Sumpf-Reitgras - Calamagrostis canescens

Familie: Poaceae
Steckbrief | Systematik
Kategorie: Süßgräser

<b>Sumpf-Reitgras - <i>Calamagrostis canescens</i></b>
Sumpf-Reitgras - Calamagrostis canescens
Bildquelle: Wikipedia User Fice; Bildlizenz: CC BY-SA 3.0;

Calamagrostis: gr. kalamos = Rohr, agrostos = Name für ein Acker­gras; "Reitgras"
canescens: weißgrau werdend

andere Namen: Lanzettliches Reitgras, Moor-Reitgras


Vegetative Merkmale

Das Sumpf-Reitgras ist ein ausdauerndes Gras, das eine Wuchshöhe von 60 bis 120 (bis 150) Zentimetern erreicht. Die Pflanze erscheint hellgrün-glänzend und wächst in dichten rasigen Beständen, da sie lange unterirdische Ausläufer bildet. Die zahlreichen Erneuerungstriebe wachsen extravaginal empor. Die Halme stehen aufrecht und sind unterhalb der Rispe oft rau, ansonsten glatt. Bei kräftigen Exemplaren ist der Halm an den unteren Knoten verzweigt. Ein Halm hat drei bis fünf (bis sechs) Knoten.

Die Blattscheiden sind glatt und kahl. Das Blatthäutchen (Ligula) ist 2 bis 3 (bis 5) Millimeter lang, kahl, nach oben verschmälert und an der Spitze gestutzt. Die Blattspreite wird bis 40 Zentimeter lang und ist 3 bis 6 (bis 8) Millimeter breit. Sie ist flach oder eingerollt. An der Oberseite ist sie gerippt und weißhaarig. Diese Behaarung führte auch zum Art-Epithet canescens = weißgrau werdend. Auf beiden Seiten und am Rand ist die Spreite rau. Die Unterseite ist glänzend.

Blütenstand und Blüten

Der Blütenstand ist eine lockere bis dichte Rispe von (5 bis) 10 bis 25 Zentimetern Höhe und 3 bis 6 Zentimetern Breite. Zur Blütezeit stehen die Rispenäste ausgebreitet und schlaff, teilweise auch überhängend. Die Äste sind bis zu 8 Zentimeter lang und stehen zu dritt bis fünft in Büscheln.

Ein Ährchen ist 4,5 bis 6 Millimeter lang, von hellgrüner Farbe und häufig violett überlaufen. Über dem Blütchen befindet sich kein Achsenfortsatz. Die Hüllspelzen sind nur wenig ungleich, wobei die untere etwas länger als die obere ist. Die Hüllspelzen sind einnervig, 4,5 bis 6 Millimeter lang und von lanzettlicher bis spitzer Gestalt. Am Grund der Deckspelze stehen dicht Haare, die mit 3 bis 3,5 Millimetern Länge die Deckspelze überragen. Diese ist fünfnervig und 2 bis 2,5 Millimeter lang, von breit lanzettlicher Form und zarthäutig. Oben ist sie kurz zweispaltig mit abgerundeten Seitenlappen. Die Granne entspringt an der Ausrandung der Deckspelze oder leicht darunter. Sie ist so lang wie oder maximal 1 Millimeter länger als die Seitenlappen. Die Staubbeutel sind rund 1,5 Millimeter lang, hellbraun und hängen während der Anthese aus den Spelzen heraus. Die Blütezeit reicht von Juni bis August.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 28.


Standort

Das kräftige Gras kommt in Flachmooren, Niedermoorwiesen, an Ufern (besonders schilfreiche Seeufer) und in Gebüschen (besonders Erlenbrüchen) auf nährstoffreichen, schlecht durchlüfteten und anmoorigen Böden vor. Es ist ein ausgesprochener Staunässezeiger, sowie eine Halbschattenpflanze, ein Mäßigwärme- und Mäßigsäurezeiger. Im Schatten bleibt es häufig steril

Verbreitung/Vorkommen

Das Sumpf-Reitgras kommt in Europa und Westsibirien vor und weist eine temperate bis boreale Verbreitung mit einem Schwerpunkt im subozeanischen Bereich auf. Die Art ist im Osten und Norden Deutschland verbreitet, ansonsten selten. In Österreich kommt es im Waldviertel zerstreut, ansonsten selten vor, in den Alpen und im nördlichen Alpenvorland gilt es als stark gefährdet. In Liechtenstein fehlt es, in der Schweiz ist es gefährdet. Die Art kommt bis in die montane Höhenstufe vor und steigt im Schwarzwald bis 900 m.
Sumpf-Reitgras bestandsbildend an einem norddeutschen Schlatt

Pflanzensoziologisch handelt es sich um eine mäßig stete Ordnungscharakterart der Erlenbruchwälder (Alnetalia glutinosae). Im Grasland zeigt Sumpf-Reitgras ehemalige Bruchwaldstandorte an. Als Futtergras ist es wertlos; lediglich ganz jung kann es als Notfutter verwendet werden. Es wird jedoch früh schneidend scharfrandig. Gelegentlich findet es als Streu Verwendung.
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Sumpf-Reitgras - Garten/Anbau

Boden PH-Wert: mäßig sauer;
Boden Feuchte: mäßig feucht; wechselfeucht;

Literatur

Bildquellenverzeichnis



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