Großes Schöllkraut - Chelidonium majus

Familie: Papaveráceae
Steckbrief | Systematik
Kategorie: Heilpflanze Giftpflanze Alpenpflanze Hummelblume

<b>Großes Schöllkraut - <i>Chelidonium majus</i></b>
Großes Schöllkraut - Chelidonium majus
Bildquelle: © Bönisch 2012 - All rights reserved

Chelidonium: gr. chelidon = Schwalbe (Die Pflanze treibt beim Ein­treffen der Schwalbe); "Schöllkraut"
majalis: Mai (Blütezeit)

andere Namen: Hexenmilch, Teufelskraut

Der Lotuseffekt kann nicht nur bei der Lotuspflanze beobachtet werden. Auch beim großen Schöllkraut funktioniert das.

Großes Schöllkraut - Chelidonium majus; Bildquelle: <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Köhlers Medizinal-Pflanzen in naturgetreuen Abbildungen mit kurz erläuterndem Texte. Band 1. 1887">Köhlers Medizinal-Pflanzen in naturgetreuen Abbildungen mit kurz erläuterndem Texte. Band 1. 1887</a>; Bildlizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/publicdomain/deed.de" target=_blank title="Public Domain">Public Domain</a>; Großes Schöllkraut - Chelidonium majus; Bildquelle: © <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Bönisch 2012">Bönisch 2012</a> - <b>All rights reserved</b>Großes Schöllkraut - Chelidonium majus; Bildquelle: <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Wikipedia User Bff">Wikipedia User Bff</a>; Bildlizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de" target=_blank title="Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported (CC BY-SA 3.0)">CC BY-SA 3.0</a>; <br>Wiki Commons Bildbeschreibung: <a href="http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Chelidonium_majus20100513_18.jpg" target=_blank title="http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Chelidonium_majus20100513_18.jpg">http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Chelidonium_majus20100513_18.jpg</a>

Das große Schöllkraut (Chelidonium majus) ist die einzige Pflanzenart der monotypischen Gattung Chelidonium aus der Familie der Mohngewächse (Papaveraceae).

Das große Schöllkraut ist eine zwei- bis mehrjährige, krautige Pflanze, die Wuchshöhen von bis zu 70 cm erreicht. Sie bildet ein ästiges Rhizom. Der Milchsaft ist gelb-orange. Die wechselständigen Laubblätter sind gestielt. Die grüngraue, durch einen dünnen Wachsfilm wasserabstoßend bereifte Blattspreite ist buchtig eingekerbt, die an der Unterseite heller ist und eine leichte Behaarung aufweist.

Diese Pflanzenart blüht von Mai bis Oktober. Die zwittrigen Blüten sind vierzählig und etwa 2 cm groß. Die zwei Kelchblätter fallen früh ab. Die vier Kronblätter sind gelb. Es sind zwölf bis viele freie Staubblätter vorhanden. Zwei Fruchtblätter sind zu einem Fruchtknoten verwachsen. Der Griffel endet in einer zweilappigen Narbe. Die dünne, zweiklappige Kapselfrucht weist eine Länge von 5 cm auf und enthält wenige bis viele eiförmige, schwarze Samen.




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Homöopathisches Arzneimittel
Anwendungsgebiete:
Registriertes homöopathisches Arzneimittel ohne Indikation.
Die Wirkung leitet sich von den homöopathischen Arzneimittelbildern ab.
Pharmakologische Eigenschaften


Chelidonium majus – Schöllkraut
Schöllkraut ist in gemäßigten Klimazonen Europas und Asiens heimisch und gehört zur Familie der Mohngewächse. Blätter und Stängel sondern bei Verletzung der Pflanze einen gelblichen Saft ab. Aufgrund der optischen Ähnlichkeit zu Gallesaft wurde sie nach der mittelalterlichen Signaturenlehre den Leber-Galle Mitteln zugeordnet. Tatsächlich wird die Droge bis heute bei Beschwerden im oberen Verdauungstrakt eingesetzt. Chelidonium majus enthält über 20 verschiedene Alkaloide, die wichtigsten sind Chelidonin, Coptisin und Berberin. Sie wirken krampflösend, gallesaftfördernd und schwach schmerzstillend.
Traditionell wird frischer Schöllkrautsaft äußerlich gegen Warzen eingesetzt.
Homöopathische Verdünnungen werden für Leber-Galle Beschwerden aber auch Augenleiden und Rückenschmerzen verwendet. Zu den Modalitäten gehören Traurigkeit und Angst, Trägheit, sowie Abneigung gegen geistige Tätigkeit.

