Gewöhnliche Ochsenzunge - Anchusa officinalis

Familie: Boragináceae
Steckbrief | Systematik
Kategorie: Giftpflanze Alpenpflanze Hummelblume

<b>Gewöhnliche Ochsenzunge - <i>Anchusa officinalis</i></b>
Gewöhnliche Ochsenzunge - Anchusa officinalis
Bildquelle: Wikipedia User Babu; Bildlizenz: CC BY 2.0;
Wiki Commons Bildbeschreibung: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Anchusa_officinalis_(16179975339).jpg


Anchusa: gr. Pflanzenname, gr. agchein = würgen (Blü­ten­kron­röh­re ist durch Schup­pen verschlossen); "Och­sen­zunge"
officinalis: arzneilich, gebräuchlich


Gewöhnliche Ochsenzunge - Anchusa officinalis; Bildquelle: <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Deutschlands Flora in Abbildungen 1796">Deutschlands Flora in Abbildungen 1796</a>; Bildlizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/publicdomain/deed.de" target=_blank title="Public Domain">Public Domain</a>; Gewöhnliche Ochsenzunge - Anchusa officinalis; Bildquelle: <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Wikipedia User Pinyoo">Wikipedia User Pinyoo</a>; Bildlizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/deed.de" target=_blank title="Namensnennung 4.0 International (CC BY 4.0)">CC BY 4.0</a>; <br>Wiki Commons Bildbeschreibung: <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Anchusa_officinalis_04.jpg" target=_blank title="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Anchusa_officinalis_04.jpg">https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Anchusa_officinalis_04.jpg</a>Gewöhnliche Ochsenzunge - Anchusa officinalis; Bildquelle: <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Wikipedia User Bergsten">Wikipedia User Bergsten</a>; Bildlizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de" target=_blank title="Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported (CC BY-SA 3.0)">CC BY-SA 3.0</a>;

Es handelt sich um eine ausdauernde krautige Pflanze; sie wird im Garten jedoch als zweijährige Pflanze (sie überdauert also den ersten Winter) gepflegt und 20 bis 80 cm hoch. Überall besitzt sie kleine, helle, steife, maximal 1 cm lange Haare. Die behaarten Blätter sind lanzettlich und meist 1 bis 2 cm breit; oben sind sie kleiner als am Grund.

Die Gemeine Ochsenzunge besitzt kleine, blau-violette bis bläulichrote, trichterförmige Blüten von maximal 7 mm Größe, die in einer Rispe angeordnet sind. Ihre Früchte sind länger als breit und werden von einer bis zur Mitte geteilten Krone umgeben.

Dieser Hemikryptophyt hat bis 1,2 m tiefgehende Pfahlwurzeln. Die Blüten sind nektarführende „Stieltellerblumen“. Die Art ist für Insekten ein Nektarspender von besonderem Wert. Die Kronröhre ist gerade. Die dunkelviolette Blütenfarbe ist eine Subtraktionsfarbe. Sie entsteht dadurch, dass die Epidermis der Blüten einen roten, das Mesophyll einen blauen Zellsaft besitzen. Die Blüten zeigen Heterostylie (Verschiedengriffligkeit) und bieten eine gute Nahrungsquelle für Bienen. Vorzugsweise wird die blühende Pflanze aber von Hummeln aufgesucht.

Ökologie

Der Farbwechsel der Blütenkrone von karminrot beim Aufblühen nach einfarbig dunkelviolett als Subtraktionsfarbe in Vollblüte erklärt sich dadurch, dass die Epidermis roten Zellsaft besitzt, das darunter liegende Mesophyll blauen.

Es liegt Verschiedengriffligkeit oder Heterostylie vor. Der Schlund der Blütenkrone wird durch die gleichzeitig als Saftmal dienenden Hohlschuppen fest verschlossen, wodurch Fliegen (Brachycera) und Ameisen (Formicidae) der Zugang zum Nektar verwehrt wird. Als Besucher wurden regelmäßig Echte Bienen (Apidae), einige Schmetterlinge (Lepidoptera) und Systoechus sulphureus, ein Wollschweber (Bombyliidae), beobachtet. Bei ausbleibender Insektenbestäubung findet Selbstbestäubung statt.

