Echtes Tausendgüldenkraut - Centaurium erythraea

Familie: Gentianaceae
Steckbrief | Systematik
Kategorie: Heilpflanze Alpenpflanze

<b>Echtes Tausendgüldenkraut - <i>Centaurium erythraea</i></b>
Echtes Tausendgüldenkraut - Centaurium erythraea
Bildquelle: Wikipedia User Luis nunes alberto; Bildlizenz: CC BY-SA 3.0;

Centaurium: siehe Centaurea; "Tausengüldenkraut"

andere Namen: Syn. Centaurium umbellatum, Bitterkraut, Erdgallenkraut, Gottesgnadenkraut, Fieberkraut, Hundertguldenkraut, Magenkraut, Roter Aurin, Sanktorikraut.Darüber hinaus bestehen bzw. bestanden auch die weiteren deutschsprachigen Trivialnamen: Agrinken (Warnemünde), Apriniken (Mecklenburg), Augerinken (Stavenhagen), Aurian, Auriken (Mecklenburg), Auriaiken (Mecklenburg), Aurin (Unterweser, Ostfriesland), Aurine (althochdeutsch, mitteldeutsch), Aurinie (althochdeutsch, mitteldeutsch), Aurinkraut (althochdeutsch, mitteldeutsch), Aurit (Wangerooge), Beverkrut (mittelniederdeutsch), Biberkraut (mittelhochdeutsch), Bieferkraut (im Sinne von Fieberkraut, mittelhochdeutsch), Centaur (mittelhochdeutsch), Centauren (mittelhochdeutsch), Center (mittelhochdeutsch) Dusintgüldinkrut, Ertzelle (mittelniederdeutsch-holländisch), Erdgall (Mecklenburg, Göttingen, Unterweser), Ertgalla (mittelhochdeutsch), Ertgalle (mittelniederdeutsch), Ertgallen (mittelniederdeutsch), Fiberkraut (mittelhochdeutsch), Garthayde (mittelhochdeutsch), Gharthede (mittelhochdeutsch), Ghardheide (mittelhochdeutsch), Grinken (Boizenburg), Grinkenblume (Boizenburg), Gutherut (mittelhochdeutsch), Hertgalle (mittelniederdeutsch), Himmelsblümli (Bern), Hizgenblume, Hundertguldenkrut (mittelhochdeutsch), Jäuse (Graubünden), Kratzengen, Landaw (bereits 1533 erwähnt), Laurin (Ostpreußen), Margreitenblaume (Boizenburg), Mariekens (Rhena), Muttergotteschrut (St. Gallen bei Sargans), Radele, Radella, Rotorinkrud (Altmark), Sindau (Grafschaft Mark), Sindört (Grafschaft Mark), Sinögge (Grafschaft Mark), Tausendgulden, Tausendguldenkraut (Schwaben, Graubünden), Tausendgäldekrokt (Siebenbürgen), Tausentguldin, Tusigguldenkraut (Bern), Veltrede (mittelniederdeutsch), Wontkrud (mittelniederdeutsch), Wundkraut (mittelhochdeutsch), Wudkraut (mittelhochdeutsch) und Wundchrawt (mittelhochdeutsch).


Echtes Tausendgüldenkraut - Centaurium erythraea; Bildquelle: <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Prof. Dr. Otto Wilhelm Thome Flora von Deutschland, Österreich und der Schweiz 1885, Gera, Germany">Prof. Dr. Otto Wilhelm Thome Flora von Deutschland, Österreich und der Schweiz 1885, Gera, Germany</a>; Bildlizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/publicdomain/deed.de" target=_blank title="Public Domain">Public Domain</a>; Echtes Tausendgüldenkraut - Centaurium erythraea; Bildquelle: <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Wikipedia User Franz Xaver">Wikipedia User Franz Xaver</a>; Bildlizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de" target=_blank title="Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported (CC BY-SA 3.0)">CC BY-SA 3.0</a>; Echtes Tausendgüldenkraut - Centaurium erythraea; Bildquelle: <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Wikipedia User Pouloscommonswiki">Wikipedia User Pouloscommonswiki</a>; Bildlizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de" target=_blank title="Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported (CC BY-SA 3.0)">CC BY-SA 3.0</a>; <br>Wiki Commons Bildbeschreibung: <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Centaurium_erythraea_(Jardin_des_plantes).jpg" target=_blank title="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Centaurium_erythraea_(Jardin_des_plantes).jpg">https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Centaurium_erythraea_(Jardin_des_plantes).jpg</a>

Vegetative Merkmale

Das Echte Tausendgüldenkraut wächst als ein- bis sommergrüne zweijährige krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 20 bis 50, selten bis zu 60 Zentimetern. Der meist aufrechte Stängel ist hohl.

