Sand-Hafer - Avena strigosa

Familie: Poaceae
Steckbrief | Systematik
Kategorie: Süßgräser

<b>Sand-Hafer - <i>Avena strigosa</i></b>
Sand-Hafer - Avena strigosa
Bildquelle: Flora Batava of Afbeelding en Beschrijving van Nederlandsche Gevassen, XVI. Deel. 1881; Bildlizenz: Public Domain;

Avena: lat. Pflanzenname; "Hafer"
strigosus: mager, schmächtig


Der Sand-Hafer ist eine einjährige Pflanze von blaugrüner Farbe und manchmal stark bereift. Die Halme werden 40 bis 120, selten bis 150 cm hoch, sie sind kahl und haben drei bis fünf Knoten.

Die Blattscheiden sind kahl, die unteren sind zerstreut behaart. Das Blatthäutchen ist ein häutiger Saum von 2 bis 5 mm Länge. Die Blattspreite ist 8 bis 25, selten bis 40 cm lang, 5 bis 10 mm breit, rau und flach ausgebreitet.

Der Blütenstand ist eine 8 bis 30 cm lange Rispe, die bis 10 cm breit ist, aufrecht, locker und meist einseitwendig ist. Die Ährchen sind zweiblütig, nur selten ein- oder dreiblütig. Ohne Grannen sind sie 16 bis 24 mm lang, zur Reifezeit zerfallen sie nicht. Die Hüllspelzen sind fast gleich groß, haben sieben bis neun Nerven und sind so lang wie das Ährchen. Die untere Hüllspelze ist etwas kürzer als die obere. Sie sind lanzettlich, spitz, kahl und häutig. Die Deckspelzen sind siebennervig. Bis zur Spitze der Seitenlappen, also ohne Seitengrannen, sind sie 12 bis 17 mm lang, lanzettlich und am oberen Ende tief eingeschnitten. Die beiden Seitenlappen laufen je in eine 3 bis 9 mm lange Granne aus. Sie sind kahl, teilweise in der oberen Hälfte leicht behaart, zur Reife werden sie bräunlich bis schwärzlich, glänzend und dick. Auf dem Rücken unterhalb der Mitte trägt sie eine Granne, die 20 bis 30 mm lang ist, gekniet und im unteren Teil gedreht. Die Vorspelzen sind 10 bis 14 mm lang. Die Staubbeutel sind 2,5 bis 4 mm lang. Blütezeit ist Juni bis August.

Die Früchte (Karyopsen) sind 7 bis 8 mm lang und behaart.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 14.


Standort

Der Sand-Hafer wächst nach Aufgabe des Anbaus meist als Unkraut in Saat-Hafer-Feldern, kommt aber auch auf Schuttplätzen und auf Wegen vor. Er kommt vor in Gesellschaften des Verbands Aperion spicae-venti. In vielen Gebieten seines früheren Anbaus ist er wieder verschwunden.

Verbreitung/Vorkommen

Der Sand-Hafer ist ursprünglich in Westeuropa verbreitet, wurde aber auch in Zentral- und Osteuropa angebaut.

In Deutschland ist die Art in Schleswig-Holstein gefährdet, in Hessen ausgestorben, in den übrigen Bundesländern fehlend oder unbeständig. Sie wird als unbeständige Art, bzw. als Kulturart eingestuft. In Österreich kommt der Sand-Hafer zerstreut bis sehr selten vor und ist für die Bundesländer Burgenland, Wien, Nieder- und Oberösterreich, Steiermark und Salzburg nachgewiesen. Für die Schweiz gibt es keine ausreichenden Daten, hier gilt der Sand-Hafer als reine Kulturpflanze.
Dr. Koll Pflanzenextrakt: Gelber Enzian – Gentiana luteaDr. Koll Gemmoextrakt: Olea europaea - OliveDr. Koll Gemmoextrakt: Betula alba - SilberbirkeDr. Koll Gemmoextrakt: Coryllus avellana - Haselnuss

Sand-Hafer - Garten/Anbau

Boden Beschaffenheit: kalkhaltiger / kalkreicher Boden; lehmiger Boden / Lehmboden; sandiger Boden / Sandboden; toniger Boden / Tonboden;
Boden Nährstoffgehalt: nährstoffreich;

Sonstige Verwendung

Der Sand-Hafer wurde bis etwa Ende des 19. Jahrhunderts besonders im Westen Europas in Gebieten angebaut, die für den Saat-Hafer nicht mehr geeignet sind. Beispiele sind die Berglandschaften von Wales oder die Inseln im Westen und Norden Schottlands. Die Nutzung erfolgte wie beim Saat-Hafer.

Aktuell wird der Sand-Hafer oft als abfrierende Gründüngung im Acker- und Gemüsebau verwendet.

Literatur

Bildquellenverzeichnis



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