Hundswurz - Anacamptis pyramidalis

Familie: Orchidaceae
Steckbrief | Systematik
Kategorie: Alpenpflanze

<b>Hundswurz - <i>Anacamptis pyramidalis</i></b>
Hundswurz - Anacamptis pyramidalis
Bildquelle: Wikipedia User Ugur Basak; Bildlizenz: CC BY-SA 3.0;

Anacamptis: gr. anakamptei = umbiegen (gedrehte Blüte); "Hunds­wurz"
pyramidalis: pyramidenartig

Um auf die besondere Schutzwürdigkeit dieser Art aufmerksam zu machen, wurde die Pyramiden-Hundswurz vom Arbeitskreis Heimische Orchideen zur Orchidee des Jahres 1990 gewählt.

Hundswurz - Anacamptis pyramidalis; Bildquelle: <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Prof. Dr. Otto Wilhelm Thome Flora von Deutschland, Österreich und der Schweiz 1885, Gera, Germany">Prof. Dr. Otto Wilhelm Thome Flora von Deutschland, Österreich und der Schweiz 1885, Gera, Germany</a>; Bildlizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/publicdomain/deed.de" target=_blank title="Public Domain">Public Domain</a>; Hundswurz - Anacamptis pyramidalis; Bildquelle: <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Wikipedia User Lycaon">Wikipedia User Lycaon</a>; Bildlizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de" target=_blank title="Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported (CC BY-SA 3.0)">CC BY-SA 3.0</a>;

Die Pyramiden-Hundswurz (Anacamptis pyramidalis), auch Pyramidenorchis, Spitzorchis, Kammstendel oder Pyramidenstendel genannt, gehört zur Gattung der Hundswurzen (Anacamptis) in der Familie der Orchideen (Orchidaceae).

Habitus und Blätter

Die Pyramiden-Hundswurz ist eine ausdauernde, sommergrüne, krautig wachsende Pflanze, die Wuchshöhen von etwa 20 bis 40 cm erreicht. Dieser Geophyt bildet zwei unterirdische, länglich-eiförmig Knollen als Überdauerungsorgan. Aus der Tochterknolle entwickelt sich im Herbst eine Blattrosette.
Hundswurz, Blütenstand
Anacamptis pyramidalis var. alba
Spanien - Mallorca

Blütenstand und Blüten

Der dicht- und reichblütige Blütenstand wird im Abblühen länger. Die Dichte ist hierbei von oben nach unten etwas abnehmend. Die Blüten sind leuchtend hellrot bis dunkel-purpurrot. Besonders die kräftige purpurrote Farbe lässt sich fotografisch kaum wiedergeben.

Blütezeit ist von Mai bis Juli.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 36.
Ökologie

Als Bestäuber kommen tag- und nachtaktive Schmetterlinge in Betracht. Nach Darwin (1862) wickelt sich einem Bestäuber zuerst die sattelförmige Klebscheibe um den Rüssel und anschließend senken sich die Pollinienstielchen um 90 Grad ab. Sie besitzen dann erst die richtige Lage, um beim Besuch einer anderen Blüte auf die beiden gegenüberliegenden Narbenteile zu treffen. Da kein Nektar im Sporn produziert wird, liegt eine Nektartäuschblüte vor.

Der überdurchschnittlich hohe Fruchtansatz und die unterschiedliche Lage der Fruchtkapseln am Stiel bestätigen die Allogamie. Die Kapseln sind aufrecht und ungestielt.


Standort

Die Pyramiden-Hundswurz braucht gut mit Humus durchsetzten, kalkreichen, lockeren und daher nicht selten steinigen Lehmboden, sie geht aber auch auf lockeren Löss.

Als Standort bevorzugt die kalkliebende Pflanzenart trockene bis wechselfrische Magerrasen und lichte Wälder.

Die Pyramiden-Hundswurz ist eine Lichtpflanze, ein Wärmezeiger, Trockniszeiger sowie Basen- und Kalkzeiger mit ozeanischer Verbreitung. Sie ist eine Verbandscharakterart Subozeanischer Halbtrockenrasen (Mesobromion).
Sie besiedelt in Gegenden mit warmem Klima Trockenrasen, lichte Gebüsche, aber auch feuchte Streuwiesen.

Verbreitung/Vorkommen

Im Tiefland westlich der Elbe fehlt sie; östlich von ihr kommt sie nur vereinzelt in Mecklenburg-Vorpommern vor. Sie steigt in den Gebirgen kaum bis 1500 m auf. In Mitteleuropa ist sie insgesamt sehr selten, sie kommt aber gelegentlich an ihren Standorten in kleineren, aber individuenreichen, wenngleich in lockeren Beständen vor.
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Hundswurz - Garten/Anbau

Boden Beschaffenheit: +/- humoser Boden; kalkhaltiger / kalkreicher Boden; lehmiger Boden / Lehmboden; Lößboden; steiniger Boden / Kies / Grus;
Boden PH-Wert: mild;
Boden Feuchte: mäßig trocken;

Sonstiges

Anacamptis pyramidalis var. sanguinea (Druce) Kreutz

Die Varietät Anacamptis pyramidalis var. sanguinea besitzt einen runden Blütenstand und ist kleinwüchsiger. Sie kommt in Irland in den Grafschaften Galway und Kerry vor.

Anacamptis pyramidalis var. tanayensis Chenevard

Die Varietät Anacamptis pyramidalis var. tanayensis ist dunkel- und kleinblütiger. Sie kommt in der Schweiz in den Kantonen Wallis und Freiburg vor.

Anacamptis pyramidalis var. urvilleana (Sommier & Caruana) Kreutz

Diese gelegentlich auch als eigene Art Anacamptis urvilleana angesprochene Varietät ist endemisch in Malta, wo sie auf Garigue und Macchie häufig vorkommt. Die Pflanze blüht zu Frühlingsanfang. Sie fällt kleiner aus als die Nominatform, die Blüten sind hellrosa bis weißlich.

Literatur

Bildquellenverzeichnis



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