Alpen-Straußgras - Agrostis alpina

Familie: Poaceae
Steckbrief | Systematik
Kategorie: Alpenpflanze Süßgräser

<b>Alpen-Straußgras - <i>Agrostis alpina</i></b>
Alpen-Straußgras - Agrostis alpina
Bildquelle: Anton Hartinger, Atlas der Alpenflora 1882; Bildlizenz: CC BY-SA 3.0;

Agrostis: gr. agros = Acker, Name von Ackergräsern; "Strauß­gras"
alpinus: alpin

andere Namen: Syn.: Agraulus alpinus (Scop.) P.Beauv., Agraulus flavescens (Host) Sweet, Agrestis alpina (Scop.) Bubani, Agrostis flavescens Host, Agrostis montana Krock., Agrostis nevadensis var. minor Boiss., Agrostis rupestris var. aurata (All.) Clairv., Agrostis rupestris var. aurata (All.) Gaudin, Avena aurata All., Trichodium alpinum var. flavidum Schur, Trichodium flavescens (Host) Schult., Trichodium intermedium Hoppe ex Schult. und Trichodium rupestre Schrad.


Alpen-Straußgras - Agrostis alpina; Bildquelle: <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Wikipedia User Mr.Rosewater">Wikipedia User Mr.Rosewater</a>; Bildlizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/publicdomain/deed.de" target=_blank title="Public Domain">Public Domain</a>;

Das Alpen-Straußgras ist ausdauernd und wächst in kleinen Horsten. Es bildet kurze unterirdische Ausläufer. Die Erneuerungssprosse wachsen innerhalb der untersten Blattscheiden in die Höhe. Die Halme sind 10 bis 35 Zentimeter lang, zwei- bis dreiknotig, glatt und unbehaart. Die Blattscheide ist glatt oder ein wenig rau. Das Blatthäutchen der Erneuerungssprosse ist ein 1 bis 2 Millimeter langer, häutiger Saum, das der Halmblätter wird bis zu 4 Millimeter lang. Die Blattspreiten der Erneuerungssprosse sind 2 bis 12 Zentimeter lang, zusammengefaltet, borstenförmig und 0,3 Millimeter breit. Werden sie ausgebreitet sind sie bis zu 0.8 Millimeter breit. Sie sind oberseits auf den Rippen und den Rändern rau, die Unterseite ist glatt. Die Blattspreiten der Halmblätter sind meist flach ausgebreitet, bis zu 1,5 Millimeter breit, spitz und leicht flaumig behaart.

Als Blütenstand wird eine 1 bis 6 Zentimeter lange, ausgebreitete, lockere und pyramidenförmige Rispe gebildet. Die unteren Seitenäste sind rau und gehen einzeln oder zu zweit, selten zu dritt von der glatten Achse ab. Die Ährchen stehen einzeln. Sie sind einblütig, gestielt, goldbraun und zumindest in der unteren Hälfte dunkelviolett überlaufen und 3,5 bis 5 Millimeter lang. Das Blütchen fällt in der Reifezeit aus den Hüllspelzen, die an der Rispe zurückbleiben. Obere und untere Hüllspelze sind beinahe gleich, die untere ist (3 bis) 3,5 bis 4 Millimeter lang und von der Seite gesehen lanzettlich, die obere ist um 0,5 bis 1 Millimeter kürzer. Sie sind einnervig, glänzend, spitz und nur am Kiel rau. Der Kallus des Blütchen trägt ein Büschel mit 0,4 bis 0,6 Millimeter langen Haaren. Die Deckspelze ist fünfnervig, gedrungen, 2,5 bis 2,8 (bis 3) Millimeter lang und ungekielt. Sie ist am oberen Ende abgeschnitten und trägt zwei 0,1 bis 0,3 Millimeter lange Grannenspitzen. Die untere Hälfte ist violett überlaufen, glatt und kahl, die obere zarthäutig und rau. Die Deckspelze trägt am Rücken nahe am Grund eine 5 bis 6 Millimeter lange, gekniete Granne, deren unterer Teil gedreht ist. Die Vorspelze erreicht nur ein Fünftel der Länge der Deckspelze. Es werden zwei Schwellkörper gebildet. Die drei Staubbeutel sind 1,6 bis 2 Millimeter lang. Als Früchte werden 1,5 bis 1,7 Millimeter lange Karyopse gebildet. Die Art blüht von Juli bis September.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 14.


Standort

In den Alpen wächst es in Höhen bis 2500 Metern in der subalpinen und alpinen Höhenstufe, manchmal auch im Alpenvorland bis hinab auf 700 Metern, wenn es durch Bäche herabgeschwemmt wird. Man findet es auf lückigen Steinrasen, auf Halden, Weiden, Wildheuplätzen, zwischen Zwergsträuchern und an windexponierten Berggraten mit nur kurzer Schneebedeckung. Es wächst meist auf trockenen, nährstoff- und basenreichen, kalkhaltigen, neutralen bis mäßig sauren, humosen Lehmböden. Es gedeiht in Gesellschaften der Ordnung Seslerietalia, kommt aber auch in denen des Verbands Caricion curvulae vor.

Verbreitung/Vorkommen

Das Verbreitungsgebiet reicht in Europa von den Gebirgen Zentralspaniens über die Pyrenäen, den Alpen, dem nördlichen Apennin bis zu den Ostsudeten und den Karpaten. In Österreich kommt es in allen Bundesländern mit Ausnahme von Wien und dem Burgenland vor. Bestände gibt es auch im Norden Afrikas.
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Alpen-Straußgras - Garten/Anbau

Boden Beschaffenheit: +/- humoser Boden; kalkhaltiger / kalkreicher Boden; lehmiger Boden / Lehmboden; steiniger Boden / Kies / Grus;
Boden PH-Wert: mäßig sauer; mild; neutral;
Boden Feuchte: mäßig trocken; trocken;
Boden Nährstoffgehalt: basenreich; nährstoffreich;

Sonstige Verwendung

Das Alpen-Straußgras ist aufgrund der langen und saftigen Blätter ein gutes Futtergras, vor allem auf Schafweiden.[

Sonstiges

Es ähnelt dem ebenfalls in den Alpen vorkommenden Felsen-Straußgras (Agrostis rupestris), von dem es sich jedoch durch die rauen Rispenäste unterscheidet.

Literatur

Bildquellenverzeichnis



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