Wiesen-Klee - Trifolium pratense

Familie: Fabáceae - Schmetterlingsblütler
Steckbrief | Systematik
Kategorie: Heilpflanze Futterpflanze Gründüngung-Bodenverbesserer Bienenblume Hummelblume Alpenpflanze

Wiesen-Klee - Trifolium pratense
Wiesen-Klee - Trifolium pratense
Bildquelle: Wikipedia User File Upload Bot Magnus Manske; Bildlizenz: CC BY-SA 3.0;

Trifolium: lat. tri = drei, folium = Blatt (Blattform); "Klee"
pratensis: auf Wiesen wachsend

andere Namen: Rot-Klee

Die hartschaligen Samen des Wiesenklee sind mindestens 14 Jahre (unter günstigen Bedingungen länger als 100 Jahre) lang keimfähig.

Wiesen-Klee - Trifolium pratense; Bildquelle: <a href="http://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Prof. Dr. Otto Wilhelm Thom Flora von Deutschland, Österreich und der Schweiz 1885, Gera, Germany">Prof. Dr. Otto Wilhelm Thom Flora von Deutschland, Österreich und der Schweiz 1885, Gera, Germany</a>; Bildlizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/publicdomain/deed.de" target=_blank title="Public Domain">Public Domain</a>; Wiesen-Klee - Trifolium pratense; Bildquelle: <a href="http://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Wikipedia User Kallerna">Wikipedia User Kallerna</a>; Bildlizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de" target=_blank title="Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported (CC BY-SA 3.0)">CC BY-SA 3.0</a>; Wiesen-Klee - Trifolium pratense; Bildquelle: © <a href="http://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Bönisch 2012">Bönisch 2012</a> - <b>All rights reserved</b>

Der Wiesen-Klee ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 15 bis 60 cm erreicht. Der aufrechte oder aufsteigende Stängel ist kahl bis dicht angedrückt behaart. Die wechselständig und spiralig angeordneten, gestielten Laubblätter sind dreiteilig gefiedert. Die am Grund rundlichen, oben länglichen, beiderseits feinhaarigen, eiförmigen bis elliptischen Blättchen weisen einen helleren Fleck in der Mitte auf, sie sind 18 bis 60 mm lang und 8 bis 35 mm breit. Der Blattstiel ist 1,8 bis 8,6 cm lang. Die eiförmigen bis lanzettlichen Nebenblätter sind mit dem Blattstiel verwachsen, der freie Teil ist grannenartig, viel kürzer als der verwachsene untere Teil und kahl oder behaart. Der Blattrand ist ganzrandig/glatt. Die Blattstellung wechselständig.

Es werden vielblütige, kugeligen bis eiförmigen ährige Blütenstände gebildet; sie weisen ein Länge von 1 bis 2 cm und einen Durchmesser von 2 bis 3 cm auf. Der Blütenstand ist meist von den obersten Stängelblättern umhüllt. Die zwittrigen Blüten sind zygomorph und fünfzählig. Die fünf Kelchblätter sind verwachsen. Die zehnnervige Kelchröhre ist nur wenig behaart. Die ungleichen Kelchzähne sind gewimpert. Einzelne der fünf roten Kronblätter sind verwachsen. Die Krone ist 10 bis 18 mm lang. Das einzelne Fruchtblatt ist oberständig.

Die Hülsenfrucht ist 1,5 bis 4 mm lang und bis zu 1 mm breit.

Man unterscheidet beim Wiesen-Klee in Mitteleuropa 3 Unterarten:

subsp. maritimum (Zabel) Rothm. (Küsten-Wiesen-Klee)
subsp. nivale (Koch) Arcang. (Alpen-Wiesen-Klee)
subsp. pratense (Gewöhnlicher Wiesen-Klee)



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Standort

Man findet den Wiesen-Klee in Fettwiesen, auf Feldern und in lichten Wäldern, auch als Kulturpflanze wird er angebaut; er bevorzugt frische, nährstoffreiche, tiefgründige Ton- und Lehmböden und ist kalk- und sulfatliebend; er wächst collin bis alpin, in den Zentral-Alpen steigt er bis 2600 m hoch (dort eigene Subspezies).

