Rosmarinheide - Andromeda polifolia

Familie: Heidekrautgewächse

Kategorie: Giftpflanze  Strauch  Alpenpflanze  

Rosmarinheide Info

Andromeda: gr. Mythologie, Tochter des Königs Kepheus von Äthi­opi­en, Gemahlin des Perseus, der sie davor bewahrte, von Ungeheuern zer­fleischt zu werden. Als "Ros­ma­rienheide" von Hermann Löns in einem wun­der­schönen Lie­bes­lied besungen; "Ros­marin­hei­de", "Gränke"
polifolius: gr. polei = Gamander-blättrig

andere Namen: Polei-Gränke, Lavendelheide, Poleirosmarinheide, Sumpfrosmarin, Gränke, kleine Gränze, kleine Grantze (Schlesien), klein Post (Mark), klein Prost (Mark), klein Rosmarin (Schlesien, Mecklenburg, Kärnten), wild Rosmarin (Schlesien, Mecklenburg, Kärnten), klein Rosmarinheide, Torfheide, Torfrosmarin

Die Rosmarinheide wurde zur Blume des Jahres 1991 gewählt.

Die Rosmarinheide ist eine verholzende, immergrüne ausdauernde Pflanze, ein Zwergstrauch, der Wuchshöhen von 15 bis 30 Zentimetern erreicht. Sie bildet unterirdische Ausläufer.

Die wechselständig an den Zweigen angeordneten Laubblätter sind in kurzen Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Die einfache lederige Blattspreite ist lanzettlich. Die Blattunterseite ist weißlich. Der Blattrand ist umgerollt. Die Laubblätter ähneln somit denen des Rosmarin, woher diese Pflanzenart auch den Trivialname Rosmarinheide hat.

Die Rosmarinheide bildet in einem schirmtraubigen Blütenstand zwei bis fünf, seltener bis acht nickende Blüten. Die eiförmigen und rosafarben bis weißen Kronblätter sind familientypisch miteinander kugelig bis glockenförmig verwachsen.

Die aufrechten, bei Reife braunen, fünffächerigen Kapselfrüchte enthalten viele Samen.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 48.

Die Rosmarienheide ist ein immergrüner Zwergstrauch. Vegetative Vermehrung erfolgt durch unterirdische Ausläufer. Ihre Wurzel bildet eine Mykorrhiza vom Ericaceen-Typ.

Blütenökologisch handelt es sich um „Hängende Glockenblumen mit Streueinrichtung“, d. h. der Pollen rieselt beim Anflug auf die Besucher herab. Bestäuber sind Bienen und andere Hautflügler; aber auch Selbstbestäubung findet statt. Blütezeit reicht von Mai bis Juli.

Die Kapselfrüchte springen mit fünf Fruchtklappen auf und fungieren als Windstreuer. Die Samen können sich als Körnchenflieger ausbreiten. Die Rosmarienheide ist ein Wintersteher. Fruchtreife ist von August bis Oktober.

Zur Keimung benötigt sie einen Kältereiz (Kältekeimer) und Licht (Lichtkeimer).


Standort

Die Rosmarinheide ist ein Bewohner der Heide- und Regenmoore. Sie ist kalkmeidend und benötigt offene Standorte. Die familientypische Mykorrhiza ermöglicht es Andromeda polifolia auf stark stickstoffarmen Böden, wie es Heiden und Hochmoore sind, zu wachsen. In Mitteleuropa ist die Rosmarinheide eine Ordnungscharakterart des Sphagnetalia.

Verbreitung/Vorkommen

Andromeda polifolia ist auf der Nordhalbkugel zirkumpolar in Eurasien und Nordamerika weitverbreitet.
Die Rosmarinheide ist in Deutschland, in Bayern (besonders Bayerischer Wald, Fichtelgebirge, Rhön), Baden-Württemberg (vor allem Oberschwaben, Schwarzwald), und in norddeutschen Moorgebieten verbreitet. In anderen Gebieten ist sie entsprechend der Seltenheit des Habitats auch selten zu finden.
In den Allgäuer Alpen steigt die Rosmarinheide im Wasenmoos bei Unterkrumbach in Vorarlberg bis zu einer Höhenlage von 1700 Meter auf.

