Polster-Segge - Carex firma

Familie: Cyperaceae
Steckbrief | Systematik
Kategorie: Alpenpflanze Sauergräser

<b>Polster-Segge - <i>Carex firma</i></b>
Polster-Segge - Carex firma
Bildquelle: Wikipedia User BerndH; Bildlizenz: CC BY-SA 3.0;
Wiki Commons Bildbeschreibung: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Carex_firma_060707.jpg


Carex: lat. carex = Riedgras; "Segge"
firmis: fest

Die Gattung Carex ist außerordentlich formen- und artenreich. Sie umfasst momentan mindestens 150 zum Teil schwer unterscheidbare Arten bzw. Unterarten und Übergangsformen, die nur mit spezieller Literatur zu bestimmen sind.

Polster-Segge - Carex firma; Bildquelle: <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Anton Hartinger, Atlas der Alpenflora 1882">Anton Hartinger, Atlas der Alpenflora 1882</a>; Bildlizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/publicdomain/deed.de" target=_blank title="Public Domain">Public Domain</a>; Polster-Segge - Carex firma; Bildquelle: <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Wikipedia User Tigerente">Wikipedia User Tigerente</a>; Bildlizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de" target=_blank title="Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported (CC BY-SA 3.0)">CC BY-SA 3.0</a>; <br>Wiki Commons Bildbeschreibung: <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Carex_firma02.jpg" target=_blank title="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Carex_firma02.jpg">https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Carex_firma02.jpg</a>

Die ausdauernde krautige Pflanze erreicht Wuchshöhen zwischen 5 und 20 Zentimeter und bildet bis zu 30 Zentimeter breite, dichte Polster.

Die rosettigen Laubblätter sind weit abstehend und oft waagrecht am Boden ausgebreitet. Die dunkelgrünen, steifen Blätter werden meist bis 5 Zentimeter lang (kürzer als 8 Zentimeter) und 2 bis 3 Millimeter breit. Höchstens an schattigen, etwas (luft)feuchten Standorten werden diese bis 10 Zentimeter lang. Die Spreite ist vom Grund an gleichmäßig zur Spitze hin verschmälert (dreieckig-linealisch). Die immergrünen Blätter liegen dreizeilig geschindelt übereinander und schützen dadurch die jungen Sprosse an der Basis. Die gelben Blattscheiden sind nicht zerfasert.

Die aufrechten Halme sind stumpf dreikantig und dünn. Sie werden länger als die Laubblätter (mindestens 2 mal so lang), womit sie die diese weit überragen. Oben sind sie etwas überbogen.

Die Polster-Segge ist einhäusig getrenntgeschlechtig (monözisch). Jeder Blütenstand hat ein bis drei weibliche, kurz gestielte Ähren und nur eine endständige männliche Ähre. Die weiblichen Ähren werden 5 bis 10 Millimeter lang. Die gekielten Deckblätter sind braun, mit grünem zuletzt hellbraunem Mittelstreifen. Bei den weiblichen Blüten sind drei Narben vorhanden. Die Fruchtschläuche sind 3,5 bis 4,5 (5) Millimeter lang, lanzettlich und am Rand mehr oder minder rau.

Die Blütezeit ist von Juni bis August.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 34, selten 68.

Ökologie

Die Pflanze fasst überall dort Fuß, wo horizontale Flächen existieren, und überzieht diese oft in fast reinen Beständen. So bildet sich in steilen Hängen oft ein typischer Treppenrasen. Die Pflanze wurzelt nur oberflächlich, wodurch sich leicht ganze Polster ablösen können. Da die Polster aber viel breiter als hoch sind, haben sie trotzdem einen guten Halt. Für Bergsteiger und Kletterer sind diese trügerischen Trittstufen nur mit großer Vorsicht besteigbar.

Im Kalkschutt stabilisiert der Schuttstauer mit den festen Horsten das bewegliche Material. In ihrem Schutz können sich dann weitere, weniger spezialisierte Pflanzen ansiedeln.

An den ausgesetzten, sonnigen Standorten findet ein starker Wechsel zwischen Frost und Erwärmung statt. Dies unterstützt eine frühe Verfestigung des Gewebes und verzögert die Verrottung. Selbst abgestorbene Teile können daher noch größere Mengen Wasser speichern. Die Polster durchzieht ein aus abgestorbenen Pflanzenteilen entstandener Eigenhumus, der wie ein Schwamm zusätzlich Feuchtigkeit speichern kann.

Die Polster-Segge bietet kein Viehfutter und dient höchstens als sehr dürftige Ziegenweide.


Standort

Als Standort bevorzugt die kalkstete Pflanze oft windexponierte flachgründige Kalk-Magerrasen und Felsfluren.

Sie ist die namengebende Charakterart der Assoziation Caricetum firmae („Firmetum“), auf deutsch Polsterseggenrasen. Diese Pflanzengesellschaft gedeiht vor allem in der alpinen Stufe und reicht bis gegen 3000 Meter NN. Neben der Polster-Segge selbst sind im Firmetum folgende Arten typisch: Weiße Silberwurz (Dryas octopetala), Zwergstendel (Chamorchis alpina), Stängelloses Leimkraut (Silene acaulis), Aurikel (Primula auricula) oder die gelbe Strauchflechte Cetraria tilesii. In den Allgäuer Alpen kommt sie relativ tief im Tiroler Teil in einem lichten Kiefernwald links des Lechs zwischen Stanzach und Weißenbach bei 1100 Metern Meereshöhe vor.

Carex firma erträgt sehr gut sowohl Wind und Trockenheit als auch Schnee und Sickerwasser. Wichtig ist der unmittelbare Kontakt der Wurzeln zum Kalksubstrat. Der Boden ist nie sehr mächtig und liegt als schwarze Pechrendzina direkt dem Felsuntergrund auf. Der Gehalt an Calciumcarbonat (CaCO3) (30 bis 90 %) und der pH-Wert (6,5 bis 7,2) ist hierbei sehr hoch, der Humusgehalt hingegen niedrig (22 %).

Verbreitung/Vorkommen

Sie hat eine mittel- bis südeuropäische Verbreitung und kommt in den Pyrenäen, Alpen, Apennin und Karpaten vor.

In Österreich ist die Polstersegge häufig in allen Bundesländern außer Burgenland und Wien von der obermontanen bis alpinen Höhenstufe. In der Schweiz kommt sie in der Alpenregion bis zum Alpenrand des Mittellandes vor. In Deutschland tritt sie nur im Süden Bayerns auf.
Dr. Koll Gemmoextrakt: Quercus pedunculata - EicheDr. Koll Pflanzenextrakt: Gelber Enzian – Gentiana luteaDr. Koll Pflanzenextrakt: Chlorella - Dr. KollDr. Koll Gemmoextrakt: Schwarzerle – Alnus glutinosa

Polster-Segge - Garten/Anbau

Boden Beschaffenheit: +/- humoser Boden; kalkhaltiger / kalkreicher Boden; steiniger Boden / Kies / Grus;
Boden PH-Wert: mäßig sauer; mild;
Boden Feuchte: mäßig trocken;

Literatur

Bildquellenverzeichnis



Diese Webseite verwendet Cookies. Hier erfahren Sie alles zum Datenschutz