Colocynthis – Koloquinte
Die Koloquinte gehört zur Familie der Kürbisgewächse und wird auch als Bittergurke oder Purgiergurke bezeichnet. Die Schalen und Früchte schmecken bitter und werden seit der Antike als Mittel bei Verstopfung, Verdauungsbeschwerden, Gelbsucht, Wurmbefall und vielem mehr eingesetzt.
Wirksamer Bestandteil sind die bitteren Cucurbitacine. Sie wirken Schleimhaut reizend und haben vielfache pharmakologische Wirkungen. In höheren Dosen führen sie zu Vergiftungserscheinungen.
In der Homöopathie hat Colocynthis sich als Mittel bei allen krampfartigen Beschwerden der Verdauungsorgane, bei Menstruationsbeschwerden, Durchfällen, Übelkeit und Brechreiz bewährt.
Weitere Modalitäten sind: krampfartige Beschwerden nach Ärger oder Wut, Gereiztheit, ständig bitterer Geschmack im Mund, grün gelbe Stühle.

Silybum marianum – Mariendistel
Die Mariendistel gehört zur Familie der Korbblütler, kommt ursprünglich aus Südeuropa, Kleinasien, Nordafrika und Nordamerika. Pharmakologisch wird sie seit der Antike bei Vergiftungen, insbesondere bei toxischen Leberschäden eingesetzt. Die reifen Früchte enthalten die Flavonolignane Silydianin, Silybin und Silychristin, die kurz zusammengefasst als Silymarin bezeichnet werden. Silymarin stabilisiert die Membran der Leberzellen und schützt sie vor dem Eindringen von Giften und verbessert die Regenerationsfähigkeit der Leber.
In der Homöopathie wird es unter dem Synonym Carduus marianus als Lebermittel eingesetzt.
Neben den typischen Lebersymptomen sind weitere Modalitäten wie rechtsseitiger Oberbauchschmerz, Stirnkopfschmerz, nächtliches Hautjucken, Traurigkeit und Hypochondrie genannt.

Bei anhaltenden, unklaren oder neu auftretenden Beschwerden wenden Sie sich an Ihren Arzt, Heilpraktiker oder Apotheker! Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Arzt, Heilpraktiker oder Apotheker.

Standort

Es wächst in der Nähe von menschlichen Wohnstätten, etwa auf Schuttplätzen, an Wegesrändern und sogar in Mauerspalten, bis ins Gebirge.

Verbreitung/Vorkommen

Ursprünglich kam es in den gemäßigten und warm-temperierten Gebieten Europas und Asiens sowie im Mittelmeerraum vor. Nach Nordamerika wurde es von Siedlern mitgenommen, die es als Heilmittel bei Hautkrankheiten verwendeten.

Giftigkeit

Das große Schöllkraut ist giftig. Das Verschlucken der Pflanze führt zu schweren Reizungen des Magen-Darm-Traktes. Entsprechend äußern sich die Symptome in Brennen, Schmerzen, Erbrechen, blutigen Durchfällen und Kreislaufstörungen. In schweren Vergiftungsfällen kann es zum Tod durch Kreislaufversagen kommen. Schöllkraut steht auch im Verdacht, toxische Leberschäden (Hepatitis, Cholestase bis hin zum Leberversagen) hervorzurufen.

Inhaltsstoffe

Ca. 30 verschiedene nachgewiesene Alkaloide. Der Alkaloid-Gehalt der unterirdischen Teile liegt dabei bei ca. 3 %, bei den oberirdischen Teilen immerhin noch bei 1,3%. Im Kraut überwiegt das Alkaloid Coptisin mit etwa 1,1%, während in der Wurzel Chelidonin mit 1,2% dominiert. Ein weiteres wichtiges Alkaloid der unterirdischen Teile ist Chelerythrin mit knapp 1%. Die wichtigsten sind Berberin, Chelerythrin, Chelidonin, Coptisin, Spartein, Chelidoxanthin und Sanguinarin.

Verwendung in der Pflanzenheilkunde

Nach altem Volksglauben ist die Pflanze Sinnbild für ein ausgeglichenes Leben. Man empfahl daher zum Beispiel Cholerikern die getrockneten Wurzeln der Pflanze um den Hals zu tragen.
Das große Schöllkraut hat sich seit langer Zeit als Heilpflanze bewährt.(Dr.Loges). Die darin enthaltenden Alkaloide, Flavone und Bitterstoffe wirken vor allem auf Leber und Galle.
Bei innerer Anwendung, zum Beispiel als Tee, fördern die Inhaltsstoffe den Gallefluss, regen die Leberfunktion an und haben eine entkrampfende Wirkung. In der Volksmedizin wird der Saft der Pflanze äußerlich bei Hauterkrankungen wie Warzen verwendet. Die eiweißauflösende, antivirale Wirkung unterstützt dabei die Heilung. Hierzu wurden auch Salben hergestellt (Glaucina). Der Saft sowie die Salbe wirken stark reizend.
Schöllkrautbestandteile sind in dem umstrittenen Krebsmittel Ukrain enthalten.

