bittersüße Nachtschatten ist in weiten Teilen Europas Asiens und in Nordafrika verbreitet. In Mitteleuropa ist diese Art in Bruch- und Auenwäldern von den Ebenen bis auf maximal 1360 Meter über NN häufig. Er wächst meist an feuchten Stellen wie Ufern, Gräben, Waldschlägen oder Röhrichten, doch auch an mäßig trockenen Stellen, wie nährstoff- und stickstoffreichen Lehm- und Tonböden ist er zu finden.Giftigkeit
Alle Pflanzenteile enthalten Steroidalkaloide und mit diesen verwandte Saponine. Die Pflanzenart bildet dabei drei verschieden Rassen aus, die sich äußerlich nicht unterscheiden, aber eine unterschiedliche Alkaloidzusammensetzung haben: Die Tomatidenol-Rasse kommt westlich der Elbe vor, die Soladulcidin-Rasse östlich der Elbe und die Solasodin-Rasse in Ungarn, Bulgarien und Frankreich. In den grünen Beeren ist der Alkaloidanteil am höchsten, niedriger in den Blättern und Stängeln und am niedrigsten, bis fast fehlend, in vollreifen Früchten. Für Kinder können 30 bis 40 (oder weniger) unreife Beeren tödlich sein.Inhaltsstoffe
Er ist giftig, da er das Alkaloid Solanin enthält.Verwendung in der Pflanzenheilkunde
Trotz der Giftigkeit der Pflanze werden auch heute noch die nach dem Abfallen der Blätter gesammelten, zwei- bis dreijährigen Stängel als Arzneidroge verwendet. Arzneizubereitungen: innerlich als Tee und äußerlich als Aufguss oder Abkochung.In der Homöopathie wird sie außerdem angewandt bei Erkältungen, Husten (v. a. asthmatisch), Blasenentzündungen, Warzen und Hautausschlägen.
Literatur
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- Vademecum Anthroposophische Arzneimittel
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- WELEDA AG: Arzneimittelverzeichnis 2009 - 2009 - Schwäbisch Gmünd
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- Wichtl M. - Teedrogen und Phytopharmaka. Ein Handbuch für die Praxis auf wissenschaftlicher Grundlage - 2008 - 5. Auflage, Stuttgart; ISBN: 978-3804723696









