Die kahlen, ganzrandigen, einfachen Laubblätter stehen in einer auffälligen grundständigen Rosette zusammen und sind kreuzgegenständig am Stängel verteilt. Die Grundblätter sind bei einer Länge von 20 bis 40 Millimetern breit-länglich mit gerundetem oberen Ende. Die sitzenden Stängelblätter sind bei einer Länge von meist 1 bis 3 Zentimetern sowie einer Breite von 5 bis 15 Millimetern verkehrt-eiförmig bis länglich-elliptisch oder lanzettlich, aber ihr oberes Ende ist spitz; sie werden mit zunehmender Höhe am Stängel kleiner.
Generative Merkmale

Die Hauptblütezeit reicht von Juni bis September. Es wird ein lockerer bis dichter, zusammengesetzter, trugdoldiger Blütenstand gebildet, deren zymöse Teilblütenstände oft oben abgeflacht sind. Fast direkt über jeweils zwei Trägblättern befinden sich die mehr oder weniger sitzenden Blüten.

Die zwittrigen Blüten sind bei einem Durchmesser von 9 bis 15 Millimetern radiärsymmetrisch und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die fünf Kelchblätter sind verwachsen; der Kelch ist mit 4 bis 7 Millimeter Länge, halb bis zwei Drittel so lang wie die Kronröhre. Die fünf zumeist hell-roten bis kräftig rosafarbenen, selten weißlichen Kronblätter sind röhrig verwachsen. Die Krone ist 12 bis 15 Millimeter lang. Die Kronlappen sind 5 bis 7 Millimeter lang und fein-flaumhaarig. Es ist nur ein Kreis mit fünf Staubblättern vorhanden. Die 2 bis 3 Millimeter langen Staubbeutel ragen aus der Blüte heraus und bleiben geschlossen. Die Griffel sind verschieden lang (Heterostylie). Die Narbe ist länglich.

Die zweiklappige, 7 bis 9 Millimeter lange Kapselfrucht bleibt vom Kelch umschlossen.

Dei Chromosomenzahl beträgt meist 40.

Ökologie

Das Echte Tausendgüldenkraut ist einjährig, sommerannuell oder eine winterannuelle bis zweijährige Halbrosettenpflanze, ein Therophyt.

Blütenökologisch handelt es sich um „Pollen-Stieltellerblumen“, die nur bei Sonne und mindestens 20 °C geöffnet sind. Statt Nektar werden „anbohrbare Gewebe“ angeboten. Es findet reicher Insektenbesuch statt, u.a. auch durch Falter. Die Bestäubung erfolgt durch Bienen, Fliegen und Käfer. Vielleicht ist auch Selbstbestäubung möglich. Die Lebensdauer einer Blüte beträgt etwa fünf Tage.

Die abgestorbenen Pflanzen sind Windstreuer. Außerdem werden die Samen wohl auch durch Regen verschwemmt. Es sind Lichtkeimer.


Standort

Es kommt zerstreut auf sonnigen, halbtrockenen bis frischen Wiesen und Waldlichtungen bis in Höhenlagen von gut 1200 m vor.

Verbreitung/Vorkommen

Das in Deutschland (auf Grundlage der Bundesartenschutzverordnung) besonders geschützte Echte Tausendgüldenkraut ist in fast ganz Europa mit Ausnahme des nordwestlichen Skandinaviens natürlich verbreitet.

Nach Ellenberg ist das Echte Tausendgüldenkraut eine Lichtpflanze, intermediär und ein Frischezeiger. Es ist eine Klassencharakterart der Waldlichtungs-Fluren und -Gebüsche (Atropetalia).

Heimat

Europa. In Nordamerika eingebürgert

Inhaltsstoffe

wenig Ätherisches Öl, Bitterstoffe vom Secoiridoidtyp: Gentiopikrosid (=Gentiopikrin), Swertiamarin, Swerosid , Centapikrosid (=Centapikrin). Ferner: Xanthone, Flavone, Triterpene, Phytosterole. Phenolcarbonsäure: Ferulasäure

Verwendung in der Pflanzenheilkunde

Als Bittertonikum (Magensaft- und Verdauungsanregend) und Cholagogum (=Gallenfluß anregend).

Das Echte Tausendgüldenkraut wurde früher in der Volksheilkunde bei Erkrankungen der Leber und Galle sowie bei Fieber eingesetzt.

Nach der Kommission E kann ein Aufguss der bitter schmeckenden zerkleinerten Arzneidroge bei Appetitlosigkeit und dyspeptischen Beschwerden helfen. Die Kontraindikationen sind Magen- und Darmgeschwüre.

Pflanzenteile sind Bestandteile einiger Kräuterliköre.
Dr. Koll Gemmoextrakt: Olea europaea - OliveGemmoextrakt: Rubus idaeus - HimbeereDr. Koll Gemmoextrakt: Schwarzerle – Alnus glutinosaGemmoextrakt: Vaccinium vitis idaea - Preiselbeere

Echtes Tausendgüldenkraut - Garten/Anbau

Lichtanspruch: Licht;
Boden Beschaffenheit: +/- humoser Boden; lehmiger Boden / Lehmboden; toniger Boden / Tonboden;
Boden PH-Wert: mäßig sauer; mild;
Boden Feuchte: frisch;
Boden Nährstoffgehalt: basenreich;

Literatur

Bildquellenverzeichnis



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