Giftigkeit

Die Rosmarinheide ist in allen Pflanzenteilen stark giftig.
Bei oraler Aufnahme kommt es zunächst zu einem Brennen im Mund, dann folgt Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Kribbeln der Haut. Außerdem treten Schweißausbrüche mit kaltem Schweiß, Schluckschwierigkeiten, Sprachstörungen, Schwindel und rauschähnliche Zustände auf. Außerdem krampft der Patient und zeigt Bradykardie im EKG. Diese ist mit einer sehr lang anhaltenden Blutdrucksenkung verbunden einhergeht. Der Tod tritt durch eine Atemlähmung ein.

Vergiftungen sind bei Weidetieren, insbesondere bei Schafen und Ziegen aufgetreten.

Beim Menschen sind Vergiftungen durch Honig aufgetreten, der von der Rosmarinheide stammt. Vergiftungen durch solchen Honig, der im türkischen Schwarzmeergebiet erworben worden war, wurden 1981 und 1982 in österreichischen Spitälern behandelt. Unter symptomatischer Therapie erholten sich die Patienten innerhalb 24 Sunden aber wieder vollständig.

Inhaltsstoffe

Hauptwirkstoffe sind Andromedotoxin, außerdem mehrere Iridoidglykoside; nach neueren Angaben sollen aber keine Diterpene vorhanden sein.

Sonstiges

Die Rosmarinheide ist ein Bewohner der Heide- und Regenmoore. Sie ist kalkmeidend und benötigt offene Standorte. Die familientypische Mykorrhiza ermöglicht es Andromeda polifolia auf stark stickstoffarmen Böden, wie es Heiden und Hochmoore sind, zu wachsen. In Mitteleuropa ist die Rosmarinheide eine Ordnungscharakterart des Sphagnetalia.

Rosmarinheide Steckbrief

Blütenfarbe: rot, rosa oder purpurn;
Höhe/Länge von 15cm bis 30cm
Blütezeit von Mai bis August
Lebensraum: Gewässer, Feuchtgebiete; Heide; Mittelgebirge;
Blütenstand: Traube
Blattstellung: mittlere Stängelblätter wechselständig
Blattspreite: ungeteilt
Blattrand: ganzrandig;
Häufigkeit: zerstreut
Lebensdauer: Holzgewächs;
Höhenstufen: Ebene / Tiefland (0-450m); Mittellage (450-1500m);
Höhenstufe min: 0m
Höhenstufe max. in den Alpen: 1700m
Lichtbedarf: Licht;
Nährstoffbedarf: basenarm; nährstoffarm;
Bodenart: +/- humoser Boden; torfiger Boden / Torfboden;
PH-Wert Boden: sauer;
Bodenfeuchte: nass;

Rosmarinheide Systematik

Abteilung:
Spermatophyta - Samenpflanzen
Unterabteilung:
Angiospermae - Bedecktsamer
Klasse:
Dicotyledoneae (Magnoliopsida) - Zweikeimblättrige
Unterklasse:
Dilleníidae - Dillenienähnliche
Ordnungsgruppe:
Heteromerae - Primelblütige
Ordnung:
Ericales - Heidekrautartige
Familie:
Ericaceae
Gattung:
Andromeda
Art:
polifolia

Rosmarinheide Garten / Anbau

Lichtanspruch: Licht;
Boden Beschaffenheit: +/- humoser Boden; torfiger Boden / Torfboden;
Boden PH-Wert: sauer;
Boden Feuchte: nass;
Boden Nährstoffgehalt: basenarm; nährstoffarm;
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Literatur

Bildquellenverzeichnis


Schütze diese Pflanze besonders!

ACHTUNG: Nicht pflücken, sammeln oder zertreten!
Diese Pflanze ist evtl. geschützt und steht auf der Roten Liste Schweiz! Kategorie NT (Potenziell gefährdet)


ACHTUNG: Nicht pflücken, sammeln oder zertreten!
Diese Pflanze ist evtl. geschützt und steht auf der Roten Liste Bayern! Kategorie 3 (gefährdet)


ACHTUNG: Nicht pflücken, sammeln oder zertreten!
Diese Pflanze ist evtl. geschützt und steht auf der Roten Liste Deutschland! Kategorie 3 (gefährdet)





 

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