Deutscher Bertram - Anacyclus officinarum

Familie: Asteraceae
Steckbrief | Systematik
Kategorie: Heilpflanze landwirtschaftliche Kulturpflanze verwildernde Zierpflanze

<b>Deutscher Bertram - <i>Anacyclus officinarum</i></b>
Deutscher Bertram - Anacyclus officinarum
Bildquelle: Wikipedia User Victor M. Vicente Selvas; Bildlizenz: CC BY-SA 3.0;
Wiki Commons Bildbeschreibung: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Anacyclus_clavatus14.JPG


andere Namen: Bertramswurz, Anacyclus freynii Willk.

Der Deutsche Bertram (Anacyclus officinarum) war eine Pflanzenart aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Er wurde etwa bis zum Wechsel vom 19. zum 20. Jahrhundert seiner Wurzel wegen als Heilpflanze kultiviert und gilt heute als ausgestorben.

Deutscher Bertram - Anacyclus officinarum; Bildquelle: <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Otto Carl Berg  Carl Friedrich Schmidt">Otto Carl Berg  Carl Friedrich Schmidt</a>; Bildlizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de" target=_blank title="Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported (CC BY-SA 3.0)">CC BY-SA 3.0</a>;

Stängel meist einzeln, seltener mehrere, aufrecht, bis 25–30 cm hoch, einfach oder mit einem kleinen blattachselständigen Ast, stielrund oder undeutlich kantig; Stängel und Äste waren einköpfig, gestreift, bläulich-grün, im unteren Teil sehr vereinzelt, oben unter den Körbchen gedrängt mit weißen Haaren besetzt. Blätter zerstreut, etwas haarig, bläulich grün. Basalblätter meist rosettenförmig, langgestielt, die übrigen nach oben allmählich kürzer gestielt bis sitzend, im Umriss länglich verkehrt-eiförmig bis länglich, doppelt fiederteilig mit ungeteilten 2-3 spaltigen Abschnitten und lineallanzettlichen bis linealischen, weißstachelspitzigen Zipfeln. Blattspindel oberseits flach, unterseits gewölbt, nach oben verschmälert, am Grunde rinnenförmig, halbstängelumfassend und am Stängel herablaufend. Blütenkörbchen auf Stängel und Ästen einzeln, aufrecht, sehr reichblütig, die stängelständigen größer, bis 4 cm breit, kurz und ziemlich dick gestielt. Hüllkelch zuerst halbkugelrund, gegen die Reife flach, ziegeldachförmig: Schuppen am Rande hautartig durchscheinend. Blumen: die zusammengesetzte gestrahlt, die zitronengelben Röhrenblüten zwittrig, vielzählig; die weiblichen mit zehn bis zwanzig weißen Zungen, die unterseits purpurrot gestreift sind.

Wurzel einjährig, senkrecht, 6-12 cm lang und 5 mm dick, sich gegen die Spitze verdünnend, hin und wieder Äste oder Wurzelfasern hervortreibend; geruchlos aber brennend scharf. Die getrocknete Deutsche Bertramwurzel unterschied sich von der Römischen Bertramwurzel durch ihre geringere Größe und Dicke, durch Längs- statt Querrunzeln und einen braunen statt gelben Holzkörper. Die Blütezeit war von Juni bis August.


Standort

Er gedieh am besten auf lehmigen Sandböden.

Verbreitung/Vorkommen

Der Deutsche Bertram wurde in Thüringen, in der Umgebung von Magdeburg, im Vogtland sowie im Harz und in Böhmen angebaut.

Verwendung in der Pflanzenheilkunde

Die Wurzel des Deutschen Bertram wurde in der Volksmedizin als Pulver oder Tinktur gegen Zahnschmerzen, Munderkrankungen, Zungenlähmung und Einreibung bei Kältegefühlen, Krämpfen, Lähmungen und Ischias angewandt. Sie war als Radix Pyrethri germanici offizinell.
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Deutscher Bertram - Garten/Anbau

Boden Beschaffenheit: lehmiger Boden / Lehmboden; sandiger Boden / Sandboden;

Literatur

Bildquellenverzeichnis



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