Gemeiner Odermennig - Agrimonia eupatoria

Familie: Rosengewächse - Rosaceae

Kategorie: Heilpflanze  Teepflanze  Hummelblume  

Gemeiner Odermennig Info

Agrimonia: gr. Pflanzenname, entstellt aus dem gr. argemonion, gr. ar­ge­mos = weißer Fleck (Dios­ko­ri­des), Abl. nicht erklärbar; "Odermennig"
eupatoria: wahrscheinlich von gr. hepatoria = Le­ber

andere Namen: Leberklee, Klettenkraut, Brustwurz, Schafklette, Magenkraut, Königskraut, Lebenskraut, Steinkraut, Kirchturm, Milzblüh.

Vegetative Merkmale

Der Gewöhnliche Odermennig wächst als sommergrüne, ausdauernde krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von meist 15 bis 150, selten bis zu 180 Zentimetern. Er hat tief im Boden verwurzelte Rhizome, denen die Stängel entspringen. Sowohl die Sprossachse als auch die Blätter sind behaart (Indument). Der Stängel besitzt im oberen Bereich kurze und lange Deckhaare, aber wenige Drüsenhaare.

Die wechselständig angeordneten Laubblätter sind typisch unterbrochen gefiedert. Die Laubblätter auf halber Stängelhöhe sind 10 bis 30 Zentimeter lang und besitzen 5 bis 9, selten bis zu 13 größere sowie 6 bis 10 kleinere Fiederblättchen und sind auf der Unterseite grau-grün, oft weißfilzig mit sechs bis zwölf groben stumpflichen Zahnpaaren.
Generative Merkmale

Die Blütezeit reicht von Juni bis September. Die kurzgestielten Blüten sind in einem langgestreckten, traubigen Blütenstand angeordnet.

Die Blüte besitzt einen krugförmig gewölbten Blütenbecher, dessen oberer Rand mit mehreren Reihen weicher, hakenförmig gekrümmter Borsten besetzt ist. Die Länge der Borsten variiert zwischen 1 bis 4 Millimetern. Die zwittrige Blüte ist radiärsymmetrisch und fünfzählig. Es ist kein Außenkelch vorhanden. Es sind fünf Kelchblätter vorhanden. Die fünf freien Kronblätter sind gelb und gerundet. Die Kronblätter sowie die fünf bis zwanzig Staubblätter entspringen dem Rand des Blütenbechers. Die zwei freien Fruchtblätter sind - typisch für den mittelständigen Fruchtknoten - in den Blütenbecher eingesenkt, jedoch nicht mit ihm verwachsen.

Bei den Früchten sind die Außenborsten aufrecht bis gerade abstehend.

Die Chromosomenzahl ist 2n = 28.

Ökologie

Beim Kleinen Odermennig handelt es sich um einen Hemikryptophyten.

Blütenökologisch handelt es sich um einfach gestaltete Scheibenblumen, die mit ihrem reichlichen Pollenangebot Schwebfliegen, Fliegen und Honigbienen zur Bestäubung anlocken.

Die Klettfrüchte bleiben am Fell vorbeistreifender Tiere hängen und werden, da es sich aufgrund der Größe der Pflanze überwiegend um Rinder, Schafe und Damwild sowie Wildschweine handelt, über eine große Strecke verbreitet. Diese Ausbreitungsstrategie wird als Epichorie bezeichnet.


Standort

Der Gemeine Odermennig ist eine winterharte Pflanze und wächst gerne auf besonnten Magerwiesen und Waldrändern von den Ebenen bis in die mittleren Gebirgslagen (bis in etwa 1600 Meter Höhe).

Verbreitung/Vorkommen

Diese Pflanze kommt in Europa und im nördlichen Asien mit Ausnahme der arktischen Zone vor.

