Zartes Straußgras - Agrostis agrostiflora

Familie: Poaceae
Steckbrief | Systematik
Kategorie: Alpenpflanze Süßgräser

<b>Zartes Straußgras - <i>Agrostis agrostiflora</i></b>
Zartes Straußgras - Agrostis agrostiflora
Bildquelle: Anton Hartinger, Atlas der Alpenflora 1882; Bildlizenz: Public Domain;

Agrostis: gr. agros = Acker, Name von Ackergräsern; "Strauß­gras"

andere Namen: Schilf-Straußgras


Das Schilf-Straußgras ist ausdauernd und bildet lockere Horste. Es hat kurze unterirdische Ausläufer mit zahlreichen Erneuerungssprossen. Die Halme sind aufgerichtet oder geknickt aufsteigend, 20 bis 65 Zentimeter lang, drei- bis fünfknotig, glatt und unbehaart. Der obere Teil der Blattscheide ist rau, das Blatthäutchen ist ein 2 bis 3 Millimeter langer, nicht bewimperter, häutiger Saum. Die Blattspreite wird bis zu 15 Zentimeter lang und 5 Millimeter breit. Sie ist anfangs eingerollt und dann flach ausgebreitet, auf beiden Seiten gerieft und rau. Das obere Ende ist zugespitzt, die Blattränder sind stachelhaarig.

Als Blütenstand wird eine 5 bis 15 Zentimeter lange, lockere und nur zur Blütezeit ausgebreitete Rispe gebildet. Die unteren Seitenäste gehen zu dritt bis zu fünft vom Halm ab und sind sehr rau. Die Ährchen stehen einzeln, sind gestielt, einblütig, lanzettlich oder länglich und 2,5 bis 3,6 Millimeter lang. Der Stiel ist fadenförmig und stielrund. Das Blütchen fällt in der Reifezeit aus den Hüllspelzen, die an der Rispe zurückbleiben. Die Hüllspelzen sind beinahe gleich, die obere ist jedoch etwas kürzer. Sie sind einnervig, etwa gleich lang wie die Ährchen, lanzettlich, spitz, häutig, glatt und unbehaart und nur am Kiel rau. Der Kallus des Blütchen zeigt zwei dichte Haarbüschel, die ein drittel bis halb so lang wie die Deckspelzen sind. Die Deckspelze ist fünfnervig, breit-lanzettlich, 2 bis 2,5 Millimeter lang, zarthäutig, glatt und unbehaart. Das obere Ende ist gezähnelt. Meist wird keine Granne gebildet, falls doch ist sie dünn, bis zu 0,8 Millimeter lang, und entspringt knapp unter dem Spelzenrand. Die Vorspelze erreicht nur ein Fünftel der Länge der Deckspelze. Die Staubbeutel sind 1,3 bis 1,6 Millimeter lang. Als Früchte werden etwa 1,6 Millimeter lange Karyopse gebildet. Die Art blüht von Juli bis August.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 28.


Standort

Man findet es auf offenen, steinigen Viehwegen, in lange schneebedeckten und durchfeuchteten Blockhängen, in Zwergstrauchheiden, als Teil der Hochstaudenvegetation und im Grünerlengebüsch der subalpinen und niedrigeren alpinen Höhenstufe. In den Allgäuer Alpen kommt es von 1600 Metern bis zu 2200 Metern Meereshöhe vor. Es wächst auf mäßig frischen, kalk- und nährstoffarmen, neutralen bis schwach sauren, lockeren Böden mit einem mittleren Gehalt an Humus. Es gedeiht im Agrostietum agrostiflorae aus dem Verband Caricion ferrugineae, kommt aber auch in Gesellschaften der Verbände Adenostylion, Salicion waldsteinianae, Nardion oder Calamagrostion vor.

Verbreitung/Vorkommen

Das Verbreitungsgebiet liegt in Österreich (in den Bundesländern Oberösterreich, Steiermark, Kärnten, Salzburg, Tirol und Vorarlberg), in Deutschland, der Schweiz, Italien, Slowenien und Frankreich. Es kommt in den Alpen in Höhenlagen von 1400 bis 2300 Metern vor und wächst stellenweise auch in niedrigeren Lagen, teilweise kann es durch Bäche auch in niedrigere Lagen abgeschwemmt werden.
Das Schilf-Straußgras wird vom Rostpilz Puccinia pygmaea mit Uredien und Telien befallen.
Dr. Koll Pflanzenextrakt: Gelber Enzian – Gentiana luteaGemmoextrakt: Vaccinium myrtillus - HeidelbeereDr. Koll GemmoKomplex Nr. 2Dr. Koll Gemmoextrakt: Vitis vinifera - Weinrebe

Zartes Straußgras - Garten/Anbau

Boden Beschaffenheit: +/- humoser Boden; kalkarmer / kalkfreier Boden; lehmiger Boden / Lehmboden; toniger Boden / Tonboden;
Boden PH-Wert: mäßig sauer;
Boden Feuchte: mäßig frisch; trocken;
Boden Nährstoffgehalt: basenreich;

Literatur

Bildquellenverzeichnis



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