Langblättrige Melde - Atriplex oblongifolia

Familie: Chenopodiáceae
Steckbrief | Systematik

<b>Langblättrige Melde - <i>Atriplex oblongifolia</i></b>
Langblättrige Melde - Atriplex oblongifolia
Bildquelle: Wikipedia User Stefan.lefnaer; Bildlizenz: CC BY 4.0;
Wiki Commons Bildbeschreibung: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Atriplex_oblongifolia_sl11.jpg


Atriplex: Name der Melde bei Plinius, gr. a = verstärkendes Prä­fix, triplex = dreifach (Fruchtform); "Melde"

andere Namen: Langblatt-Melde


Die Langblättrige Melde wächst als einjährige krautige Pflanze, die Wuchshöhen von meist 60 bis 150 cm (10 bis 180 cm) erreicht. Der aufrechte Stängel ist von der Basis an verzweigt mit steif aufrechten Seitenzweigen. Die Laubblätter sind im unteren Teil des Stängels gegenständig, weiter oben wechselständig angeordnet und häufig in der Längsachse verdreht. Sie weisen eine Länge von (2 bis) meist 3 bis 8,5 cm und eine Breite von 0,6 bis 9 cm auf. Sie besitzen einen 0,5 bis 3 cm langen Blattstiel. Ihre Blattspreite ist zunächst mehlig, später verkahlend und beidseitig etwa gleichfarbig graugrün. Die Spreitenform ist breit eiförmig bis rautenförmig oder dreilappig mit verlängertem buchtig-gezähnten Mittellappen und keilförmigem Blattgrund. Die obersten Blätter sind lanzettlich und ganzrandig.

Die end- oder seitenständigen, zusammengesetzten ährigen Blütenstände weisen eine von Länge 6 bis 25 cm auf. In der Achsel von Tragblättern stehen Knäuel aus meist mehr als acht grünen Blüten. Die Langblättrige Melde ist einhäusig getrenntgeschlechtig (monözisch). Männliche Blüten enthalten fünf längliche Blütenhüllblätter (Tepalen), sowie fünf Staubblätter. Nach dem Verblühen werden diese Blüten schwärzlich. Weibliche Blüten werden von zwei Vorblättern umhüllt, Blütenhüllblätter sind nicht vorhanden, sie enthalten nur einen vertikalen Fruchtknoten.

Die von ihren Vorblättern umhüllten Früchte sitzen lückig aneinandergereiht an den Fruchtästen. Die Vorblätter sind bei einer Länge von 5 bis 6 mm und einer Breite bis 4,5 mm breit eiförmig, länger als breit und spitz zulaufend. Sie sind meist ganzrandig oder können an der breitesten Stelle in der basalen Hälfte jederseits ein Zähnchen aufweisen. Sie sind nur am Grunde verwachsen. Ihre Oberfläche durchziehen drei von der Basis an getrennte Hauptadern, deren mittlere oft rötlich gefärbt ist. Mit einer Lupe sind auf der Vorblattfläche manchmal zwei kleine Höcker zu erkennen.

Der Frucht steht immer vertikal. Die Samengröße erreicht etwa vier Fünftel der Vorblattlänge. Es gibt zwei Samentypen (Heterokarpie): Schwarze Samen und dunkelbraun-graue Samen. Die schwarzen Samen sind von der längs gestreiften häutigen Fruchtwand bedeckt, nach Abreiben derselben wird ihre glänzende Oberfläche sichtbar.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n=36.

Die Langblättrige Melde ist eine C3-Pflanze mit normaler Blattanatomie.

Die Blütezeit der Langblättrigen Melde reicht von Mitte August bis September. Die Bestäubung erfolgt in der Regel durch den Wind, aber auch Selbstbestäubung oder die Übertragung der Pollen durch Insekten sind möglich. Beim Sammeln von Nektar konnten Wildbienen (Lasiglossum polites), Schwebfliegen, Ameisen (Formica polyctena) und Fransenflügler beobachtet werden (siehe Schwarz 2004).

Als Pflanzensaftsauger wurden Weichwanzen an der Langblättrigen Melde gefunden.


Standort

Die Langblättrige Melde wächst in Äckern und kurzlebigen Unkrautfluren, beispielsweise in halb-ruderalen Quecken-Rasen an trockenwarmen Standorten. Sie benötigt volle Besonnung und gilt als Wärmezeiger. Die Pflanzensoziologie beschreibt sie als Kennart der Assoziation Sisymbrio-Atriplicetum oblongifoliae.

Verbreitung/Vorkommen

Die Langblättrige Melde ist in Europa, Westasien und Sibirien verbreitet. Als eingeführte Art kommt sie auch in Nordamerika vor.

In Deutschland ist die Langblättrige Melde schon seit mehr als fünfhundert Jahren heimisch (Archäophyt). Ihr Schwerpunkt der Verbreitung liegt in Ostdeutschland sowie in Rheinland-Pfalz und Hessen. Auch im nördlichen Teil Bayerns sind eine Reihe von Fundorten bekannt.

In Österreich kommt die wärmeliebende Art im pannonischen Gebiet zerstreut, sonst selten auf trockenen, nährstoffreichen Ruderalstellen und selten auf Salzfluren der collinen Höhenstufe vor. Das Auftreten beschränkt sich auf die Bundesländer Wien, Niederösterreich, Burgenland und Oberösterreich sowie unbeständig auf Nordtirol und Salzburg.
Viscum-Entoxin® NAdenolin-Entoxin® NN
Fella-Entoxin®Broncho-Entoxin® N

Langblättrige Melde - Garten/Anbau

Lichtanspruch: Licht;

Literatur

Bildquellenverzeichnis



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