Feld-Steinquendel - Acinos arvensis

Familie: Lippenblütler - Lamiaceae

Kategorie: Bienenblume  Alpenpflanze  Pionierpflanze  

Feld-Steinquendel Info

arvensis: zum Acker gehörend

andere Namen: Syn. Calamintha acinos

Vegetative Merkmale

Der Feld-Steinquendel ist eine einjährige bis mehrjährige krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 10 bis 30 Zentimetern erreicht. Die Pflanzenteile duften angenehm aromatisch nach Minze. Er hat niederliegende bis aufsteigende Stängel. Die kleinen Laubblätter sind kreuzgegenständig, kurz gestielt und lanzettlich, oval bis elliptisch, ganzrandig, zumeist vorne gezähnt und 1 cm lang.
Generative Merkmale

Die kurz gestielten Blüten stehen zu zwei bis sechs quirlig in den oberen Blattachseln. Die zwittrigen Blüten sind zygomorph und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Der schwach zweilippige Kelch ist deutlich kürzer als die Krone. Die blaulila Krone ist 7 bis 15 mm lang, rotviolett mit weißen Flecken auf der dreilappigen Unterlippe.
Phänologie

Die Blütezeit reicht von Juni bis September. Die Früchte reifen ab Juli bis Ende September.
Chromosomenzahl

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 18.

Ökologie

Der Feld-Steinquendel ist ein Therophyt oder ein Hemikryptophyt. Eine vegetative Vermehrung erfolgt durch oberirdische Ausläufer.

Die Bestäubung erfolgt durch Honigbienen, Hummelschweber und Tagfalter.

Der Fruchtkelch (mit der Frucht = Diaspore) ist geschlossen und fällt ab; im trockenen Zustand hat er innen eine Luftblase und ist schwer benetzbar. Die Ausbreitung der Diaspore erfolgt als Regenschwemmling bzw. durch Ameisen.


Standort

Der Feld-Steinquendel wächst auf Magerrasen, an Wegrändern und auf Schutt. Er besiedelt lückige Trockenrasen, Mauern, lückige Stellen an Wegen, er geht aber auch auf Felsen, Dünen und Dämme. Der Feld-Steinquendel gedeiht am besten auf kalkhaltigen, humusarmen, lockeren und oft sandig-grusigen Böden in sommerwarmen Lagen. Er ist in Mitteleuropa eine Charakterart der Klasse Sedo-Scleranthetea.

Verbreitung/Vorkommen

Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet des Feld-Steinquendel umfasst Europa, das westliche Sibirien, Kleinasien und den Kaukasusraum. Der Feld-Steinquendel ist beispielsweise in Nordwestafrika und in Nordamerika ein Neophyt. In Europa war er ursprünglich im Mittelmeerraum verbreitet, mittlerweile ist er nordwärts bis Skandinavien eingebürgert.

In Mitteleuropa ist er im Tiefland östlich der Elbe selten; in den Mittelgebirgen mit kalkhaltigem oder basischem Gestein tritt er zerstreut auf, ebenso in den warmen Tälern der Alpen; er steigt bis zur Laubwaldgrenze auf.

Feld-Steinquendel Steckbrief

Blütenfarbe: blau, lila oder violett;
Höhe/Länge von 10cm bis 30cm
Blütezeit von Juni bis September
Lebensraum: Gebirge; Magerrasen; Magerwiesen; Mauern, Felsen, Felsspalten; Meerestrand und -küste, Dünen, Salzwiesen; Steinrasen, Steinschuttfluren;
Blütenstand: Ähre oder Quirl
Blattstellung: mittlere Stängelblätter gegenständig
Blattspreite: ungeteilt
Blattrand: ganzrandig; gezähnt;
Trockenfrüchte: Nuß
Häufigkeit: häufig
Lebensdauer: einjährig; einjährig-überwinternd;
Zeigerpflanze: Sandzeiger;
Höhenstufen: Ebene / Tiefland (0-450m); Mittellage (450-1500m);
Höhenstufe min: 0m
Höhenstufe max. in den Alpen: 1200m
Bestäubungsart: Bienenbestäubung; Insektenbestäubung;
Lichtbedarf: Licht;
Nährstoffbedarf: basenreich;
Bodenart: +/- humoser Boden; lehmiger Boden / Lehmboden; sandiger Boden / Sandboden; steiniger Boden / Kies / Grus;
Bodenfeuchte: trocken;

Feld-Steinquendel Garten / Anbau

Lichtanspruch: Licht;
Boden Beschaffenheit: +/- humoser Boden; lehmiger Boden / Lehmboden; sandiger Boden / Sandboden; steiniger Boden / Kies / Grus;
Boden Feuchte: trocken;
Boden Nährstoffgehalt: basenreich;
Gemmoextrakt: Ribes nigrum - schwarze JohannisbeereDr. Koll Gemmoextrakt: Olea europaea - OliveDr. Koll Pflanzenextrakt: Gerstengras – Hordeum vulgareGemmoextrakt: Vaccinium vitis idaea - Preiselbeere

Literatur

Bildquellenverzeichnis


Schütze diese Pflanze besonders!

ACHTUNG: Nicht pflücken, sammeln oder zertreten!
Diese Pflanze ist evtl. geschützt und steht auf der Roten Liste Bayern! Kategorie V (Arten der Vorwarnliste)





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