Verbreitung/Vorkommen

Nach Ellenberg ist er eine Klassencharakterart der Grünland-Gesellschaften (Molinio-Arrhenatheretea).

Giftigkeit

Veterinärtoxikologische Wirkungen

Alle grünen Pflanzenteile können in Abhängigkeit von der Jahreszeit und der Witterung durch Veränderung des Sekundärstoffwechsels und in Abhängigkeit von der verfütterten Menge giftig sein; dies ist aber selten der Fall. Grundsätzlich sind Klee-Arten gute Futterpflanzen.

Die Giftwirkung beruht auf folgenden Mechanismen:

Lösliche Proteine sind vermutlich für die schaumige Gärung im Pansen verantwortlich.
Die aus den cyanogenen Glykosiden freigesetzte Blausäure hemmt die Cytochrom-Oxidase und blockiert so die Atmungskette in den Mitochondrien (dadurch Sauerstoffmangel in Geweben, Krämpfe).
Durch Phytoöstrogene kann es zu Fruchtbarkeitsstörungen und Aborten kommen;
Nitrat wird zu Nitrit umgesetzt Dieses oxidiert Hämoglobin zu Methämoglobin, wodurch der Sauerstoffgehalt im Blut abnimmt;
Photosensibilierung durch den Farbstoff Rhodanid führt zu Trifoliose (Kleekrankheit).

Inhaltsstoffe

Isoflavone wie vor allem Pratensein, Formononetin, Biochanin A.
Phytoestrogene

Verwendung in der Pflanzenheilkunde

Aufgrund des Gehaltes an Isoflavonen (vor allem Pratensein, Formononetin, Biochanin A) sollen Zubereitungen aus den Blüten des Wiesenklees (Trifolii pratensis flos) Wechseljahresbeschwerden der Frau mindern. Die Substanzen binden an Estrogenrezeptoren und können estrogenartige Wirkungen entfalten, weswegen sie als auch Phytoestrogene bezeichnet werden. Es wird eine Reihe von Präparaten (Nahrungsergänzungsmittel) auf dem Markt angeboten, eine Wirksamkeit wird nahezu vollständig aus epidemiologischen Befunden abgeleitet und ist nicht hinreichend durch Studien belegt.
Den Einfluss der enthaltenen Isoflavone auf Sexualhormone entdeckte man in den 40er Jahren des 20. Jahrhunderts in Australien: Schafe, die auf Weiden von einer Isoflavon-reichen Kleeart fraßen, schienen durch eine von der Pflanze ausgehenden fruchtbarkeitshemmenden Wirkung weniger Nachkommen zu bekommen.


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Wiesen-Klee - Garten/Anbau

Boden Beschaffenheit: +/- humoser Boden; kalkhaltiger / kalkreicher Boden; lehmiger Boden / Lehmboden; toniger Boden / Tonboden;
Boden PH-Wert: mäßig sauer; mild;
Boden Nährstoffgehalt: basenreich; nährstoffreich;

Durch die Symbiose mit Stickstoff fixierenden Bakterien ist er als Bodenverbesserer und als Vorfrucht für andere Kulturpflanzen sehr gut geeignet.

Sonstige Verwendung

Der Wiesen-Klee ist eine eiweißreiche Futterpflanze und wird in Deutschland seit dem 11. Jahrhundert angebaut, Kleekulturen waren aber erst nach 1750 verbreitet; durch die Symbiose mit stickstoff-fixierenden Bakterien ist er als Bodenverbesserer und als Vorfrucht für andere Kulturpflanzen sehr gut geeignet; für die Imkerei wurden Sorten mit kürzerer Kronröhre herausgezüchtet.

Literatur




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