Kleine Klette - Arctium minus

Familie: Asteraceae
Steckbrief | Systematik
Kategorie: Bienenblume

<b>Kleine Klette - <i>Arctium minus</i></b>
Kleine Klette - Arctium minus
Bildquelle: Wikipedia User Enrico Blasutto; Bildlizenz: CC BY-SA 3.0;

Arctium: gr. arktos = Bär (borstige Hüllblätter des Frucht­standes); "Klet­te"
minimus: kleinster (Superlativ von parvus)


Kleine Klette - Arctium minus; Bildquelle: <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Deutschlands Flora in Abbildungen 1796">Deutschlands Flora in Abbildungen 1796</a>; Bildlizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/publicdomain/deed.de" target=_blank title="Public Domain">Public Domain</a>; Kleine Klette - Arctium minus; Bildquelle: <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Wikipedia User Enrico Blasutto">Wikipedia User Enrico Blasutto</a>; Bildlizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de" target=_blank title="Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported (CC BY-SA 3.0)">CC BY-SA 3.0</a>;

Erscheinungsbild und Laubblatt

Die Kleine Klette wächst als zweijährige krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von bis zu 1,5 oder 2 Meter. Sie bildet eine bis zu 30 cm tief in den Boden reichende, dicke Pfahlwurzel aus. Die vegetativen Pflanzenteile sind grünlich bis rötlich-purpurfarben und spärlich mit spinnenartigen Haaren bedeckt oder kahl. Der Stängel ist gut verzweigt.

Die Kleine Klette besitzt im ersten Jahr in einer grundständigen Rosette angeordnete und im zweiten Jahr wechselständig am Stängel verteilt angeordnete Laubblätter. Die Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Der mit spinnenartigen Haaren bedeckte Blattstiel ist typischerweise hohl, bis zu 40 cm lang und oben gerillt. Die Grundblätter sind mit einer Länge von bis zu 60 cm relativ groß. Die unteren Stängelblätter besitzen eine eiförmige Blattspreite mit gestutzter bis herzförmiger Spreitenbasis. Der Blattrand ist gebuchtet bis gewellt. Nach oben hin werden die Stängelblätter kleiner. Die Blattoberseite ist dunkelgrün und die Blattunterseite ist wollig behaart.
Ausschnitt des Gesamtblütenstandes mit einigen Blütenkörben und Blüten mit zweiästigen Griffeln

Blütenstand, Blüte und Frucht

Die Kleine Klette bildet im zweiten Lebensjahr Blütenstände aus. Die Blütezeit reicht von Juli bis Oktober. Die Blütenstände sind dornig. Die Brakteen sind mit Haken versehen. Die fast kugeligen, körbchenförmigen Blütenstände weisen einen Durchmesser von etwa 2 cm auf. In den Blütenkörben sind nur zwittrige Röhrenblüten vorhanden. Die Blütenfarbe ist rosa- bis lavendelfarben.

Es werden glatte Achänen mit einem Pappus gebildet. Fruchtreife ist von September bis Oktober.
Chromosomenzahl

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 32 oder 36.

Synökologie

Hakenförmige Hüllblattspitze
Kleine Klette (Arctium minus)

Blütenbiologisch handelt es sich um den „Disteltyp“. Die Bestäubung erfolgt durch Bienen und Schmetterlinge.

Ausbreitungseinheit sind die Klett-Fruchtstände mit hakigen Hüllblattspitzen und zahlreichen glatten Achänen. Die zur Fruchtzeit weitgehend geschlossenen Körbchen bleiben im Fell von Tieren hängen und werden zum Teil unversehrt abgerissen, wie dies bei Kletthaftern vorkommt. Danach werden die Klettfrüchte allmählich ausgeschüttelt. Zu Anfang der Reife können die Kletten noch an der Pflanze haften, schleudern dann aber beim Zurückschnellen der sparrig-dürren Pflanze die Früchte aus und werden damit zum Tierstreuer. Bei Nässe bleiben aber auch die Früchte selbst am Tierfell haften und werden damit zum Wasserhafter. Dazu kommt noch die Möglichkeit der Bearbeitungsausbreitung der Früchte durch Körner fressende Vögel, wie beispielsweise durch Distelfinken. Der Pappus der Achänen ist brüchig und hautreizend. Es handelt sich um einen Wintersteher. Nach Vertrocknung der Blütenstände und bei Reife der Früchte heften sich die behakten Brakteen an Menschen oder Tiere, um so den kompletten Fruchtstand, als Diaspore, zu transportieren (Epichorie).


Standort

Die Kleine Klette braucht stickstoffreichen, aber eher kalkarmen oder kalkfreien, locker-steinigen Lehmboden. Sie besiedelt Ödland, Ufer, Zäune, Wegränder. Im Allgemeinen tritt sie häufig auf, nur in Sandgebieten und Gegenden mit rauerem Klima kann sie kleinräumig auch fehlen. Sie meidet aber Hochlagen. In den Allgäuer Alpen kommt sie in Vorarlberg zwischen Hochtannberg und Körbersee bis in Höhenlagen von 1420 Metern vor. Sie ist eine Charakterart des Verbands Arction lappae, kommt aber auch in Gesellschaften des Verbands Aegopodion podagrariae oder seltener des Verbands Onopordion acanthii vor.

Verbreitung/Vorkommen

Autökologie

Die Kleine Klette ist eine zweijährige Halbrosettenpflanze. Ihr Verbreitungsgebiet umfasst ursprünglich Europa und Westasien. In Nord- und Südamerika, Australien, Neuseeland und auf den Azoren ist sie aber ein Neophyt.

Inhaltsstoffe

Sesquiterpenlactone
D.-B.-Entoxin® NNeolin-Entoxin®
Erkältungs-Entoxin®Matrix-Entoxin®

Kleine Klette - Garten/Anbau

Boden Beschaffenheit: kalkarmer / kalkfreier Boden; lehmiger Boden / Lehmboden;
Boden Nährstoffgehalt: nährstoffreich;

Literatur

Bildquellenverzeichnis



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