Silberdistel - Carlina acaulis

Familie: Asteraceae
Steckbrief | Systematik
Kategorie: Heilpflanze Wildgemüse Alpenpflanze Dornen-Stacheln

<b>Silberdistel - <i>Carlina acaulis</i></b>
Silberdistel - Carlina acaulis
Bildquelle: Wikipedia User Henderl; Bildlizenz: CC0 1.0;
Wiki Commons Bildbeschreibung: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Carlina_acaulis_(1)_Petzen.JPG


Carlina: aus Cardelina, siehe Carduus; "Eberwurz", "Silber­di­stel", "Gold­distel"
acaulis: stengellos

andere Namen: Wetterdistel

Die abgestorbenen Hüllblätter der Silberdistel nehmen bei Erhöhung der Luftfeuchtigkeit an der Blattunterseite mehr Wasser auf als an der Blattoberseite. Durch diese hygroskopische Eigenschaft krümmen sich die Hüllblätter nach oben und schützen die Röhrenblüten vor Regen. Deshalb wird die Silberdistel, genau wie die Golddistel, auch Wetterdistel genannt. Schließen sich die Hüllblätter, ist Regen zu erwarten, bei Sonnenschein öffnen sie sich. Bereits ein fünf- bis zehnmaliges Anhauchen genügt, um die erste Aufrichtebewegung auszulösen.
Die Silberdistel wurde zur Blume des Jahres 1997 gewählt.


Silberdistel - Carlina acaulis; Bildquelle: <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Prof. Dr. Otto Wilhelm Thome Flora von Deutschland, Österreich und der Schweiz 1885, Gera, Germany">Prof. Dr. Otto Wilhelm Thome Flora von Deutschland, Österreich und der Schweiz 1885, Gera, Germany</a>; Bildlizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/publicdomain/deed.de" target=_blank title="Public Domain">Public Domain</a>; Silberdistel - Carlina acaulis; Bildquelle: © <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Bönisch 2009">Bönisch 2009</a> - <b>All rights reserved</b>Silberdistel - Carlina acaulis; Bildquelle: © <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Bönisch 2000">Bönisch 2000</a> - <b>All rights reserved</b>

Die mehrjährige, krautige Pflanze ist fast stängellos oder erreicht Wuchshöhen von bis zu 40 Zentimeter. Mit ihrer bis in einen Meter tiefreichende Pfahlwurzel gilt die Silberdistel als Tiefwurzler. Die Laubblätter sind etwa bis zum Mittelnerv buchtig, fiederschnittig und stachelig gezähnt. Sie bilden meist eine Rosette. Die Blattunterseite ist kahl bis etwas spinnwebig. Die größten Laubblätter werden vier bis acht Zentimeter breit.

Am meist einköpfigen Stängel sitzt der körbchenförmige Blütenstand, mit äußeren Hüllblättern, die wie die Laubblätter gestaltet sind. Die inneren Hüllblätter sind oberseits silbrig-weiß (selten etwas rötlich) und zur Blütezeit bereits abgestorben. Diese umgeben das eigentliche Blütenkörbchen, welches sich aus einigen hundert weißlichen bis rötlichen Röhrenblüten zusammensetzt. Mit den inneren Hüllblätter gemessen, erreicht das Körbchen einen Durchmesser von 50 bis 110 Millimeter.

Die Aufbau ähnelt stark dem der Asteroideae, bei denen oft die Röhrenblüten von Zungenblüten umgeben sind. Diese Verstärkung der Schauwirkung wird bei der Silberdistel jedoch durch die inneren Hüllblätter erreicht. Diese Hüllblätter reflektieren im Unterschied zu den Röhrenblüten auch UV, wodurch Insekten, die UV wahrnehmen, wissen wo Nektar zu finden ist. Dieses Merkmal ist bei Korbblütlern der Regelfall.

Durch die mindest 10 Millimeter lange Kronröhre kann die Bestäubung nur durch langrüsselige Insekten, vor allem Bienen, Hummeln und Falter erfolgen.


Standort

Als Standort werden sommerwarme, meist beweidete Magerrasen auf basenreichen Böden, vor allem Kalkgebiete, bevorzugt. Die Silberdistel gedeiht von der Tallage bis in die subalpine Höhenstufe maximal bis in Höhenlagen von 2800 Meter.
Diese Pflanzenart ist eine Charakterart der Halbtrockenrasen des Tieflands, sie wächst in den Alpen gerne auch in der Ordnung Blaugras-Rasen (Seslerietalia albicantis).

Verbreitung/Vorkommen

Die Art ist in Europa weit verbreitet, von Spanien im Westen bis Rumänien und die Ukraine im Osten.

Das Verbreitungsgebiet in Deutschland erstreckt sich über die Alpen und das Alpenvorland, den Bayerischen Wald, die Schwäbische Alb, die Frankenalb, das Thüringer Becken, die Rhön und nordwärts bis an den Rand des Harz. Wenige Standorte auch darüber hinaus im Weser-Leine-Bergland und im Nördlichen Harzvorland. Stark zurückgegangen ist die Art in der Oberlausitz. Im Westen, Norden und Osten Deutschlands ist die Art sehr selten bis vollständig fehlend. Die Silberdistel ist in Deutschland gesetzlich geschützt und gehört zu den gefährdeten Arten.

In Österreich ist sie häufig in allen Bundesländern.

Inhaltsstoffe

Sesquiterpenlactone

Verwendung in der Pflanzenheilkunde

Das aromatisch riechende Rhizom enthält ätherische Öle und schmeckt daher scharf und bitter. Hauptbestandteil des Öls ist mit 80 % bis 90 % das antibakterielle und toxische Carlinaoxyd. Weiters enthält das Rhizom auch über 20 % Inulin als Reservestoff.

Die Wurzel wurde in der Volksheilkunde als Grippemittel, harntreibendes Mittel und gegen Greisenbrand gesammelt, in der Tiermedizin als Mast- und Brunstpulver verwendet. Die Blütenböden wurden früher ähnlich wie Artischocken gegessen. Daher wird die Silberdistel bei Almhirten auch Jägerbrot genannt.
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Silberdistel - Garten/Anbau

Lichtanspruch: Licht;
Boden Beschaffenheit: kalkhaltiger / kalkreicher Boden; lehmiger Boden / Lehmboden; steiniger Boden / Kies / Grus; toniger Boden / Tonboden;
Boden Feuchte: mäßig trocken;
Boden Nährstoffgehalt: basenreich; nährstoffarm;

Literatur

Bildquellenverzeichnis



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