Verwendung in Homöopathie/Anthroposophie

Gemäß der anthroposophischen Menschen- und Naturerkenntnis gehören zu den Anwendungsgebieten die Anregung der Gallen-, Pankreas- und Darmtätigkeit, auch in Zusammenhang von ekzematösen Hautkrankheiten.
Kommission C* (s. Quellen):... Anregung von Stoffwechselprozessen, insbesondere bei Störungen des Leber-Galle-Pankreas-Systems und deren psychischen Begleitsymptomen (z.B. Akute und subakute depressive Störungen)
Salbe: Ekzeme.
Augentropfen: Anregung der Tränensekretion bei trockener Bindehautentzündung und Reiz- und Ermüdungszuständen.

hepa-loges® Injektionslösung Dr.Loges

enthält die homöopathischen Wirkstoffe Taraxacum D4, Quassia amara D6, Lycopodium D4, Myrica cerifera D5 und Chelidonium D4. hepa-loges® Injektionslösung enthält auch Wirkstoffe aus dem großen Schöllkraut und fördert so die Leberfunktion und hilft auf natürliche Weise bei Galleleiden. Alle verwendeten Heilpflanzen kommen in besonderem Maße Leber und Galle zu Gute. Der Löwenzahn (Taraxacum) ist in der traditionellen Pflanzenheilkunde zur Anregung der Galleproduktion in der Leber bekannt. Die Anwendungsgebiete leiten sich von den homöopathischen Arzneimittelbildern ab. Dazu gehören: Besserung von Beschwerden bei Leber-Galle-Störungen. Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie bitte die Packungsbeilage oder fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.
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Gemmoextrakt: Vaccinium myrtillus - HeidelbeereDr. Koll GemmoKomplex Nr. 2Dr. Koll Gemmoextrakt: Vitis vinifera - WeinrebeDr. Koll Gemmoextrakt: Olea europaea - Olive

Großes Schöllkraut - Garten/Anbau

Lichtanspruch: Halbschatten; Licht;
Boden Beschaffenheit: +/- humoser Boden; lehmiger Boden / Lehmboden; sandiger Boden / Sandboden; steiniger Boden / Kies / Grus;
Boden PH-Wert: basisch; mild; sauer;
Boden Feuchte: frisch;
Boden Nährstoffgehalt: nährstoffreich;

Großes Schöllkraut in
Kräuterbuch von Jacobus Theodorus "TABERNAEMONTANUS" anno 1664


Auszug aus "New vollkommenlich Kräuter-Buch : mit schönen und künstlichen Figuren aller Gewächs der Baümen, Stauden und Kräutern...:das erste [-das ander und dritte] Theil darinn viel und mancherley heilsamer Artzeney vor allerley innerlichen und eusserlichen Kranckheiten, beyde der Menschen und des Viehes sampt ihrem nützlichen Gebrauch beschrieben werden.../ durch Iacobum Theodorum Tabernaemontanum... ; das ander und dritte Theil...verbessert durch Hieronymum Bauhinum... ; mit sehr nutzlichen Marginalien, Synonimis, newen Registern und anderm vermehret durch Hieronymum Bauhinum..."

Tabernaemontanus M.DC.LXIV (1664): Das Erste Buch Von Kraeutern I. Schellwurz S101

Quelle: Kräuterbuch von Jacobus Theodorus anno 1664; Foto: Arnulf Schultes 1999Quelle: Kräuterbuch von Jacobus Theodorus anno 1664; Foto: Arnulf Schultes 1999Quelle: Kräuterbuch von Jacobus Theodorus anno 1664; Foto: Arnulf Schultes 1999Quelle: Kräuterbuch von Jacobus Theodorus anno 1664; Foto: Arnulf Schultes 1999Quelle: Kräuterbuch von Jacobus Theodorus anno 1664; Foto: Arnulf Schultes 1999Quelle: Kräuterbuch von Jacobus Theodorus anno 1664; Foto: Arnulf Schultes 1999Quelle: Kräuterbuch von Jacobus Theodorus anno 1664; Foto: Arnulf Schultes 1999

Quelle: Kräuterbuch von Jacobus Theodorus anno 1664; Foto: Arnulf Schultes 1999

Literatur

Bildquellenverzeichnis



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