Langhaariger Frauenmantel - Alchemilla crinita

Familie: Rosaceae
Steckbrief | Systematik



Alchemilla: arab. = kleine Alchemistin (Guttationstropfen zur ); "Frauen­mantel"

andere Namen: Runzelblatt-Frauenmantel

Die Gattung Alchemilla ist außerordentlich formen- und artenreich. Sie umfasst nach Oberdorfer momentan ca. 90 zum Teil schwer unterscheidbare Arten bzw. Unterarten und Übergangsformen mit einen Verbreitungsschwerpunkt in der hochmontanen bis alpinen Stufe im Gebirge. Die Gattung Alchemilla ist außerordentlich formen- und artenreich. Sie umfasst nach Oberdorfer momentan ca. 90 zum Teil schwer unterscheidbare Arten bzw. Unterarten und Übergangsformen mit einen deutlichen Verbreitungsschwerpunkt in der hochmontanen bis alpinen Stufe der Gebirge.

Der Langhaarige Frauenmantel ist eine sommergrüne, ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 5 bis 40 Zentimetern erreicht. Die oberirdischen vegetativen Pflanzenteile sind abstehend behaart. Der Stängel ist nur wenig länger als die Grundblätter und bis zu den Verzweigungen behaart. Die Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Der Blattstiel sind oft nur unterhalb der Blattspreite rückwärts gerichtet und sehr dicht behaart. Die Grundblätter sind bei einer Breite von bis 10 Zentimetern nierenförmig, kaum gewellt, sieben- bis neunlappig und haben lebend oberseits ein deutlich eingesenkte Blattadern. Die Blattlappen sind flachbogig und besitzen ziemlich grobe, stumpfliche Zähne.

Die Blütezeit erstreckt sich von Mai bis Oktober. Im nur wenig verzweigten Blütenstand sind die Teilblütenstände locker angeordnet. Der Blattstiel und die Blüte sind kahl. Die zwittrigen Blüten sind gelblich-grün. Der Kelchbecher ist breit glockig. Es werden einsamige Nüsschen gebildet.

Die Chromosomengrundzahl beträgt x = 8; es wurden Chromosomenzahlen von 2n = 102-108 gefunden (hoher Ploidiegrad).

Beim Langhaarigen Frauenmantel handelt es sich um einen Hemikryptophyten.

Die Blüten sind proterandrisch. Blütenökologisch handelt es sich um Scheibenblumen mit offenen Nektar und Fliegenblüten mit freiliegendem Honig. Die typischen Bestäuber sind Fliegen.

Der Langhaarige Frauenmantel ist autonom obligat apomiktisch; für die Samenentwicklung ist keine Bestäubung nötig. Diasporen sind die Nüsschen.


Verbreitung/Vorkommen

Das Verbreitungsgebiet des Langhaarigen Frauenmantels liegt in den gemäßigten Gebieten von Mittel- und Osteuropa. Der Langhaarige Frauenmantel kommt von Frankreich im Westen bis nach Westsibirien im Osten, im Norden bis ins südliche Skandinavien, im Süden tritt er noch in Griechenland und Italien (nur in den Alpen zerstreut) auf. In Deutschland kommt er in den Allgäuer Alpen verbreitet, Voralpenland zerstreut, Bayerischer Wald lokal, Erzgebirge selten, Thüringer Wald und Böhmerwald vor.

Der Langhaarige Frauenmantel gedeiht in der montanen (bis alpinen) Höhenstufe. Er besiedelt frische bis feuchte Wiesen, Weiden und Ruderalstellen.

In Deutschland wird der Langhaarige Frauenmantel als nicht gefährdet bewertet, in Baden-Württemberg ist er sehr selten, in Bayern gilt er als nicht gefährdet und in Sachsen ist er vom Aussterben bedroht.

Die Zeigerwerte nach Ellenberg sind: Lichtzahl L7 = Halblichtpflanze, Temperaturzahl T3 = Kühlezeiger, Kontinentalitätszahl K4 = subozeanisch, Feuchtezahl F6 = Frische- bis Feuchtezeiger, Reaktionszahl (Starksäure- bis Basen-/Kalkzeiger) Rx = indifferentes Verhalten, Stickstoffzahl N4 = stickstoffarme bis mäßig stickstoffreiche Standorte anzeigend, Salzzahl S0 = nicht salzertragend, Schwermetallresistenz = nicht schwermetallresistent.
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Literatur

Bildquellenverzeichnis



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