Inhaltsstoffe

Die wirksamen Inhaltsstoffe sind in den blühenden Sprossspitzen sowie in den Blättern enthalten. Die wichtigen Inhaltsstoffe sind Gerbstoffe des Catechintyps sowie Corilagin (Gallotannin), Bitterstoffe, ätherisches Öl, Flavonoide (v. a. Quercetin und Apigenin), Triterpene, Pflanzensäuren sowie Kieselsäure.

Verwendung in der Pflanzenheilkunde

Als Droge dienen die während der Blüte gesammelten und getrockneten Sprosse (Agrimoniae herba). Auf Grund ihres Gerbstoffgehalts hat die Droge eine milde adstringierende und entzündungshemmende Wirkung. Innerlich wird die Pflanze eingesetzt zur Therapie von Durchfallerkrankungen und zur Behandlung von Entzündungen im Mund- und Rachenbereich. Äußerlich kommen bei Entzündungen der Haut Umschläge zum Einsatz.

Volkstümlich wird die Pflanze auch noch zur Therapie von Bettnässen, Nieren- und Blasenentzündungen sowie bei Diabetes eingesetzt, ohne dass die Wirksamkeit für diese Anwendungen bisher wissenschaftlich bewiesen werden konnte. Homöopathische Zubereitungen verwendet man bei Bronchitis.

Weitere Quellen berichten von einer Wirksamkeit bei Leberinsuffizienz und Darmkatarrh. Hierfür wird ein Aufguss oder eine Alkoholtinktur aus den blühenden Sprossspitzen bereitet und innerlich angewendet.

Sonstige Verwendung

Mit den unterirdischen Pflanzenteilen oder der ganzen Pflanze des Gemeinen Odermennigs wird auf mit Alaun vorgebeizter Wolle ein gelber Farbton erzielt. Die Licht- und Waschechtheit dieses Farbtons auf Wolle und Baumwolle werden als mittelmäßig bezeichnet. Je später im Herbst die Pflanze geerntet wird, desto dunkler wird die erzielte Gelbfärbung.

Sonstiges

"Agrimonia" ist ein aus dem Griechischen stammender latinisierter Name für Feldbewohner. Der lateinische Name eupatoria geht vermutlich auf den König von Ponthus Mithridates Eupator zurück. Die im Volksmund verwendete Bezeichnung Kirchturm verdankt der Gemeine Odermennig seinem langen Pflanzenstiel. Die Bezeichnungen Leberklee oder Milzblüh werden im südlichen deutschen Sprachraum verwendet und geben die dortigen Heilanwendungen für Leber, Galle oder Milz wieder.

Gemeiner Odermennig Steckbrief

Blütenfarbe: gelb;
Höhe/Länge von 30cm bis 1m
Blütezeit von Juni bis September
Lebensraum: Halbmagerrasen; Magerrasen; Magerwiesen; Wälder, Waldränder, Gebüsche, Lichtungen, Böschungen;
Blütenstand: Ähre oder Quirl
Blattstellung: mittlere Stängelblätter wechselständig
Blattspreite: geteilt
Blattrand: gesägt;
Häufigkeit: sehr häufig
Lebensdauer: ausdauerndes Kraut (Staude);
Lichtbedarf: Halbschatten; Licht;
Nährstoffbedarf: basenreich; nährstoffreich;
Bodenart: +/- humoser Boden;
PH-Wert Boden: basisch; mäßig sauer; mild;
Bodenfeuchte: frisch; mäßig trocken;

Gemeiner Odermennig Garten / Anbau

Lichtanspruch: Halbschatten; Licht;
Boden Beschaffenheit: +/- humoser Boden;
Boden PH-Wert: basisch; mäßig sauer; mild;
Boden Feuchte: frisch; mäßig trocken;
Boden Nährstoffgehalt: basenreich; nährstoffreich;

Der Gemeine Odermennig verträgt keine sauren Böden und nur wenig Schatten.

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Literatur

Bildquellenverzeichnis





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