Feld-Beifuß - Artemisia campestris

Familie: Korbblütler - Asteraceae

Kategorie: Alpenpflanze  

Feld-Beifuß Info

Artemisia: nach d. gr. Göttin Artemis (Göttin d. Jagd und Ge­burt), We­hen­mittel, Würzkraut für Wild; "Beifuß", "Wer­mut"
campestris: auf dem Feld

Der Feld-Beifuß ist eine ausdauernde Pflanze mit einem stark verholzten Wurzelstock, der viele sterile Blattrosetten sowie Blütenstängel bildet. Die Pflanzen erreichen Wuchshöhen von (10 bis) 20 bis 80 (bis 150) Zentimeter. Sie sind niederliegend bis aufsteigend. Die Stängel sind kahl oder filzig bis seidig behaart und fast geruchlos.

Zur Blüte welken die Blätter noch nicht. Die gestielten Grundblätter sind zwei- bis dreifach unregelmäßig fiederteilig mit 1 Millimeter breiten, lang stachelspitzigen Zipfeln. Die unteren Stängelblätter haben einen am Grund geöhrten Stiel und sind zwei- bis dreifach fiederteilig. Die oberen Stängelblätter sind sitzend und teilweise ungeteilt. Junge Laubblätter sind seidig behaart, werden später aber kahl.

Der Gesamtblütenstand ist locker und sparrig mit häufig einseitswendig angeordneten, kurz gestielten, aufrechten oder abstehenden und nur selten nickenden Blütenkörben. Die Körbe sind 2 bis 3 (bis 8) Millimeter lang und kugelig bis länglich-eiförmig; die Hüllblätter sind eiförmig, außen kahl sowie grün oder oft rot überlaufen und besitzen einen Hautrand. Der Korbboden ist kahl. Die Randblüten sind weiblich und fruchtbar; die inneren Röhrenblüten sind zwittrig, wobei die innersten häufig steril sind. Die Blütenkrone ist gelb oder auch rötlich bis rotbraun.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 36.

Ökologie

Der Feld-Beifuß ist ein immergrüner Chamaephyt. Er ist an Trockenheit durch die bis 1,5 m tief reichenden Wurzeln angepasst.

Die Blüten werden durch den Wind bestäubt, aber auch Bestäubung durch Insekten soll vorkommen. Blütezeit ist von August bis Oktober.

Die Früchte sind Schirmchenflieger mit der bleibenden Blütenhülle als Flugapparat. Daneben findet Klebausbreitung durch die bei Feuchtigkeit verschleimende Fruchtwand statt. Fruchtreife ist von August bis September.


Standort

Er wächst in Trockenrasen, an trockenen, sandigen Ruderalstellen und auf Dünen. Andere Populationen kommen in obermontanen bis alpinen Zwergstrauchheiden und Nacktriedrasen vor.

Verbreitung/Vorkommen

Der Feldbeifuß kommt in Europa, in den gemäßigten Zonen Asiens, in Nordafrika und in Nordamerika vor.

Inhaltsstoffe

Sesquiterpenlactone

Sonstiges

Der Feldbeifuß ist eine formenreiche Sammelart, deren Untergruppen teils als Arten, Unterarten oder Varietäten eingestuft werden. Schmeil-Fitschen (2001/2002) führt folgende Unterarten auf:

Artemisia campestris subsp. alpina (DC.) Arcang.: Die Verbreitung reicht nach Schmeil-Fitschen von der Schweiz bis zur Steiermark; bei Fischer wird diese Unterart in Anmerkung zu Artemisia borealis als taxonomisch unklare Sippe zwischen Artemisia campestris und Artemisia borealis erwähnt.
Artemisia campestris subsp. borealis H.M.Hall& Clem.: Bei Fischer wird diese Unterart als Art Artemisia borealis Pall. geführt. Sie besiedelt Zwergstrauchheiden der Hohen Tauern.
Artemisia campestris subsp. campestris: Bei Fischer wird diese Unterart als Artemisia campestris s.str. angeführt. Sie besiedelt Trockenrasen und Felssteppen. Die österreichischen Vorkommen sind im pannonischen Becken häufig und ansonsten selten. Sie ist in allen Bundesländern anzutreffen außer in Vorarlberg, wo diese Unterart als ausgestorben gilt. Die Varietät Artemisia campestris var. campestris besitzt kahle Blätter.
Artemisia campestris subsp. lednicensis Spreng., Greuter & Raab-Straube: Das Verbreitungsgebiet sind Steppenrasen und Trockenhänge im südlichen Teil Deutschlands. Bei Fischer wird die Varietät Artemisia campestris var. lednicensis mit dicht seidig-filzigen Blättern beschrieben.
Artemisia campestris subsp. sericea Lemke & Rothm.: Die Heimat sind die Dünen der Ostseeküste. Bei Fischer wird diese Unterart als Synonym zu Artemisia campestris var. lednicensis betrachtet. Nach Euro+Med muß sie Artemisia campestris subsp. inodora Nyman heißen und ihr Verbreitungsgebiet reicht von Osteuropa und Südosteuropa bis zur Türkei und Transkaukasien.

Feld-Beifuß Steckbrief

Blütenfarbe: gelb; rot, rosa oder purpurn; weiß;
Höhe/Länge von 30cm bis 60cm
Blütezeit von August bis Oktober
Lebensraum: Gebirge; gestörte Standorte: Schutt- und Kiesplätze, Wege, Straßenränder, Unkrautfluren, Stadt, Pflasterritzen, u.a.; Halbmagerrasen; Heide; Staudenfluren, mont. und alp. Hochstaudenfluren; Trockenrasen;
Blütenstand: Köpfchen, Körbchen
Blattstellung: mittlere Stängelblätter wechselständig
Blattspreite: geteilt
Blattrand: ganzrandig;
Trockenfrüchte: Achäne
Häufigkeit: zerstreut
Lebensdauer: ausdauerndes Kraut (Staude);
Höhenstufen: Ebene / Tiefland (0-450m); Hochlage (1500-3000m); Mittellage (450-1500m);
Höhenstufe min: 0m
Höhenstufe max. in den Alpen: 3000m
Bodenfeuchte: mäßig trocken; trocken;

Feld-Beifuß Garten / Anbau

Boden Feuchte: mäßig trocken; trocken;
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Literatur

Bildquellenverzeichnis


Schütze diese Pflanze besonders!

ACHTUNG: Nicht pflücken, sammeln oder zertreten!
Diese Pflanze ist evtl. geschützt und steht auf der Roten Liste Bayern! Kategorie V (Arten der Vorwarnliste)





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