Pfeilkresse - Cardaria draba

Familie: Brassicaceae
Steckbrief | Systematik
Kategorie:

<b>Pfeilkresse - <i>Cardaria draba</i></b>
Pfeilkresse - Cardaria draba
Bildquelle: Wikipedia User Karelj; Bildlizenz: Public Domain;

Cardaria: gr. kardia =Herz (Blattform), evtl. auch umgebildet aus Car­damine, s.dort; "Pfeilkresse"

andere Namen: Herzkresse, Türkische Kresse


Pfeilkresse - Cardaria draba; Bildquelle: <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Wikipedia User Luis Fernandez Garcia">Wikipedia User Luis Fernandez Garcia</a>; Bildlizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de" target=_blank title="Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported (CC BY-SA 3.0)">CC BY-SA 3.0</a>; <br>Wiki Commons Bildbeschreibung: <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Cardaria_draba_20070415.jpg" target=_blank title="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Cardaria_draba_20070415.jpg">https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Cardaria_draba_20070415.jpg</a>

Die Pfeilkresse wächst als ausdauernde, krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 30 bis 60 cm. Sie besitzt eine Pfahlwurzel und ein ausgedehntes, weit verzweigtes System von Rhizomen, die an den Knoten Knospen entwickeln, aus denen zahlreiche herdenbildende Luftsprosse treiben. Die Stängel sind meist aufrecht, kräftig, am Grund mehr oder weniger dicht und anliegend grauhaarig, oberwärts kahl und im Blütenstandsbereich verzweigt.

Die Grundblätter sind kurz gestielt, 1,5 bis 10 cm lang sowie 1 bis 4 cm breit, verkehrt-eiförmig, spatelig oder eiförmig, buchtig gelappt, unregelmäßig gezähnt bis ganzrandig und ebenfalls mehr oder weniger dicht grauhaarig. Sie sind zur Blütezeit meist vertrocknet. Die wechselständigen Stängelblätter sind zahlreich, wechselständig, sitzend, stängelumfassend mit herz- oder pfeilförmigem Grund, 1 bis 9 (bis 15) cm lang sowie 0,5 bis 2 (bis 5) cm breit und behaart oder kahl. Sie besitzen eine lineal-längliche, lanzettliche, eiförmige oder verkehrt-eiförmige Form.
Der schirmtraubige Blütenstand bildet einen mehr oder weniger kompakten, auf der Oberseite abgeflachten Schirm. Die zwittrigen, vierzähligen Blüten sind wohlriechend. Die vier Kelchblätter sind länglich, 1,5 bis 2,5 mm lang, kahl und haben eine weißen Rand. Die vier Kronblätter sind weiß, 2 bis 4 mm lang, verkehrt-eiförmig und haben einen 1 bis 1,7 mm langen Nagel. Die sechs Staubblätter haben vier seitständige und zwei mittelständige Nektardrüsen. Der Griffel hat eine Länge von 0,8 bis 1,6 mm und bleibt an der Frucht erhalten.

Die 2,5 bis 3,5 mm langen und 3 bis 5 mm breiten Früchte öffnen sich bei Reife nicht. Sie sind abgeflacht, herzförmig bis fast nierenförmig, an der Spitze stumpf oder spitzlich und ohne Ausrandung, am Rand ungeflügelt. Die Klappen sind dünn, netznervig, glatt und kahl. Jedes Fruchtfach enthält meist nur einen Samen. Die rotbraunen Samen sind eiförmig mit einer Länge von 1,5 bis 2 mm.

Lepidium draba ist meist oktoploid mit 2n = 64 (selten 62) Chromosomen, seltener tetraploid mit 2n = 32 Chromosomen.

Die Pfeilkresse ist ein ausdauernder Hemikryptophyt und Wurzelknospengeophyt. Sie ist ein Wurzelkriechpionier und ein Tiefwurzler.

Ihre Blüten sind unscheinbare, weiße, vorweibliche „Nektar führende Scheibenblumen“. Die Bestäubung erfolgt durch Fliegen; aber auch Selbstbestäubung findet statt, indem sich die Staubblätter vor dem Aufblühen zur Narbe hin krümmen. Blütezeit ist von Mai bis Juli.

Die Früchte sind zweisamige Schötchen, die bei der Reife nicht aufspringen, sondern zerfallen. Sie breiten sich als Körnchenflieger durch den Wind aus. Die starke Ausbreitung entlang von Bahngleisen soll darauf zurückzuführen sein, dass die Früchte vom Luftzug der Züge mitgerissen werden. Allerdings ist der Samenansatz meist sehr gering. Die Samen sind Lichtkeimer.

Vegetative Vermehrung erfolgt reichlich durch Wurzelsprosse. Daher stehen die Pflanzen oft in großen Herden zusammen. Unter günstigen Bedingungen können die Bestände pro Jahr einen Zuwachs von über 3 Quadratmetern erreichen. Die vegetative Ausbreitung wird auch stark durch den Menschen gefördert, indem er Spross- und Wurzelstücke verschleppt.


Standort

Die Pfeilkresse wächst an Wegrändern, auf Bahndämmen, in Hafenanlagen und auf Schutthalden, aber auch auf lehmigen Äckern und in Weinbergen. Sie bevorzugt sommerwarmes und niederschlagsarmes Klima und nährstoff- und basenreiche, meist humusarme Böden. Im pflanzensoziologischen System gilt sie in ihrem mitteleuropäischen Teilareal als Charakterart der Assoziation Cardario-Agropyretum im Verband Convolvulo-Agropyrion (Halbruderale Halbtrockenrasen), kommt aber auch in der Verbänden Sisymbrion und Caucalidion und in der Ordnung Onopordetalia vor.

Verbreitung/Vorkommen

Als ursprüngliche Heimat der Pfeilkresse werden das Mittelmeergebiet, das südliche Osteuropa, Vorderasien und Zentralasien angesehen. Von dort aus ist die Pfeilkresse als invasiver Neophyt nach Mittel- und Westeuropa sowie nach Nordamerika (Kanada, USA, Mexiko), Südamerika (Argentinien, Chile), Süd-Asien (Nord-Indien, Saudi-Arabien), Südafrika, Australien und Neuseeland verschleppt worden. Die Pfeilkresse wurde in Deutschland erstmals 1728 in Ulm durch J.D.Leopold in seinem Werk Deliciae sylvestres florae Ulmensis nachgewiesen, in England 1802, in den USA 1862, in Neuseeland 1904. In Mitteleuropa beschleunigte sich die Ausbreitung um 1830 und wurde durch den Aufbau des Eisenbahnnetzes gefördert.
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Pfeilkresse - Garten/Anbau

Lichtanspruch: Licht;
Boden Beschaffenheit: +/- humoser Boden; lehmiger Boden / Lehmboden;
Boden Nährstoffgehalt: basenreich; nährstoffreich;

Literatur

Bildquellenverzeichnis



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