Die Gemeine Ochsenzunge wird häufig von dem Rostpilz (Pucciniales) Puccinia dispersa befallen. Auch verschiedene Gallmücken (Cecidomyiidae) befallen die Pflanzen und führen zu verkrüppelten Blüten.

Die Gemeine Ochsenzunge ist eine Futterpflanze für die Raupen der Eulenfalter Grüne Beifuß-Erdeule und Gelbfleck-Waldschatteneule.


Standort

Sie ist auf trockenen Äckern, Brachen und Wegrändern zu finden und bevorzugt kalkhaltigen Böden.
Nach Ellenberg handelt es sich um eine Lichtpflanze, einen Wärme- und Trockniszeiger, eine Pionierpflanze warmer Tallagen sowie um eine Ordnungscharakterart wärmebedürftiger und Trockenheit ertragender zweijähriger bis ausdauernder Ruderalfluren (Onopordetalia acanthii).

Verbreitung/Vorkommen

Die Gemeine Ochsenzunge ist im östlichen Mitteleuropa ein allgemein verbreiteter Archäophyt, weiter im Westen meist unbeständig oder aus Kultur verwildert. In den Alpen steigt sie bis in eine Höhenlage von 2309 m. Natürliche und archäophytische Vorkommen umfassen Ost- und Mitteleuropa von Griechenland über die Ukraine bis ins Baltikum (bis Ingermanland, Estland, Südfinnland, Åland, Mittelschweden, Dänemark) und westwärts bis zum Elb- und Donaugebiet, Norditalien, auch die Türkei. Als teilweise eingebürgerter Neophyt tritt die Gemeine Ochsenzunge im westlichen Mitteleuropa, in Frankreich und in England, vereinzelt bis Schottland, auf. Kleinere neophytische Ansiedlungen finden sich in Nordamerika.

Die Gemeine Ochsenzunge findet sich in Grasheiden, an trockenen Acker- und Wegrändern, in Hecken, Brachen, Weinbergen, Sanddünen, auf Schutt, offenen Weiden oder Flussalluvionen.

Nach Ellenberg handelt es sich um eine Lichtpflanze, einen Wärme- und Trockniszeiger, eine Pionierpflanze warmer Tallagen sowie um eine Ordnungscharakterart wärmebedürftiger und Trockenheit ertragender zweijähriger bis ausdauernder Ruderalfluren (Onopordetalia acanthii).

Giftigkeit

Pyrrolizidinalkaloide stehen im Verdacht bei längerer Einnahme krebserzeugend zu wirken.

Inhaltsstoffe

Die gemeine Ochsenzunge enthält das giftige Pyrrolizidinalkaloid Lycopsamin. Pyrrolizidinalkaloide stehen im Verdacht bei längerer Einnahme krebserzeugend zu wirken. Ungiftige Inhaltsstoffe sind die Alkaloide Laburnin und Acetyllaburnin.

Verwendung in der Pflanzenheilkunde

Die Gewöhnliche Ochsenzunge wurde früher als Heilpflanze genutzt. Sie enthält aber in ihrem Kraut eine hohe Konzentration an giftigen Pyrrolizidinalkaloiden, z.B. Lycopsamin. Deshalb sollte die Pflanze heute für arzneiliche Zwecke nicht mehr verwendet werden.
Dr. Koll Gemmoextrakt: Rosmarinus officinalis - RosmarinDr. Koll Gemmoextrakt: Quercus pedunculata - EicheGemmoextrakt: Tilia tomentosa - SilberlindeDr. Koll Gemmoextrakt: Coryllus avellana - Haselnuss

Gewöhnliche Ochsenzunge - Garten/Anbau

Lichtanspruch: Licht;
Boden Beschaffenheit: +/- humoser Boden; kalkarmer / kalkfreier Boden; sandiger Boden / Sandboden; steiniger Boden / Kies / Grus;
Boden PH-Wert: mäßig sauer;
Boden Feuchte: mäßig trocken;
Boden Nährstoffgehalt: nährstoffreich;

Literatur

Bildquellenverzeichnis



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