Felsen-Straußgras - Agrostis rupestris

Familie: Poaceae
Steckbrief | Systematik
Kategorie: Alpenpflanze Süßgräser

<b>Felsen-Straußgras - <i>Agrostis rupestris</i></b>
Felsen-Straußgras - Agrostis rupestris
Bildquelle: Deutschlands Flora in Abbildungen 1796; Bildlizenz: Public Domain;

Agrostis: gr. agros = Acker, Name von Ackergräsern; "Strauß­gras"
rupestris: Felsen liebend


Das Felsen-Straußgras ist ein ausdauernder Hemikryptophyt und wächst in kleinen, dichten Horsten. Es bildet keine oder nur sehr kurze unterirdische Ausläufer mit wenigen Schuppen. Die zahlreichen Erneuerungssprosse wachsen innerhalb der untersten Blattscheiden in die Höhe. Die Halme sind 5 bis 20, manchmal bis 30 Zentimeter lang, zwei- bis dreiknotig und unbehaart. Die Blattscheiden sind glatt und unbehaart. Die unteren Blattscheiden sind graubraun bis rotbraun und glänzend. Das Blatthäutchen ist ein 1 bis 1,5 Millimeter langer, häutiger Saum. Die Blattspreiten sind glatt, 3 bis 6 Zentimeter lang, zusammengerollt und borstenförmig mit einem Durchmesser von etwa 0,5 Millimetern.

Als Blütenstand wird eine 2 bis 4 Zentimeter lange, 1 bis 2 Zentimeter breite, vor der Blüte zusammengezogene, zur Blütezeit und danach ausgebreitete Rispe gebildet. Die Seitenäste gehen zu zweit oder dritt von der Hauptachse ab, sie sind bis zu 2 Zentimeter lang, geschlängelt, glatt und unbehaart oder im oberen Teil durch einige Stachelhaare rau. Die Ährchen stehen einzeln, sie sind einblütig, braunviolett, selten grünlich gelb oder strohfarben und 2,2 bis 2,5 (bis 3) Millimeter lang. Fruchtbare Ährchen haben einen keulenförmigen, 1,5 bis 3,5 Millimeter langen Stiel. Das Blütchen fällt in der Reifezeit aus den Hüllspelzen, die an der Rispe zurückbleiben. Obere und untere Hüllspelze sind beinahe gleich, wobei die untere etwas länger als die obere ist. Sie sind einnervig, etwa so lang wie das Ährchen, lanzettlich, zugespitzt, häutig, glatt und kahl, jedoch vor allem im oberen Teil auch rau. Der Kallus des Blütchens ist unbehaart oder zeigt nur wenige, etwa 0,1 Millimeter lange Haare. Die Deckspelze ist fünfnervig, länglich eiförmig, 1,8 bis 2 Millimeter lang und am oberen Ende gezähnelt. Der untere Teil ist häutig, der obere zarthäutig, glatt und unbehaart, nur die Nerven sind rau. Sie ist am Rücken im untersten Drittel begrannt. Die Granne ist etwa 3 Millimeter lang und gekniet und im unteren Teil gedreht. Die Vorspelze hat höchstens ein Fünftel der Länge der Deckspelze. Die zwei Schwellkörper sind häutig. Die drei Staubbeutel sind 0,8 bis 1 Millimeter lang. Als Früchte werden etwa 1,5 Millimeter lange Karyopse gebildet. Die Art blüht von Juli bis August.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 28.


Verbreitung/Vorkommen

Das natürliche Verbreitungsgebiet liegt in Südwest-, Mittel- und Osteuropa und im Norden von Afrika. Man findet es in Portugal, Spanien, Frankreich mit Korsika, der Schweiz, Österreich, Deutschland, Polen, Tschechien, der Slowakei, Italien, Kroatien, Serbien, Albanien, Griechenland, Bulgarien, Rumänien und der Ukraine, in Asien in Transkaukasien, in Afrika in Marokko. In Österreich ist es in allen Bundesländern mit Ausnahme Wiens und des Burgenlands vertreten. In Deutschland kommt es in den Alpen zwischen 1600 und 3000 Metern vor und im Bayerischen Wald auf dem Großen Arber.

Des Felsen-Straußgras wächst in Höhen über 1400 Metern auf Magerrasen und Schafweiden, an Wildheuplätzen, auf steinigen Graten und Abhängen, in Felsspalten, auf Moränenschutt und im Zwergstrauchgestrüpp auf mehr oder weniger frischen, nährstoff- und basenarmen, humosen, mehr oder weniger sauren, flachgründigen und steinigen Lehm- und Tonböden mit nur kurzer Schneebedeckung. Auf Kalk findet man die Art nur auf einer tiefen Humusschicht. Sie ist eine Charakterart der Ordnung Caricetalia curvulae, kommt aber auch in Gesellschaften der Verbände Nardion oder Rhododendro-Vaccinion vor. In den Allgäuer Alpen steigt sie von 1500 Metern bis zu 2200 Metern Meereshöhe auf.
Uresin-Entoxin®Prostata-Entoxin® NSpasmo-Entoxin®Ekzem-Entoxin® N

Felsen-Straußgras - Garten/Anbau

Boden Beschaffenheit: +/- humoser Boden; kalkarmer / kalkfreier Boden; lehmiger Boden / Lehmboden; Silikatboden; steiniger Boden / Kies / Grus; toniger Boden / Tonboden;
Boden PH-Wert: sauer;
Boden Feuchte: frisch;
Boden Nährstoffgehalt: basenarm; nährstoffarm;

Literatur

Bildquellenverzeichnis



Diese Webseite verwendet Cookies. Hier erfahren Sie alles zum Datenschutz