Vegetative Merkmale
Die Walzen-Segge ist eine ausdauernde, horstbildende krautige Pflanze. Die 2 bis 4 mm breiten Laubblätter sind etwa so lang wie der Stängel. Der deutlich dreikantige Stängel ist nur im unteren Bereich beblättert.
Generative Merkmale
Der Blütenstand wird nie von einer Tragblatthülle überragt. Die stark genäherten Ähren stehen gehäuft zu acht bis zu zwanzig zusammen. Dabei sind die männlichen Ährchen an der Spitze und die weiblichen am Grund zu finden. Die innen schwach, außen jedoch stark gewölbten lanzettlichen undeutlich zweizähnigen ungeflügelten Schläuche überragen die Spelzen zuletzt stark.
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = ca. 56.
Ökologie
Sie vermehrt sich auch vegetativ mit Hilfe ihres Rhizoms.
Die Blütezeit reicht von Ende April bis Juni. Die Bestäubung erfolgt durch den Wind (Anemophilie). Die schwimmfähigen Diasporen werden durch das Wasser ausgebreitet (Hydrochorie). Die Samen keimen überwiegend erst im nächsten Frühjahr und nur zum Teil schon nach der Aussaat.
Standort
Die Walzen-Segge besiedelt in Mitteleuropa Auwälder, Gräben und Ufer, sie geht aber auch in Streuwiesen. Sie kommt in Deutschland nur zerstreut an teils überfluteten Ufern von Gewässern, in Mooren oder anderen Kleinseggenrieden vor. In Erlenbeständen ist sie eine Zeigerpflanze für Staunässe. Carex elongata ist die namensgebende Assoziationskennart der Walzenseggen-Erlenbruchwälder (Carici elongatae-Alnetum glutinosae). Sie wächst auf staunnassen, gelegentlich überfluteten Böden, die sowohl aus flachgründigem Sand über undurchlässigem Gestein wie auch aus Lehm oder Ton bestehen kann.
Verbreitung & Vorkommen
Die Walzen-Segge gedeiht in den gemäßigten und in den borealen Zonen Eurasiens. Sie ist von Irland und Frankreich im Westen bis zum Baikalsee in Sibirien im Osten verbreitet und sie kommt in Teilen Westasiens vor. In Europa erstreckt sich ihr Areal im Norden bis ins nördliche Fennoskandien, (wo sie allerdings im arktischen Bereich fehlt), weiter nach Südeuropa, wo sie nur selten vorkommt, ferner kommt sie im Kaukasusraum vor.
In den Mittel- und Hochgebirgen Deutschlands ist die Walzen-Segge recht selten. Im mitteleuropäischen Tiefland kommt sie häufig vor, in den dortigen mittleren Höhenlagen ist sie selten; in den Alpen ist sie sehr selten, dort fehlt sie auch auf weiten Strecken. Sie steigt kaum bis auf Höhenlagen über 1000 Metern. In den Allgäuer Alpen steigt sie nahe der Walserschanze im Breitachtal in Bayern bis zu 1050 m Meereshöhe auf. An ihren Fundorten bildet sie oft kleine Bestände.
Aus derselben Gattung (Carex)
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